Sonntag, 11. September News am Morgen

Gedenken an 9/11 (Foto)
Die Strahlensäulen am Ground Zero, dem Ort, an dem die Twin Towers vor zehn Jahren einstürzten. Bild: dapd

Weltweit gedenken Menschen der Opfer der Terroranschläge in den USA. In New York und Washington ist die Polizei in erhöhter Alarmbereitschaft. In Athen gingen 25.000 Menschen auf die Straße, um gegen die angekündigten Sparmaßnahmen zu demonstrieren. Der Tag im Nachrichtenüberblick.

Weltweites Gedenken an Terroranschläge vom 11. September. Zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September wird heute weltweit der Opfer des Terrors gedacht. Am frühen Sonntagmorgen (MESZ) begannen im Pazifikraum erste Gedenkfeiern, bei denen sich Politiker und Angehörige der Toten versammelten. Bei einem Gottesdienst in Plymouth in Neuseeland kamen hunderte Menschen zusammen, unter ihnen auch die Mitglieder des amerikanischen Rugby-Teams, das derzeit für die Weltmeisterschaft im Land ist. In den USA wird US-Präsident Barack Obama an allen drei Anschlagsorten der Opfer gedenken: In New York, in Washington und in der Nähe von Shanksville in Pennsylvania. Am Abend soll der US-Präsident bei einer Gedenkveranstaltung im Kennedy Center in Washington sprechen. 

11. September
Amerika hält inne
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Keine Hinweise auf Anschlagspläne zu Jahrestag des 11. September. US-Geheimdienste haben keine Hinweise darauf, dass die al-Kaida anlässlich des zehnten Jahrestags der Anschläge vom 11. September Terroristen in die USA geschleust hat, um Anschläge zu verüben. Das erklärten hochrangige Geheimdienstmitarbeiter am Samstag. Anti-Terror-Einheiten hatten nach dem Tipp eines Informanten seit Mittwochabend nach drei mutmaßlichen Attentätern gesucht, die im Auftrag der al-Kaida in die USA gereist sein sollten, unter ihnen auch zwei US-Bürger. Es gebe aber weiterhin keine Informationen, wonach dies tatsächlich der Fall sei, hieß es am Samstag. Die Behörden waren aber vor den Gedenkfeiern am Sonntag weiter in erhöhter Alarmbereitschaft. Unter anderem suchte die Polizei in New York und Washington am Samstag nach mehreren gestohlenen Fahrzeugen. 

11. September
Obama macht Mut
Video: dapd

Asmussen bewirbt sich um Stark-Nachfolger bei der EZB. Der deutsche Finanz-Staatssekretär Asmussen bewirbt sich um die Nachfolger des zurückgetretenen Chefvolkswirts der Europäischen Zentralbank, Stark. Asmussen sagte in Marseille, er wolle die Aufgabe gerne übernehmen, «in einer Phase, in der wir die Währungsunion sichern müssen». Hintergrund ist der überraschende Rücktritt von Stark, der gestern an der Börse zu massiven Kurseinbrüchen geführt hatte. Der Euro fiel auf den tiefsten Stand seit Februar.

Ausschreitungen bei Massenprotesten gegen Sparpläne Athens. Bei Protesten von mehr als 25.000 Menschen gegen die Sparmaßnahmen der griechischen Regierung ist es in Saloniki am Samstag zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Die Polizei setzte Tränengas gegen Demonstranten ein, die mit Leuchtpistolen, Steinen und Stöcken bewaffnet waren. Laut Polizei wurden mindestens zwei Demonstranten verletzt. Zwei Personen wurden verhaftet und fast 100 weitere festgenommen. Ministerpräsident Giorgos Papandreou erklärte, Athen werde trotz der Rezession seine ehrgeizigen Sparziele einhalten. 

Bau des Denkmals für Hitler-Attentäter Elser begonnen. In Berlin haben die Bauarbeiten für ein Georg-Elser-Denkmal begonnen. Die symbolische Grundsteinlegung erfolgt am Donnerstag an der Ecke Wilhelmstraße/An der Kolonnade - in der Nähe der ehemaligen Machtzentrale der Nazis, wie eine Sprecherin der Kulturverwaltung gestern mitteilte. Entworfen wurde das Denkmal vom Berliner Künstler Ulrich Klages. Errichtet wird eine mehr als 17 Meter hohe filigrane Stahlskulptur mit der Silhouette von Elsers Gesicht. Der schwäbische Schreiner Elser verübte am 8. November 1939 einen Sprengstoffanschlag im Münchner Bürgerbräukeller. Das Attentat galt Hitler, der jedoch wenige Minuten vor der Detonation den Saal verlassen hatte.

