Pakistan Kritik an US-Einsatz gegen Bin Laden

Pakistans Parlament will seine militärische Zusammenarbeit mit den USA auf den Prüfstand stellen. Schuld daran ist die Aktion in Abbottabad. Zudem droht das Land, den Nato-Nachschub für Afghanistan zu blockieren.

Pakistan kritisiert USA (Foto)
Während das Parlament diplomatische Kritik übt, terrorisiert al-Qaida weiter Pakistan. Bild: dpa

Die US-Militäroperation gegen al-Qaida-Chef Osama Bin Laden in Abbottabad hat das pakistanische Parlament als Bruch der Souveränität des Landes verurteilt. Laut pakistanischen Medien hätten die Abgeordneten empfohlen, dass eine unabhängige Kommission die Versäumnisse der eigenen Sicherheitskräfte in diesem Fall überprüft. Abgeordnete beider Parlamentskammern nahmen die Resolution einstimmig an.

Zugleich ist die Entscheidung getroffen worden, die Zusammenarbeit mit den USA auf militärischem Gebiet zu überprüfen. Das berichtet die pakistanische Zeitung The Nation auf ihrer Internetseite.

Hinter verschlossenen Türen hatten die Abgeordneten hohe Vertreter der Streitkräfte und des Geheimdienstes befragt. Geheimdienstchef Generalleutnant Ahmed Shuja Pasha erklärte seine Bereitschaft zum Rücktritt. Das habe aber niemand verlangt. In seiner Aussage habe Pasha erklärt, man sei bei der Verfolgung Bin Ladens nicht nachlässig gewesen, sondern habe mit den USA zusammengearbeitet und geholfen, viele Verbündete des al-Qaida-Führers zu töten oder gefangen zu nehmen. Die Infrastruktur al Qaidas in Pakistan sei erheblich verringert worden, bin Laden sei «obwohl noch am Leben eine tote Person» gewesen, zitierte Informationsminister Firdous Ashiq Awan den Geheimdienstchef.

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Luftwaffenoffiziere hätten ausgesagt, US-Kampfflugzeuge seien während der Kommandoaktion am 2. Mai in der Luft gewesen, um gegebenenfalls pakistanische Kampfflugzeuge anzugreifen, sollten diese gegen die Hubschrauber der Kommandoeinheit vorgehen. Die USA haben erklärt, zum Schutz der Seal-Einheit seien zusätzliche Hubschrauber im pakistanischen Luftraum gewesen.

Offen stellt sich Pakistan inzwischen gegen den Einsatz von US-Drohnen. Mit diesen werden Extremisten im Grenzgebiet zu Afghanistan angegriffen. Pakistan fordert, diese Aktionen sofort einzustellen. Andernfalls werde das Land den Nachschub für die Nato in Afghanistan unterbrechen.

Gestern war es in Nordwest-Pakistan zu zwei Selbstmordanschlägen gekommen. Dabei starben mehr als 80 Menschen.

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Video: news.de/dapd

cvd/krc/news.de/dpa

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • alfgarfield
  • Kommentar 1
  • 16.05.2011 18:54

Jetzt noch Strafverfolgung gegen die US-Piloten wegen Verstoßes gegen das Abkommen von Chicago. Ebenso gegen die amerikanischen Einsatzkräfte wegen terroristischer Betätigung mit Todesfolge in Pakistan und Haftbefehl gegen Obama und Führungskräfte wegen Auftragsmord, und die Welt ist wieder etwas gerechter. Die Deutschen hatten ihren Faschismus dank Verblendung durch die Medien und Verfolgung anders denkender. Das mit den Medien funktioniert schon wieder ganz böse...

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