Rückzug Sarah Palins Letzter Ausweg Gott

Ayke Süthoff (Foto)
Ayke Süthoff kommentiert Sarah Palins Rückzug aus der amerikanischen Bundespolitik. Bild: news.de

Von news.de-Volontär Ayke Süthoff
Sarah Palin zieht sich aus der Politik zurück. Sie begründet diesen Schritt selbstlos mit ihrer Liebe zu Gott, auf die sie sich nun voll und ganz konzentrieren möchte. Tatsächlich spielt wohl ein anderer Grund eine entscheidende Rolle: Palin ist im Kampf um die amerikanische Präsidentschaft chancenlos.

Sarah Palin will bei den Wahlen 2012 also nicht gegen Obama antreten. Stattdessen will sie sich Gott, ihrer Familie und dem Land widmen, verkündete die Ex-Gouverneurin von Alaska in einem Radiointerview. Gott, Familie, Land - man achte auf die Reihenfolge. Ein US-Präsident dagegen hat sich in erster Linie um das Land zu kümmern, Gott und Familie rangeln sich um Platz zwei, je nach Parteizugehörigkeit gewinnt Familie (Demokraten) oder der Herr im Himmel (Republikaner).

Sarah Palin möchte sich mit diesem Konflikt also nicht mehr beschäftigen - eine Entscheidung, die allerdings kaum auf ihrer unendlichen Liebe zum Herrn beruhen dürfte, sondern eher auf Enttäuschungen: Erst wurde sie von ihrer Familie enttäuscht, als sich mitten im letzten Präsidentschafts-Wahlkampf herausstellte, dass ihre damals 17-jährige Tochter schwanger war. Ein schwerer Schlag für die erzkonservative Palin, die für das Amt der Vize-Präsidentin kandidierte. Das Land enttäuschte sie dann in den Wahlen selbst, bei denen Barack Obama mit einigem Abstand vor den Republikanern triumphierte.

US-Wahlkampf
Das sind Obamas Gegner

Das reichte Sarah Palin allerdings noch nicht, um sich vom Land abzuwenden. Seit längerem kokettierte sie mit einer Kandidatur auf die Präsidentschaft 2012. Das wäre ein Kampf gewesen: Obama gegen Palin, links gegen rechts, Mann gegen Frau, schwarz gegen weiß. Diesem Kampf stand allerdings noch ein Hindernis im Weg, Palins eigene Partei. Bevor ein Republikaner gegen Obama antritt, muss er sich erst gegen die Konkurrenz im eigenen Haus durchsetzen. Und dort schnitt Sarah Palin zunehmend schlechter ab.

In der auch unter Republikanern umstrittenen rechts-konservativen Tea-Party-Bewegung wurde Palin von Michele Bachmann rechts überholt. In der Mitte setzen sich in den Umfragen zunehmend Mitt Romney, Gouverneur von Massachusetts, und Rick Perry, Gouverneur aus Texas, durch. Sarah Palin hat in ihrer eigenen Partei schon jetzt keine Chance mehr auf eine Nominierung. Die Enttäuschung darüber ist so groß, dass die Republikaner in ihrer Prioritätenliste gar nicht mehr auftauchen. Vermutlich hat sie mit Gott, ihrer Familie und dem Land schon genug zu tun.

kwö/news.de

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Anzeige
news.de auf Facebook
Follow us on Facebook!
News.de auf Twitter
Follow us on Twitter!
Anzeige