SPD-Kanzlerkandidatur Gabriel bremst in der K-Frage

SPD-Chef Sigmar Gabriel versucht in der Frage nach einem Kanzlerkandidaten der SPD zu beschwichtigen. Nachdem Exkanzler Helmut Schmidt am Wochenende offensiv für Peer Steinbrück warb, verweist Gabriel auf den ursprünglich gewählten Zeitplan.

Gabriel, Steinmeier und Steinbrück (Foto)
Das Dreiergespann an der SPD-Spitze: Steinbrück, Gabriel und Steinmeier. Wer wird der Kanzlerkandidat? Bild: dpa

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hält die Diskussion über einen Kanzlerkandidaten seiner Partei für verfrüht. Altbundeskanzler Helmut Schmidt hatte den früheren Finanzminister Peer Steinbrück am vergangenen Wochenende als Kanzlerkandidaten der SPD empfohlen. «Am Verlauf wird sich dadurch nichts ändern», sagte Gabriel am Montag in Berlin.

Die Bundestagswahl stehe erst 2013 an, sagte Gabriel. Falls es nicht zu vorzeitigen Neuwahlen komme, werde er Ende 2012 oder Anfang 2013 für die Bundestagswahl einen Vorschlag machen, sagte Gabriel am Montag in Berlin. Die Aussage von Altkanzler Helmut Schmidt, wonach Steinbrück in der Lage sei, eine Bundesregierung zu führen, halte er «für absolut richtig».

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Steinbrück habe in seiner Zeit als Finanzminister gezeigt, «dass Sozialdemokraten besser mit Geld umgehen können». Ebenso habe der heutige Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier als Außenminister seine Fähigkeiten in der Bundesregierung unter Beweis gestellt. Ihre guten Sympathiewerte hätten auch damit zu tun, «dass die Menschen sich daran erinnern, dass man das Land auch in einer schweren Krise besser regieren kann als Frau Merkel mit den wechselnden FDP-Ansprechpartnern, die sie hat», sagte Gabriel.

Steinbrück und Steinmeier gelten wie Gabriel als Favoriten, um für die SPD als Kanzlerkandidat in den nächsten Bundestagswahlkampf zu ziehen. «Das ist für die SPD eine ausgesprochen sympathische und hilfreiche Debatte», sagte Gabriel mit Blick darauf, dass mehreren SPD-Kandidaten zugetraut wird, die nächste Regierung zu führen. Mit Blick auf einzelne kritische Stimmen vom linken Parteiflügel zu den Interviews und öffentlichen Auftritten Schmidts und Steinbrücks sagte Gabriel, es gebe «eine große Ruhe und Gelassenheit in der Partei».

Auch Frank-Walter Steinmeier reagierte gelassen auf das Werben von Altkanzler Helmut Schmidt für eine Kanzlerkandidatur von Peer Steinbrück. «Das sind zwei Menschen, die ich sehr schätze», sagte er im ARD-Morgenmagazin. «Und es sind zwei Menschen, im Unterschied zu denen, die jetzt regieren, die manche Krise durchgestanden haben mit Standfestigkeit und Orientierung.» Mit Steinbrück arbeite er seit vielen Jahren eng und vertrauensvoll zusammen. «Wir sind befreundet.»

sua/roj/news.de/dpa/dapd

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Andreas Lauterburg
  • Kommentar 1
  • 10.12.2011 13:06

wer derart fett ist, hat sich nicht im Griff. Wie will er dann ein Land in Griff kriegen (oder halten).

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