Soldaten in Syrien
«Die feuern auf alles, was sich bewegt»

Die syrische Regierung geht immer brutaler gegen die Demonstranten vor. Tausende Soldaten rĂŒckten in drei Hochburgen des Widerstands vor. Laut Augenzeugenberichten feuerten ScharfschĂŒtzen wahllos auf Zivilisten. Die USA erwĂ€gen bereits Sanktionen.

Eine junge Syrerin auf einer Protestdemo: Das Regime in Damaskus geht immer hÀrter gegen die Opposition vor. Bild: dpa

Der syrische PrĂ€sident Baschar Assad hat sein ohnehin hartes Vorgehen gegen die Protestbewegung verschĂ€rft: Tausende Soldaten rĂŒckten am Montag nach Augenzeugenberichten unterstĂŒtzt von Panzern in drei Hochburgen des Widerstands ein. Mit Messern bewaffnete SicherheitskrĂ€fte durchsuchten HĂ€user, ScharfschĂŒtzen feuerten von DĂ€chern wahllos auf Zivilpersonen. Mindestens elf Menschen wurden in Daraa getötet und Dutzende festgenommen.

Angesichts des brutalen Vorgehens gegen die Opposition erwĂ€gt das Weiße Haus Sanktionen gegen die Regierung in Damaskus. Die US-Regierung prĂŒfe derzeit verschiedene Schritte, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Tommy Vietor. Bei den Vereinten Nationen dringen Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Portugal im Weltsicherheitsrat darauf, die Gewalt gegen friedliche Demonstranten scharf zu verurteilen. Über einen entsprechenden Entwurf solle am Dienstag beraten werden, sagte ein UN-Diplomat.

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Die Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen fĂŒr Menschenrechte, Navi Pillay, sagte in Genf, die syrische Regierung habe sich taub gegen internationale Aufrufe gestellt, «mit dem Töten ihres eigenen Volks aufzuhören». Sie forderte: «Das Töten muss sofort aufhören.»

Bereits mehr als 300 Menschen getötet

Seit Beginn der Demonstrationen vor fĂŒnf Wochen sind bereits mehr als 300 Menschen getötet worden. Die Protestwelle begann in der 300.000-Einwohner-Stadt Daraa nahe der jordanischen Grenze, nachdem dort Jugendliche wegen regimekritischer Graffiti verhaftet worden waren.

Das Vorgehen der SicherheitskrĂ€fte war bis ins Detail geplant: Strom, Wasser und Mobilfunk waren unterbrochen, ganze Viertel wurden abgeriegelt und Straßensperren errichtet. «Die haben ScharfschĂŒtzen, die feuern auf alles, was sich bewegt», berichtete ein Augenzeuge. Ein anderer zĂ€hlte elf Tote und berichtete, weitere 14 Menschen lĂ€gen offenbar tot oder schwer verletzt auf der Straße.

VIDEO: Assad lĂ€sst auf Demonstranten schießen
Video: news.de/dapd

«Wir brauchen eine internationale Intervention», rief ein Aktivist ins Telefon. «Wir brauchen LĂ€nder, die uns helfen!» Ein anderer berichtete, SicherheitskrĂ€fte und Soldaten hĂ€tten mit Hausdurchsuchungen Panik ausgelöst. «Sie gehen in die HĂ€user, sie haben Messer und Schusswaffen.» Der Menschenrechtler Rasan Seitunia in Damaskus sagte, die vielen Verhaftungen oft von MĂ€nnern mit ihrer ganzen Familie sollten offenbar die Protestierer einschĂŒchtern und dem ganzen Land eine Warnung sein.

Ein Ă€hnlich massives Vorgehen der SicherheitskrĂ€fte wurde aus zwei weiteren StĂ€dten gemeldet: dem Hauptstadt-Vorort Duma und der KĂŒstenstadt Dschableh. Augenzeugen berichteten, SicherheitskrĂ€fte hĂ€tten in Dschableh das Feuer eröffnet. «Dschableh ist von SicherheitskrĂ€ften umstellt», sagte einer am Telefon. «Die Toten sind in den Moscheen und HĂ€usern. Wir können sie nicht herausbringen.» Ein Einwohner in Duma sagte, die SicherheitskrĂ€fte seien seit Freitag massiv in Erscheinung getreten. «Aber ĂŒber Nacht haben sie Teile der Stadt voneinander abgeschnitten. Sie haben Kontrollposten errichtet, um die Viertel zu isolieren.»

cvd/news.de/dapd

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2 Kommentare
  • Lorin

    28.04.2011 09:58

    In der nĂ€he von Ankara gibt es ein Konzentrationslager.Es sind hilflose Menschen,die dahin entfĂŒhrt werden um fĂŒr reiche TĂŒrken zu sterben.Dort werden die Opfer am Strick gehĂ€ngt.Mit Schwerte werden die Menschen aufgeschlitzt.Auch Steinigung wird durchgefĂŒhrt.FĂŒr diese Opfer kommt jede Hilfe zu spĂ€t.Man sagt in der TĂŒrkei,daß diese Menschen in den Himmel kommen,weil sie fĂŒr andere TĂŒrken gestorben sind.

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  • Lorin

    27.04.2011 13:47

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