Weibliche Führung Schröders lasche Pläne zur Frauenquote

Weiter Diskussion um mehr Frauen an der Spitze. (Foto)
Angela Merkel (r), Kristina Schröder (l) und Ursula von der Leyen: Die Absage der Kanzlerin an eine Frauenquote hat die Diskussion nicht beendet. Bild: dpa

Familienministerin Kristina Schröder gerät unter Druck: Bei einem Spitzentreffen mit der Bundesregierung legen die 30 Dax-Unternehmen ihre Pläne zur Steigerung des Frauenanteils vor. Kritiker befürchten eine reine Schaufenster-Veranstaltung.

Familienministerin Kristina Schröder (CDU) gerät mit ihren Plänen zur Frauenquote in die Kritik. Nicht nur aus der Opposition, auch aus den eigenen Reihen gehen vielen ihre Pläne nicht weit genug. Schröder will nur eine so genannte Flexiquote einführen und die Unternehmen per Gesetz zur Abgabe einer Selbstverpflichtung zwingen.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) fordert dagegen schärfere gesetzliche Regelungen. Angesichts der Diskussion um mehr Frauen in Chefetagen hat von der Leyen von den Dax-Unternehmen eine eindeutige Aussage verlangt.

Vor dem heutigen Spitzentreffen mit den Personalvorständen der 30 Dax-Unternehmen sagte sie im ZDF-Morgenmagazin:  «Wie Frauen dort in Führungspositionen kommen, mit welcher Quote und in welcher Zeit diese erreicht werden soll - das muss klar sein.» Die Ministerin bekräftigte ihre Forderung nach einer Frauenquote von 30 Prozent bis 2018.

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«Ich bin der festen Überzeugung, ohne Gesetz wird es nicht gehen», sagte von der Leyen. Das hätten die «frustrierenden Erfahrungen in den letzten zehn Jahren» gezeigt. Die Dax-Konzerne hätten fast nichts bewegt. Per Gesetz müssten vor allem Sanktionen definiert werden, «wenn wieder nichts passiert», sagte die Ministerin.

Auch SPD-Chef Sigmar Gabriel befürwortet eine feste Frauenquote in Führungspositionen von Dax-Unternehmen. Dadurch würden sich auch die Firmen verändern, sagte Gabriel im Deutschlandfunk. Zugleich kritisierte er eine «ziemlich ungleichgewichtige Debatte». Es werde sich um einen kleinen Teil gekümmert. Das nütze jedoch den Frauen nichts, die in «ganz normalen Beschäftigungsverhältnissen» seien und fast 25 Prozent schlechter bezahlt würden als Männer.

SPD-Parteivize Manuela Schwesig kritisierte die Pläne Schröders als zu lasch. Spiegel Online sagte sie: «Frau Schröder kämpft nicht für die Frauenquote, sondern lässt sich von den Dax-Unternehmen vorführen. Ihr Modell ist keine Quote, es ist ein zahnloser Tiger.»

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ist gegen eine schnelle gesetzliche Regelung einer Frauenquote. «Bis 2013 werden weitere Aufsichtsratsmandate und Vorstandsposten neu zu besetzen sein, bis dahin müssen die Unternehmen noch Taten folgen lassen und die Zahl der Frauen in den Führungsebenen angemessen erhöhen. Erst dann entscheidet sich, ob es doch noch gesetzlicher Vorgaben bedarf», sagte die FDP-Politikerin der Passauer Neuen Presse.

Die stellvertretende FDP-Chefin verwies auf den «Corporate Governance Kodex», der seit Mai 2010 empfehle, Frauen angemessen zu berücksichtigen. Seitdem seien bei Nachwahlen von Aufsichtsratsmitgliedern 9 von 23 Posten mit Frauen besetzt worden. Offenbar vollziehe sich in der Wirtschaft nun der lange geforderte Mentalitätswandel.

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san/bjm/news.de/dpa/dapd

Leserkommentare (6) Jetzt Artikel kommentieren
  • ART
  • Kommentar 6
  • 17.10.2011 20:32
Antwort auf Kommentar 5

In Zukunft 7 Frauen in den Vorstände und einen sog.Mann!

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  • ART
  • Kommentar 5
  • 17.10.2011 20:29
Antwort auf Kommentar 3

Genau!

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  • Adele Strack
  • Kommentar 4
  • 17.10.2011 20:27
Antwort auf Kommentar 2

Wenn es dann so einfach für sie ist,warum soooo viel Text?Bist du auch nur so ein "Dumm-Sack",der angst hat?

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