US-Medien Al-Qaida-Vize in Pakistan getötet

al-Qaida-Vize getötet (Foto)
Eine MQ-1 Predator-Drohne der US-Airforce mit Luft-Boden-Raketen: Eine dieses Typs soll den al-Qaida-Vize in Pakistan getötet haben. Bild: dapd

Herber Schlag für al-Qaida: US-Medien zufolge ist wenige Monate nach dem Tod Bin Ladens auch der Vize des Terrornetzes, der Libyer Atiyah Abd al-Rahman, nicht mehr am Leben. Er soll bei einem Angriff mit einer Drohne getötet worden sein.

Die angebliche Nummer zwei ist nach US-Medienberichten in Pakistan bei einem Drohnenangriff getötet worden. al-Rahman sei bereits am 22. August in dem pakistanischen Stammesgebiet Waziristan an der Grenze zu Afghanistan ums Leben gekommen, meldeten der US-Sender FoxNews und die New York Times unter Berufung auf US-Regierungsquellen. Von dort hieß es, al Qaida sei damit ein empfindlicher Schlag versetzt worden.

Der Libyer sei im vergangenen Jahr als Top-Planer auf die Vize-Position des Terrornetzes von Osama bin Laden gerückt, schreibt die New York Times weiter. In den Monaten vor dem Tod Bin Ladens hätten beide in engem Kontakt gestanden, hieß es aus US-Geheimdienstquellen. Das habe die Auswertung tausender Dateien ergeben, die bei der Kommandoaktion gegen den Terrorchef am 2. Mai im pakistanischen Abbottabat gefunden worden seien. Bin Laden habe sich auch auf Al-Rahman verlassen, um Botschaften an andere Führer des Terrornetzes zu übermitteln.

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Der Libyer habe zum absoluten inneren Zirkel al Qaidas gezählt, sagte ein US-Beamter. «Seine Kombination aus Hintergrund, Erfahrung und Fähigkeiten waren einzigartig bei al Qaida. Er wird ohne Frage nicht leicht zu ersetzen sein.» Al-Rahman galt als Nummer zwei nach Aiman al-Sawahiri, der nach dem Tod Bin Ladens al Qaida-Chef wurde.

Über Einzelheiten des tödlichen Angriffs wurde zunächst wenig bekannt. Seit der Tötung Bin Ladens habe es aber ständig Attacken mit den unbemannten Flugrobotern auf Verstecke in der unwegsamen Bergregion gegeben.

Al-Rahman soll schon einmal gestorben sein

Die pakistanischen Sicherheitsbehörden bestätigen den Tod al Rahmans hingegen nicht. Regierung und Sicherheitskräfte in Pakistan äußern sich gewöhnlich nicht zu Berichten über Opfer von US-Drohnenangriffen. Offiziell lehnt Islamabad die Luftschläge ab, duldet sie aber. 

Al-Rahman hatte sich nach Angaben der US-Regierung bereits als Jugendlicher Bin Laden angeschlossen. Sein Alter wird auf Ende 30 geschätzt. Al-Rahman galt als Sprengstoffexperte. Der gebürtige Libyer war von Osama bin Laden zum Iran-Beauftragten bestimmt worden und sollte neue Terroristen rekrutieren. Er soll sich zusammen mit Bin Laden im Herbst 2001 in das schwer zugängliche afghanisch-pakistanische Grenzgebiet zurückgezogen haben.

Aus pakistanischen Geheimdienstkreisen hatte es bereits im Oktober 2010 geheißen, al-Rahman sei bei einem US-Drohnenangriff in Pakistan ums Leben gekommen. Zwei Raketen hätten ein Fahrzeug getroffen, mit dem er im Gebiet Khushali unterwegs gewesen sei.

cvd/news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • zombie1969
  • Kommentar 1
  • 28.08.2011 11:59

Drohnen sind momentan offenbar das beste Mittel um Terroristen zu bekämpfen und unter psychologischem Druck zu halten. Die Einsätze sind somit auszubauen. Die Opfer unter Zivilisten ergeben sich nur darum weil Terroristen sich gerne feige hinter Zivilisten verstecken.

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