Al-Qaida-Führer Al-Sawahiri ist der neue Bin Laden

Bin Laden-Nachfolger (Foto)
Al Sawahri wird Nachfolger von Osama bin Laden. Bild: dpa

Nach dem Tod Osama Bin Ladens hat al-Qaida eine neue Nummer eins: Der Ägypter Eiman Al-Sawahiri soll ab sofort die Geschicke des Terrornetzwerks führen und den «Heiligen Krieg» fortsetzen. Die USA haben unterdessen ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt.

Al-Qaida hat einen neuen Anführer: Nach dem Tod von Osama Bin Laden ist jetzt der Ägypter Eiman al-Sawahiri die Nummer eins des Terrornetzwerks. Das geht aus einer Botschaft hervor, die auf einer einschlägigen Islamisten-Website im Internet veröffentlicht wurde. Darin heißt es, das «Generalkommando» von al-Qaida habe nach ausführlichen Debatten beschlossen, dass Al-Sawahiri der Nachfolger Bin Ladens werden solle.

Die Terroristen nahmen die Ernennung Al-Sawahiris zum neuen «Emir» zum Anlass, um ihre Position zu verschiedenen grundlegenden Fragen darzustellen. In der Botschaft heißt es unter anderem: «Wir bereiten uns vor für den Heiligen Krieg gegen die ungläubigen Invasoren und an ihrer Spitze die Kreuzfahrer aus den USA und ihr Mündel Israel sowie gegen jeden Herrscher, der sie unterstützt.»

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Außerdem erklärten die Terroristen: «Wir loben die arabischen Revolutionen in Ägypten, Tunesien, Libyen, im Jemen, in Syrien und in Marokko, und wir ermutigen auch die anderen muslimischen Völker, ihre korrupten Regime zu stürzen.»

Seine Frau wurde bei einem US-Angriff getötet

Der neue Al-Qaida-Chef, der am Sonntag 60 Jahre alt wird, hält sich seit fast zehn Jahren im Untergrund auf und wird in der Nähe des pakistanisch-afghanischen Grenzgebietes vermutet. Auf ihn ist ein Kopfgeld in Höhe von 25 Millionen Dollar ausgesetzt. Zum Auswahlprozess für die Nachfolge Bin Ladens machte die al-Qaida keine genauen Angaben. Die Terrororganisation erklärte lediglich, die Auswahl sei das beste Tribut an das Andenken ihrer Märtyrer.

Der neue Bin Laden
Al-Qaida hat einen neuen Führer
Video: eia/news.de/dapd

Al-Sawahiri wurde in Ägypten als Sohn einer Familie der oberen Mittelklasse geboren. Sein Vater war Professor für Pharmakologie an der Universität von Kairo, sein Großvater war Imam. Al-Sawahri gründete im Alter von 15 Jahren eine Untergrundzelle aus Schülern, die sich der ägyptischen Regierung widersetzte. Seine militanten Aktivitäten setzte er fort, während er sich zum Arzt ausbilden ließ. Später schloss er die von ihm gegründete Zelle mit anderen militanten Kämpfern zur Gruppe Ägyptischer Islamischer Dschihad zusammen.

Drei Jahre verbrachte Al-Sawahri in einem ägyptischen Gefängnis, bis er 1984 nach Afghanistan zurückkehrte, um gegen die Sowjets zu kämpfen. Berichten zufolge lernten sich Al-Sawahiri und sein Vorgänger Bin Laden dort in den späten 1980er Jahren kennen. Nach seinem Treffen mit Bin Laden folgte Al-Sawahri diesem zuerst in den Sudan und anschließend zurück nach Afghanistan, das unter dem radikalen Taliban-Regime ein sicherer Rückzugsort für sie war.

Über die Jahre entwickelte Al-Sawahri einen tiefen Hass auf die USA. Seine Frau und mindestens zwei der gemeinsamen sechs Kinder wurden bei einem US-Luftangriff getötet, nachdem die USA als Folge der Anschläge vom 11. September 2001 ihre Mission in Afghanistan begonnen hatten.

Tiefer Hass auf die USA

«Die Amerikaner und Juden zu jagen, ist keine unmögliche Aufgabe», hieß es in einer Al-Qaida-Abhandlung, in der Al-Sawahri 2001 die Langzeitstrategie für die Dschihad-Bewegung festhielt. «Sie zu töten ist nicht unmöglich, ob durch eine Kugel, einen Messerstich, eine Bombe oder einen Schlag mit einer Eisenstange», schrieb er.

Dem US-Geheimdienst CIA gelang es zweimal beinahe, Al-Sawahiri in Pakistan festzunehmen oder zu töten. Beide Male - in den Jahren 2003 und 2004 - konnte er aber knapp entkommen.

Experten vermuten, dass die al-Qaida unter Al-Sawahiris Führung rasch größere Anschlägen planen könnte. «Er war von Anfang an ein sicherer Führer. Aber er hat nicht den Ikonen-Status oder die Persönlichkeit wie Bin Laden», sagte der Stockholmer Terroranalyst Magnus Ranstorp. «Er wird sich darauf konzentrieren, den Westen im großen Stil anzugreifen. Um (den Tod Bin Ladens) zu rächen, aber auch um sich selbst noch erfolgreicher und relevanter zu machen.»

eia/beu/news.de/dpa/dapd

Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • Horst Müller
  • Kommentar 4
  • 16.06.2011 19:29

Die Mitglieder der CIA werden auch immer älter. Scheinen Probleme mit dem Nachwuchs zu haben

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  • dede
  • Kommentar 3
  • 16.06.2011 17:05

Zudem kommt das damit ständig Angst geschürt wird !!!!

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  • dede
  • Kommentar 2
  • 16.06.2011 17:02

Mich interessiert,da ich selbst noch keinen bin Laden gesehen habe und auch niemand in meinem Bekanntenkreis, der nun wirklich sehr groß ist, ob es diese bin Ladens in dieser Form wirklich gibt. Zumindest nicht in dieser Form wie sie publik gemacht wird. Wir sollten nicht vergessen, das eine riesige Kriegsmaschinerie darin ihre Rechtfertigung sieht. Wirtschaftliche Interessen waren schon immer ein böser Kriegsberater, siehe das arabische Öl und die Amis. Da wird ein Feindbild aufgebaut !!! Die deutschen Politiker sind auch noch bereit Kriege zu führen entgegen dem NIE WIEDER KRIEG des Gg

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