World Trade Center
Manhattans neues Gesicht
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SPD-Ruf nach Bildungs-Soli. In der SPD wird der Ruf nach einem Aufschlag zum kürzlich vorgeschlagenen Spitzensteuersatz von 49 Prozent laut. «Wir fordern einen dreiprozentigen Steuerzuschlag für Höchstverdiener. Alles, was über 125.000 Euro im Jahr hinausgeht, soll mit 52 Prozent besteuert werden», sagte der Juso-Vorsitzende Vogt der Welt am Sonntag. Dies erbringe zwei Milliarden Euro mehr, die in Bildung investiert werden sollten. Für einen Bildungs-Soli in Form eines dreiprozentigen Aufschlags sprach sich auch der hessische SPD-Generalsekretär Roth aus. Dies solle für Einkommen ab 500.000 Euro jährlich gelten.

Goldener Löwe für Sokurows «Faust». Der Film «Faust» des russischen Regisseurs Alexander Sokurow ist bei den Filmfestspielen in Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet worden. Als bester Schauspieler wurde gestern Abend der Deutsch-Ire Michael Fassbender geehrt, der in Steve McQueens Shame einen sexsüchtigen Mann spielt. Der Preis für die beste Schauspielerin ging an Deanie Yip, die in A Simple Life der Regisseurin Ann Hui aus Hongkong ein alterndes Dienstmädchen spielt. Mit dem Silbernen Löwen wurde Shangjun Cais Film People Mountain People Sea ausgezeichnet. Faust galt bei den Kritikern als einer der Favoriten für den Goldenen Löwen.

Rocker-Chef gibt gefährlichen Angriff seiner Hunde zu. Der Präsident der hannoverschen «Hells Angels», Hanebuth, hat die Verantwortung für eine gefährliche Beißattacke seiner Hunde übernommen. Über den Angriff der zwei Schäferhunde, bei dem fünf Menschen zum Teil schwer verletzt worden waren, sei er «entsetzt und schockiert», sagte Hanbuth der Neuen Presse. Er übernehme mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln «Verantwortung für den Vorfall». Die Polizei hatte die wütenden Tiere am Donnerstag in Bissendorf bei Hannover nahe Hanebuths Grundstück erschossen. Sie ermittelt gegen den Rocker-Chef wegen gefährlicher Körperverletzung.

Jermaine Jackson enthüllt Fluchtplan seines Bruders Michael. Für den Fall einer Verurteilung von Michael Jackson wegen Kindesmissbrauchs hatte die Familie 2005 heimlich eine Flucht des «King of Pop» vorbereitet. Das enthüllte Jacksons Bruder Jermaine gestern in dem Magazin der Londoner Zeitung The Times. Ein von einem Freund finanzierter Privatjet habe bereit gestanden, um Jackson nach Bahrain zu fliegen. Der Golfstaat hat kein Auslieferungsabkommen mit den USA. Sein Bruder habe nichts von dem Fluchtplan gewusst, sagte Jermaine Jackson. Er hätte aber sicher keine Sekunde gezögert, zu fliehen. Jackson wurde freigesprochen, er starb am 25. Juni 2009.

Unbeständiges Wetter zu Wochenbeginn. Die kommende Woche startet mit unbeständigem Wetter. Es kommt immer wieder zu Regenfällen, zum Teil auch noch zu Gewittern, und die Höchsttemperaturen pendeln sich auf Werte um 20 Grad ein. Heute scheint im Osten und Südosten anfangs noch die Sonne. Sonst ist es wechselnd bewölkt mit Schauern und Gewittern. Mit den Gewittern sind Starkregen, Hagel und Sturmböen möglich. Die Höchsttemperaturen erreichen im Osten und Süden Werte bis 29 Grad, im Westen und Norden 20 bis 25 Grad.

US-Militärgericht bestätigt Haftstrafe gegen Guantánamo-Häftling. Ein US-Militärgericht hat die lebenslange Haftstrafe gegen einen auf Guantánamo festgehaltenen Gefangenen aus dem Jemen bestätigt, der als Medienexperte für Osama bin Laden gearbeitet hatte. Ali Hamsa al Bahlul war im November 2008 unter anderem wegen Unterstützung des Terrorismus und Anstiftung zum Mord schuldig gesprochen worden. Er machte daraufhin geltend, er sei nicht wegen Kriegsverbrechen angeklagt gewesen, die von einer Militärkommission verfolgt werden können. Außerdem argumentierte er, die Strafe sei zu hart ausgefallen. Das Gericht wies alle seine Einwände am Freitag ab. Es war erst das zweite Mal, dass es ein Urteil überprüft hatte. 

cvd/news.de/dapd

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