Kriegspflicht Deutschland ist keine Weltpolizei

Wo fängt das Recht an, wo hört die Pflicht auf? Deutschland zog in den Afghanistan-Krieg, lehnte einen militärischen Einsatz in Libyen jedoch ab. Differenziertes Vorgehen in der Kriegsfrage ist richtig. Aber es sollte in Zukunft von wichtigen Faktoren abhängig sein.

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News.de-Redakteur Björn Menzel Bild: news.de

Die Veteranen waren fast ausgestorben, die verkrüppelten deutschen Soldaten auch. Einarmige und einbeinige Männer, die den Zweiten Weltkrieg überlebt hatten, gehörten um die Jahrtausendwende nicht mehr zum Straßenbild. Das ändert sich gerade wieder. Verwundete, verstümmelte und psychisch kranke Soldaten kehren immer öfter aus dem Afghanistan-Einsatz zurück. Es bildet sich sogar wieder eine Lobby für Soldaten. An der «Verehrung unserer Helden» und dem Aufbau einer «Heimatfront» wird in Teilen der Medien und Politik gearbeitet.

Unser Land ist im Krieg. Die Verantwortlichen versuchen das seit Jahren zu begründen und den noch immer kriegsscheuen Deutschen schmackhaft zu machen. Die Debatten sind vielfältig, die Argumente alle längst auf dem Tisch. Auch rechtlich spricht nichts gegen einen Einsatz am Hindukusch. Ethisch können Bündnisverpflichtugen als Nato-Partner als Grund herhalten. Und ein Gewissen haben die Deutschen ja auch - warum also nicht denen helfen, denen es schlechter geht als uns? Wirtschaftliche Interessen gibt es zur Genüge, schließlich ist es auch die deutsche Kriegs- und Wiederaufbauindustrie, die sehr gut mit verdient.

Bundeswehr: Gefährlicher Einsatz in Kunduz

Dennoch gibt es weder ein Gesetz noch eine Rechtfertigung, dass sich die Bundeswehr an einem Krieg beteiligt. Drei Dinge sollten vor einer Entscheidung für einen militärischen Auslandseinsatz geklärt sein. Erstens darf die Abstimmung nicht von innenpolitischen Einflüssen überlagert sein. Solange das der Fall ist, ist jede Diskussion über einen Auslandseinsatz beschämend. Zweitens muss ein klares und erreichbares Ziel definiert sein und damit der Grund für ein Eingreifen felsenfest stehen. Und drittens müssen alle Mittel der sogenannten zivilen Kriegsführung und Diplomatie ausgeschöpft werden - und zwar bevor ein militärischer Einsatz beginnt.

Lesen Sie hier den Hintergrundtext zum Thema Kriegspflicht.

Libyen : Der Kampf gegen Gaddafi

mik/news.de

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Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Kriegeunter Falscherflagge
  • Kommentar 3
  • 25.07.2011 00:32

Unser Land ist derartig verkommen und ruiniert, dass es sich um sich selbst und nicht um andere kümmern sollte. Sie haben aus beiden deutschen Diktauteren und dem II. WK absolut nichts glernt. Wer nicht hören will, wird fühlen müssen. Es trifft leider dann nicht die Verantwortlichen, sondern die Unschuldigen und jene, die unsere jetzige Aggressionskriegs-Politik "unter falscher Flagge" (darunter googeln) mit Entschiedenheit verurteilen.

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  • Brasilianer
  • Kommentar 2
  • 25.06.2011 18:49

Schon der Begriff Kriegspflicht ist dekadent - es gibt nur ein Recht u.eine Pflicht sein Heimatland zu verteidigen Einsätze wie Afghanistan,oder evtl Lybien sind Völkerrechtswidrig u.Verbrechen. Wenn die Welt nationale Konflikte bereinigen will mus die UNO reformiert werden intern.UNO -Truppe die nur dem Sicherheitsrat untersteht Soldaten sind nicht Angehörige nationale Armeen .Die UNO Staaten finanzieren diese UNO Armee. Nur der intern. Sicherheitsrat darf Einsatz genehm. Es gibt in diesem Rat kein Vetorecht nur Abstimm. USA darf nicht mehr dominnieren mehr Einfluss durch Brasilien Russland

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  • Klaus08081950
  • Kommentar 1
  • 09.06.2011 14:08

Die Amerikaner habens in Vietnam nicht geschafft (Domino Theorie)die Russen in Afganistan auch nicht,warum sollen das Deutsche schaffen,außer vielen Toten Söhnen kommt da nichts raus.Politiker sind halt nicht Lernfähig wenn`s um wirtschaftliche Interessen geht

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