Brandanschläge Kein neuer Linksterrorismus

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Von news.de-Volontär Ayke Süthoff
Unionspolitiker warnen angesichts der Brandanschläge auf Berliner Bahnen vor einer neuen Dimension des linksextremen Terrors und ziehen den Vergleich zur RAF. Damit machen sie den Bürgern unnötig Angst - von Linksterrorismus kann überhaupt keine Rede sein.

Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sieht in den Brandanschlägen auf Berliner Bahnen, zu denen sich die sogenannte Hekla-Gruppe bekennt, «terroristische Anschläge, die in eine neue Dimension hineingehen». Das ist eine Aussage, die bei konservativen Politikern reflexartig fällt, sobald irgendetwas passiert und möge es völlig ungefährlich sein. Eine Phrase, die angesichts der Brandsätze an Berliner Gleisen fast lächerlich ist. Faktisch ist in den vergangenen vier Tagen in Berlin nichts passiert - außer dass diverse Züge in der Hauptstadt Verspätung hatten. Wie außergewöhnlich das ist, können Berliner S-Bahnkunden aus eigener Erfahrung beurteilen.

Die sogenannten Brandanschläge waren jedenfalls ziemlich ungefährlich. Tatsächlich gebrannt hat es zweimal, einmal davon unbemerkt. Zu Schaden gekommen ist niemand. Der Versuch einer Anschlagserie soll hier keineswegs verharmlost werden. Wer auch immer dafür verantwortlich ist, hat Menschen bewusst in Gefahr gebracht. Aber angesichts ein paar mit Benzin gefüllter Flaschen von «einer neuen Dimension» des Terrors zu sprechen? Völlig unnötig bläst die Mitte-Rechts-Regierung ins Panik-Horn.

Chaos in Berlin
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Da sollte es lieber mit der Aussage des innenpolitischen Sprechers der SPD, Dieter Wiefelspütz, gehalten werden. Der sagte der Süddeutschen Zeitung: «Das hat mit Terrorismus nichts zu tun. Bei aller berechtigten Empörung darf man den Verstand nicht ausschalten.» Recht hat er. Und auch mit Linksextremismus haben die versuchten Anschläge nichts zu tun.

Diverse Unions-Politiker, allen voran Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), vergleichen das Hekla-Empfangskomitee mit der RAF, tatsächlich ist das Bekennerschreiben dieser Gruppe eher wirr, noch dazu ist nicht mal sicher, ob es eine Hekla-Gruppe überhaupt gibt. Von straffer Organisation, wie bei der durch und durch ideologisierten RAF, kann jedenfalls keine Rede sein. Das zeigt sich schon dadurch, dass überhaupt kein klares Ziel der Aktionen erkennbar ist.

Im Bekennerschreiben faseln die Verfasser etwas von Entschleunigung, fordern zugleich den Abzug deutscher Soldaten aus Afghanistan und die Freilassung des amerikanischen Irak-Veterans Bradley Manning. Man sollte die Gruppe und ihre Anschlagsversuche ernst nehmen, denn sie ist unberechenbar. Eine neue Dimension terroristischer Anschläge gibt es jedoch nicht.

mik/news.de

Leserkommentare (14) Jetzt Artikel kommentieren
  • Longus
  • Kommentar 14
  • 15.10.2011 19:13
Antwort auf Kommentar 13

Gehören sie auch zu den vielen, denen man alles vorkauen u. servieren muss, weil sie zu träge sind sich selber schlau zu machen ? Es gibt heutzutage ja nun wirklich genügend möglichkeiten sich zu informieren, welche machenschaften auch weltweit ablaufen. Schon mal was von zeitungen, zeitschriften, TV-politiksendungen u. wikipädia gehört ?

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  • anger
  • Kommentar 13
  • 15.10.2011 12:40
Antwort auf Kommentar 6

Dann klären Sie das Forum doch bitte auf. Verständlich, sachlich und in angemessener Form. Der Dank vieler Foristen ist dann sicher.

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  • hpklimbim
  • Kommentar 12
  • 15.10.2011 10:41
Antwort auf Kommentar 11

Es gibt eine stetig steigende Zahl von Leuten, die mit dieser Art Nichtarbeitsleistung der Politik und der einhergehenden Entdemokratisierung nicht einverstanden sind. Warum also nicht Berlin? Da klingel es dann aus Sicht der gewählten Volksverarscher gleich vor der eigenen Haustür. Da kann sich hinterher auch keiner das System der drei Affen zueigen machen. Auf die völlig überzogenen Reaktionen habe ich bereits hin gewiesen.

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