PKK-Angriff Türkei marschiert in den Irak ein

Mehr als 20 Tote bei PKK-Angriff in Osttürkei (Foto)
Türkische Soldaten sichern eine Landstraße in der Provinz Hakkari in der Nähe der irakischen Grenze. Bild: dpa

Von Selcan Hacaoglu und Suzan Fraser
Reaktion auf die blutigen Angriffe kurdischer Rebellen mit 24 getöteten türkischen Soldaten: Türkischen Streitkräfte sind ins Nachbarland einmarschiert. Bei der Verfolgung flüchtender Angreifer wurden auch Kampfhubschrauber eingesetzt.

Wenige Stunden zuvor wurden bei den Überfällen kurdischer Kämpfer auf türkische Streitkräfte 24 Soldaten getötet und 18 verletzt. Die tödlichsten Attacken der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) auf türkische Einheiten seit 1992 erfolgten zeitgleich auf mehrere Positionen nahe der Städte Çukurca und Yüksekova. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan erklärte auf einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz, die Türkei habe eine Operation zur Verfolgung der Angreifer eingeleitet.

«Wir werden uns nie einem Angriff von innerhalb oder außerhalb der Türkei beugen», sagte Erdogan. Eine geplante Reise nach Kasachstan sagte er ab. Staatspräsident Abdullah Gül kündigte massive Vergeltung an. «Niemand sollte vergessen, dass diejenigen, die uns diesen Schmerz zufügen, noch schwerer leiden werden», sagte Gül vor Journalisten.

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Hubschrauber setzen Soldaten ab

Die türkischen Truppen drangen nach Berichten des Fernsehsenders NTV vier Kilometer tief in den Irak ein. Hubschrauber hätten die Soldaten abgesetzt. Der privaten Nachrichtenagentur Dogan zufolge wurden mehr als 20 Rebellen bei anschließenden Kämpfen getötet. Die Offensive war offenbar die größte seit drei Jahren, schien zunächst aber begrenzt.

Die Rebellen waren laut Berichten des staatlichen türkischen Senders TRT nach Feuergefechten über die Grenze nach Nordirak geflohen. PKK-Sprecher Dostdar Hamo sagte der Nachrichtenagentur am Telefon: «Wir kämpfen seit drei Uhr heute Morgen in zwei Gebieten gegen türkische Einheiten.» An den Angriffen waren Dogan zufolge schätzungsweise 200 kurdische Kämpfer beteiligt.

Jagd auf PKK-Kämpfer
Türkisches Militär im Irak
Video: ap

Hoffnung auf Verhandlungslösung zerschlagen

Die kurdischen Rebellen haben ihre Angriffe seit einigen Monaten wieder ausgedehnt, nachdem die türkische Armee einen von ihnen einseitig erklärten Waffenstillstand nicht beachtet hatte. Die Kurden fordern «demokratische Autonomie» in den mehrheitlich von ihnen bewohnten Gebieten, was vor allem auf kommunale Selbstverwaltung und die uneingeschränkte Benutzung ihrer Sprache in Bildung und Öffentlichkeit hinausliefe.

Die EU fordert von ihrem Beitrittskandidaten Türkei, den Kurden mehr Rechte zu gewähren. In dem seit 1984 währenden Konflikt sind Schätzungen zufolge etwa 40.000 Menschen auf beiden Seiten ums Leben gekommen.

Nato verurteilt Rebellenangriffe

Die Nato verurteilte die jüngsten Angriffe der kurdischen Rebellen. Es gebe keine Rechtfertigung für solche Akte der Gewalt, betonte Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen. Die Nato-Verbündeten erklärten sich solidarisch im Kampf gegen Terrorismus. Der US-Botschafter in der Türkei, Francis Ricciardone, erklärte, die USA stünden an der Seite der Türken und der Regierung in Ankara im Kampf gegen die PKK.

oro/boi/news.de/dapd

Leserkommentare (6) Jetzt Artikel kommentieren
  • HDF SÜLO
  • Kommentar 6
  • 22.11.2011 16:51

sülo hdf pkk kämpft für ein freies kudistan und wenn du denkst das das terroristen sind dann denkste sicher das auch palästina terroristen sind kurdistan und palästina kämpfen beide für freiheit der einzige grund warum türkei kurdistan kein land sein lassen will ist das öl in kurdistan liegt schätzungsweise 45 milliarden barrel öl ohne dieses verdammte öl währe kurdistan schon längst ein freies land türkei und israel sind schlimmer als hitler ps: googeln macht schlauer

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  • mattenb
  • Kommentar 5
  • 31.10.2011 13:35
Antwort auf Kommentar 1

oder so? Es lohnt sich ein Blick ins Geschichtsbuch! Die kurdische Bevölkerung kämpft seit langem für eine Autonomie. Die unzähligen Versuche, dies auf demokratischem und friedfertigem Wege zu schaffen, wurden jedoch vom türkischen oder auch irakischen Militär blutig niedergeschlagen. Wer wundert sich bei diesen vielen Tausend Opfern noch ernsthaft, dass einige Betroffene dann zur Waffe greifen? Dass es der Türkei bislang nicht gelang, den Konflikt friedlich zu lösen, ist für mich das größte Armutszeugnis. Man kann ja froh sein, dass es bisher nicht zum Genozid kam.

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  • Dennis Fischer
  • Kommentar 4
  • 19.10.2011 18:30
Antwort auf Kommentar 3

Mit Ihren "fundierten" Kenntnissen sollten Sie sich als "Oberstratege" im Militäthauptquartier melden. Machen Sie schnell, solche....Leute wie Sie braucht man dort.

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