Ramsauer und Bouffier Lobby für PKW-Maut wächst  

Merkel will nun doch ueber Pkw-Maut beraten (Foto)
Ein Pkw passiert die Mautstelle des Warnowtunnels in Rostock.  Bild: dapd

Der Streit über Sinn und Unsinn einer PKW-Maut droht die Regierungskoalition zu entzweien. Nach Verkehrsminister Raumsauer stellt sich nun auch Hessens Regierungschef Volker Bouffier gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Im Koalitionsstreit um eine Pkw-Maut auf Autobahnen hat sich Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) auf die Seite der Befürworter gestellt. «Ich bin ein Anhänger einer Maut für Pkw, unter der Bedingung, dass sie für deutsche Autofahrer aufkommensneutral gestaltet wird», sagte er dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Deutschland habe als wichtigstes Transitland in Europa ein großes Interesse, ausländische Autofahrer an der Finanzierung der Straßen zu beteiligen. Die CDU-Spitze und die FDP lehnen die von der CSU geforderte Gebühr ab. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will nach wochenlangen Debatten nun rasche Klarheit über eine Maut.

Ramsauer sagte der Wirtschaftswoche, er werde an diesem Montag im CSU-Vorstand den Auftrag an die Parteispitze vorschlagen, «schnellstmöglich im Koalitionsausschuss die Gespräche aufzunehmen». Dies sei das richtige Gremium für Fundamentalentscheidungen. Die CSU macht sich für eine Autobahngebühr stark, um mehr Investitionen für Straßen zu ermöglichen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte betont, dass die Maut nicht zu ihren Projekten gehöre. Allerdings sei über ein Thema zu reden, wenn ein Koalitionspartner dies wünsche.

Mautgebühren
Europas Straßen können teuer sein

FDP-Generalsekretär Christian Lindner bekräftigte erneut das Nein der Liberalen. «Die Autofahrer zahlen jetzt schon über 53 Milliarden Euro an Steuern. Solange dieses Geld nicht vollständig für die Instandsetzung der Straßen verwendet wird, gibt es dafür keine Begründung», sagte er der Berliner Morgenpost. Neue Belastungen passten nicht in die Zeit. Der Koalitionsvertrag von Union und FDP sieht eine Pkw-Maut nicht vor.

Ramsauer sagte: «Wenn wir die Infrastruktur erhalten und ausbauen wollen, die wir uns als Industrie- und Exportnation schuldig sind, dann müssen wir neue Geldquellen erschließen - egal welche.» Allein bei der Straße seien jährlich 2,5 Milliarden Euro mehr nötig. Eine Vignette wäre «die einfachste, schnellste und günstigste Variante» einer Maut. Ehe aber über Kosten für die Autofahrer gesprochen werden könne, «brauchen wir zunächst einmal Klarheit über das Ob.» Einnahmen müssten ungeschmälert der Straße zugutekommen. «Wenn der Autofahrer zahlt, muss er den Nutzen sehen.»

sua/news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Nichtwähler
  • Kommentar 1
  • 13.09.2011 10:08

Die Eliten denken immer noch nur an eins, wie kann man dem Volk das Geld aus der Tasche ziehen und vor allen Problemen der Bevölkerung und des Landes den Kopf in den Sand stecken.

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