Der Samstag in Kürze News am Morgen

Luftballons in Frankreichfarben begrüßen DSK in der Freiheit, Frank-Walter Steinmeier denkt über Neuwahlen nach und Marokko ändert seine Verfassung. Derweil kämft Bolivien für seine Tradition des Koka-Kauens. Dies und mehr im Nachrichtenüberblick.

Die Marokkaner beschließen eine Verfassungsänderung. (Foto)
Die Marokkaner beschließen eine Verfassungsänderung. Bild: dpa

Donnerschlag in New York: Dominique Strauss-Kahn ist frei. Mit Luftballons in den französischen Nationalfarben ist der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn am Freitag nach seiner überraschenden Entlastung vor Gericht an seinem vorübergehenden Wohnort in New York bedacht worden. Die Augen der Öffentlichkeit richten sich jetzt auf die Wahlen in Frankreich, die der Justiz auf sein angebliches Opfer. Die Frau, die ihn der versuchten Vergewaltigung und des erzwungenen Oralsex beschuldigt hat, soll selbst in kriminelle Machenschaften verwickelt sein. Der frühere IWF-Direktor war am Freitag knapp sieben Wochen nach seiner spektakulären Verhaftung aus seinem scharfen Hausarrest entlassen worden. Selbst die Staatsanwaltschaft hat erhebliche Zweifel an der Aussage der Frau.

SPD: Steinmeier schließt vorzeitige Neuwahlen nicht mehr aus.
Er habe bisher immer geglaubt, Union und FDP würden als «eine Art Notgemeinschaft» bis 2013 durchhalten, sagte der SPD-Fraktionschef der Saarbrücker Zeitung. Inzwischen habe er aber auch daran Zweifel. Bei der Abstimmung über den Europäischen Stabilitätsmechanismus im Herbst müsse die Kanzlermehrheit stehen «oder es ist das Ende der Koalition», betonte Steinmeier. Auf die Frage, ob die SPD ihren Kanzlerkandidaten jetzt früher als bisher geplant benennen müsse, meinte er: «Wenn die Regierung sich eingesteht, dass sie am Ende ist, dann werden wir vorbereitet sein. Und zwar auch personell.»

Strauss-Kahn-Affäre: Sturz eines Mächtigen

Marokko: 98,49 Prozent stimmen für Verfassungsreform. Die Wahlbeteiligung lag offiziellen Angaben zufolge bei 72,6 Prozent. Die Reformen sehen vor, die Befugnisse von Ministerpräsident, Parlament und Justiz zu erweitern, räumen dem Monarchen aber weiterhin eine zentrale Rolle im politischen System ein. Nachdem vor wenigen Monaten hunderttausende Marokkaner mit der Forderung nach mehr Demokratie auf die Straße gegangen waren, werteten Beobachter die hohe Wahlbeteiligung bei dem Referendum als Zeichen des Vertrauens in die Reformbereitschaft des Königs. Aktivisten der regierungskritischen Bewegung 20. Februar äußerten sich hingegen skeptisch. Bis zum frühen Nachmittag habe sie nur wenige Menschen in den Wahllokalen gesehen, sagte die Aktivistin Elaabadila Chbihna. «Jetzt sind wir eine Bananen-Monarchie.»

Schwarzenegger: Shriver reicht die Scheidung ein. Die 55-Jährige habe in Los Angeles die Trennung offiziell beantragt, berichten die Los Angeles Times und das People-Magazin übereinstimmend. Damit scheint die Ehe nach 25 Jahren und vier Kindern, aber auch einer langen außerehelichen Affäre, endgültig beendet. Shriver gab in den Formularen «unüberbrückbare Gegensätze» als Grund an. Für die beiden jüngsten Kinder wolle sie ein gemeinsames Sorgerecht.

EHEC: Massentest in Paderborn. Während die EHEC-Welle weiter abflaut, ist im Kreis Paderborn der Kampf gegen den Durchfallerreger noch voll im Gange. Nach den Erkrankungen an einer Grundschule in Altenbeken sollen in den nächsten Tagen alle 800 Kunden eines Caterers auf den Erreger untersucht werden. Unterdessen stellte sich heraus, dass ägyptischer Bockshornkleesamen auch an den gesperrten Sprossen-Hof im niedersächsischen Bienenbüttel geliefert worden ist. Derweil wollen Tierärzte nun versuchen, die Anzahl der Keime in den Därmen von Wiederkäuern zu reduzieren - dem natürlichen Reservoir von EHEC.

Schwarzenegger: Trennung nach 25 Jahren

Noch eine Hochzeit: Kate Moss und Jamie Hince. Das Topmodel und der Rockmusiker haben sich am späten Nachmittag in der Dorfkirche von Southrop in der Region Cotswolds, westlich von London, das Jawort gegeben. Bilder zeigten das posierende Paar nach der 45-minütigen Zeremonie vor der Kirche. Das Model trug laut Online-Bericht der Zeitung Daily Mail ein cremefarbenes Kleid des Designers John Galliano und der Gitarrist der Band The Kills einen Anzug des italienischen Yves-Saint-Laurent-Designers Stefano Pilati.

Saarland: 81-Jähriger erschießt offenbar nach Streit zwei Menschen. Der Mann hat selbst angegeben, am Abend in Völklingen eine Frau und einen Mann erschossen zu haben. Eine Nachbarin hatte Schüsse gehört und die Polizei verständigt. Beim Eintreffen der Beamten gab der 81-jährige Hausbesitzer sofort zu, dass er die Mieterin der ersten Etage und deren Partner erschossen habe. In der Wohnung der 49-jährigen Frau fanden die Polizisten die beiden Leichen. Der Tat soll ein Streit vorausgegangen sein.

Koka: Bolivien tritt aus der UN-Drogenkonvention aus. Das Andenland will damit die Tradition des Koka-Kauens wahren. Die Kündigung des Vertrags sei zum 1. Juli am New Yorker UN-Sitz eingereicht worden, bestätigte das Außenministerium in La Paz. Nach sechs Monaten wird der Austritt am 1. Januar 2012 gültig. Unmittelbar danach will Bolivien der UN-Konvention wieder beitreten, aber unter Vorbehalt des Artikels 49, der das Kauen von Kokablättern verbietet. Damit will die Regierung klarstellen, dass sie sich weiter im Kampf gegen den internationalen Drogenhandel engagiert, doch das im Land verbreitete Koka-Kauen nicht verpönen wird. In den Anden sind die Koka-Blätter seit Jahrhunderten ein Genussmittel und gelten unter anderem als hilfreich gegen die Höhenkrankheit.

cvd/news.de/dpa/dapd

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