Libyen-Krise Gaddafi droht Europa mit Anschlägen

Wirre Drohungen von Oberst Gaddafi (Foto)
Verwirrte Äußerungen oder ernstgemeinte Drohung? Gaddafi droht Europa mit Krieg. Bild: dpa

Von Adam Schreck
In einer wirren Rede hat der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi die europäischen Staatschefs bedroht. Das großartige libysche Volk werde den Nato-Staaten eine «Katastrophe» bescheren.

Der libysche Machthaber Muammar al Gaddafi hat mit Anschlägen auf Europa gedroht, sollte die Nato ihre Luftangriffe gegen sein Regime fortsetzen. Wenn die Angriffe nicht eingestellt würden, «können wir beschließen, euch ähnlich zu behandeln», erklärte Gaddafi in einer am Freitag vor tausenden Anhängern in der libyschen Hauptstadt Tripolis veröffentlichten Audiobotschaft. «Wenn wir uns dazu entschließen, sind wir dazu in der Lage, nach Europa wie Heuschrecken, wie Bienen zu ziehen. Wir raten euch, euch zurückzuziehen, ehe euch ein Desaster zuteil wird», sagte Gaddafi.

«Diese Menschen (die Libyer) sind dazu in der Lage, diesen Kampf eines Tages nach Europa zu bringen, um auf eure Häuser, Büros, Familien abzuzielen, die zu legitimen militärischen Zielen würden, wie ihr auf unsere Häuser abgezielt habt», sagte Gaddafi.

Libyen
Der Kampf gegen Gaddafi

Die Audiobotschaft des libyschen Machthabers wurde bei einer der größten Kundgebungen von Regierungsanhängern seit Wochen übertragen. Gaddafi wandte sich von einem unbekannten Ort an seine Anhänger auf dem Grünen Platz in Tripolis. Die Tatsache, dass er sich nicht persönlich zeigte, dürfte ein Zeichen für Sorgen um die Sicherheit Gaddafis sein.

USA nehmen Drohungen ernst

In seiner Rede denunzierte Gaddafi die libyschen Rebellen als Verräter und machte sie für die Probleme Libyens verantwortlich. Libyer, die in das Nachbarland Tunesien geflohen seien, arbeiteten jetzt als «Dienstmädchen für die Tunesier», sagte er. Gaddafi forderte seine Anhänger auf, «auf die westlichen Berge zu marschieren», um in der Gegend Waffen zu beseitigen, die von der französischen Regierung vor wenigen Tagen an die Rebellen geliefert wurden.

In Washington erklärte der Sprecher des Außenministeriums, Mark Toner, die USA würden die Drohungen ernst nehmen. Gaddafi sei sicher jemand, der diese Drohungen umsetzen könne, zitierte ihn der Nachrichtensender CNN. Das mache ihn so gefährlich. Allerdings neige der libysche Machthaber auch zu rhetorischen Übertreibungen.

Die Nato fliegt seit März Luftangriffe gegen die libyschen Regierungstruppen. Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag hat inzwischen Haftbefehl gegen Gaddafi, seinen Sohn Seif al Islam und den libyschen Geheimdienstchef Abdullah al Sanussi erlassen.

Berlusconi und Sarkozy sind «arme Freunde», Obama «mein Sohn»

Den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und den französischen Präsidenten Nicholas Sarkozy bezeichnete Gaddafi in seiner teils wirren Rede jeweils als «mein armer Freund». US-Präsident Barack Obama nannte er «meinen Sohn». «Oh Welt, höre die Stimme des freien Volkes», rief Gaddafi. Er sagte: «Dies ist ein historischer Tag.» 

Die Nato setzte nach einem BBC-Bericht ihre Angriffe auf die libysche Hauptstadt Tripolis fort. Am Freitagabend sei eine Serie von Explosionen zu hören gewesen. Es sei Rauch aufgestiegen. Über Schäden wurde nichts bekannt.

Wie die Militärallianz am Freitagabend auf ihrer Internetseite mitteilte, erhöhte sie in den vergangenen Tagen mit Angriffen auf Ziele in Westlibyen weiter den Druck auf das Regime. Seit dem 27. Juni seien mehr als 50 militärische Ziele in dieser Region zerstört worden, hieß es in der Mitteilung.

Gaddafi-Sohn wehrt sich gegen Vorwürfe

Gaddafis Sohn Seif al Islam wies in einem am Freitag veröffentlichten Interview des russischen Nachrichtensenders RT Vorwürfe zurück, wonach er und sein Vater die Tötung von Zivilpersonen angeordnet haben sollen. Demonstranten seien ums Leben gekommen, als sie versucht hätten, Militäranlagen zu stürmen und Wachen unter einer geltenden Anordnung, sich zu verteidigen, auf sie geschossen hätten, sagte der Gaddafi-Sohn.

Der IStGH beschuldigt Muammar al Gaddafi, dessen Sohn Seif sowie den Geheimdienstchef, die Tötung, Verletzung, Festnahme und Inhaftierung Hunderter Zivilpersonen während der ersten zwölf Tage eines Aufstands gegen den libyschen Machthaber organisiert zu haben. Anschließend hätten sie versucht, ihre Verbrechen zu vertuschen.

In dem Interview kritisierte Seif al Islam Gaddafi den IStGH scharf und erklärte, das Gericht werde von den Nato-Ländern kontrolliert, die jetzt Libyen bombardierten. «Dieses Gericht ist ein Micky-Maus-Gericht», sagte der Gaddafi-Sohn.

Seif al Islam Gaddafi beschuldigte westliche Nationen, sich in Libyen einzumischen, weil sie hinter dem Öl und anderen Ressourcen des Landes her seien. Ihr Ziel sei es, «Libyen zu kontrollieren». Der Kampf werde weitergehen, sagte der Gaddafi-Sohn. «einer wird aufgeben. Keiner wird die weiße Flagge hissen», sagte er. «Wir wollen Frieden, aber wenn Sie kämpfen wollen, wir sind keine Feiglinge. Wir werden kämpfen.»

cvd/news.de/dapd

Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • Marco Wegener
  • Kommentar 4
  • 03.07.2011 20:31

Na ja, nach dem sich so langsam herumspricht, daß Osama nach seiner plastischen Gesichtsoperation zu Obama wurde und jetzt USA "regiert", braucht man einen anderen dem man die selbstinszenierten terroristischen Anschläge der CIA, MOSSAD und Gladio in die Schuhe schieben kann....Des weiteren solltet Ihr Euch entscheiden, ob die Nato Gaddafi mit ihren "unzähligen Angriffen" im Griff hat oder ob Gaddafi noch Zeit und Möglichkeiten hat irgend welche Anschläge zu verüben...Es ist zwar nicht leicht zu lügen, aber wenn jemand den Müll glauben soll, dann müßt Ihr Euch schon etwas anstrengen.

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  • oliver
  • Kommentar 3
  • 02.07.2011 20:35

Ich habe einen Film von Nostradamus und er sagt einen Krieg mit den Muselmännern voraus... Ich wäre daüfr endlich mehr für die Freiheit etwas zu tun.

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  • Hediether
  • Kommentar 2
  • 02.07.2011 10:56

Es wird Zeit,das Gaddafie und andere, den SACKOZIE; MERKEL UND Co, so wie den Rest der kranken EUropäischen Welt eine auf die Kosche hat. Welche Zukunft hat unsere Jugen? Doch nur freiwillig in den Krieg der USA zu ziehen.Da spielte s keine Rolle ob die Jungens und Mädels in deutschland unter den Trümmern ihres Hauses oder in der ´Libyschen Wüste ihre Knochen verrotten.

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