Gaddafis Rache Folgt ein neues Lockerbie?

Gaddafi (Foto)
Will Gaddafi Rache? Die Angst davor wächst in Großbritannien. Bild: dpa

In Großbritannien wächst die Furcht vor Gaddafi - der britische Justizminister Kenneth Clarke warnte vor einer möglichen Rache des libyschen Diktators in Form von Anschlägen. Er erinnerte an den Anschlag von Lockerbie.

Der britische Justizminister Kenneth Clarke hat vor einem Racheanschlag des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Stil des Lockerbie-Attentats gewarnt. Großbritannien habe ein starkes Interesse, Gaddafi nicht mehr an der Macht sehen zu wollen, sagte Clarke am Samstag in einem Interview mit der britischen Zeitung The Guardian. «Die Menschen in Großbritannien haben einen Grund, sich an den Fluch Gaddafis zu erinnern: Gaddafi zurück an der Macht - der alte Gaddafi, der Rache sucht. Wir haben großes Interesse daran, das zu verhindern.»

Bei dem Attentat auf einen Pan Am-Jumbo über der schottischen Stadt Lockerbie 1988 waren 270 Menschen ums Leben gekommen. Bis heute ist dafür nur der Libyer Abdel Bassit Ali Mohammed al-Megrahi verurteilt worden. Er war 2009 wegen einer Krebserkrankung aus der Haft in Schottland entlassen worden und durfte nach Libyen heimkehren.

Libyen
Der Kampf gegen Gaddafi

Clarke betonte in dem Interview jedoch, dass die UN-Resolution keine Regime-Änderung in Libyen decke. «Wir denken nicht im Traum daran, das Land zu besetzen. Zum Glück haben wir das in der Resolution ausgeschlossen. Es wäre Wahnsinn, ein anderes Land zu besetzen, während wir in Afghanistan sind.»

Großbritanniens Außenminister William Hague betonte derweil, dass er fest davon ausgehe, dass die Nato die Führung über sämtliche Militäroperationen in Libyen übernehmen werde - einschließlich der Luftangriffe auf Gaddafis Bodentruppen. «Ich habe jeden Grund, davon auszugehen, dass die gesamte Operation, inklusive des Schutzes von Zivilisten auf dem Boden durch unsere Luft- und Raketenangriffe, ebenfalls Teil der Nato-Führung sein wird», sagte Hague dem Sender BBC.

Rebellen auf dem Vormarsch

Das britische Verteidigungsministerium teilte mit, dass die Bedrohung durch Gaddafis Luftabwehr nun auf eine «vernachlässigbare Ebene» reduziert worden sei und die Luftpatrouillen der Alliierten sich auf seine Artillerie und Panzer konzentrieren könnten.

Am frühen Samstag konnten libysche Rebellen die Stadt Adschdabija im Osten des Landes zurückerobern. Ein Kämpfer, Said Sadawi, sagte, der östliche Zugang zur Stadt sei in der Nacht und der westliche am Morgen nach Luftangriffen auf Truppen Muammar al Gaddafis in die Hand der Rebellen gefallen. «Ganz Adschdabija ist frei», sagte Sadawi.

Bürger der westlich von Bengasi gelegenen Stadt fuhren mit Autos hupend und feiernd durch die Straßen. Adschdabija war mehr als eine Woche von Gaddafis Truppen belagert worden, die vor dem Eingreifen der internationalen Koalition am 19. März kurz davor standen, die auf dem Weg nach Bengasi gelegene Stadt endgültig unter ihre Kontrolle zu bringen.

sua/cvd/news.de/dpa

Leserkommentare (10) Jetzt Artikel kommentieren
  • Franzose
  • Kommentar 10
  • 28.03.2011 18:33
Antwort auf Kommentar 2

Wieso Verbrecherfamilie? - schon mal im Libyen der Neuzeit gewesen? Blühende Landschaften! Millionen von Ausländern die für das ach so gläubige Libysche Fußvolk fleißig arbeiten. Ein einfache Libyer hat mehr Geld im Monat zur Verfügung als in den Nachbarländern der einfache Mann so hat. Den geht es wahlich bestens, dank der sozialen Politik der Gadafis. Nur wenn es dem Esel zu gut geht, dann geht er aufs Eis tanzen. Im übrigen ist in der Verteidigung alles erlaubt. Auch Komandounternehmen auf franz. Kernkraftwerke! Kühlung für ein paar Stunden aus,und Frankreich hat keine Zeit mehr für Kriege.

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  • 0815
  • Kommentar 9
  • 28.03.2011 18:23
Antwort auf Kommentar 5

Es gibt da eine CD 'Wem gehört die Bundesrepublick'. Mag auch als Buch erschienen sein. Botschaft daraus, die Bundesrepublik gehört einer Hand voll Millardäre... Zudem haben wir hier eine Parteiendempkratie mit diversen Schwarzgeldkonten und Politikern als Vorstände oder in Aufsichträten. Jetzt sind Wahlen, damit ließen sich zumindestens all die aktuell gekauften Günstlinge in den regierenden Parteien abwählen. Eine Politik im Interesse der Mehrheit, zu ungunsten der Minderheit, wäre dann im Ansatz schon mal möglich.

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  • Iason
  • Kommentar 8
  • 28.03.2011 16:20

Kommentar 4 kann ich nur zustimmen, denn wenn die eigene Bevölkerung nicht den Umbruch schafft, wird die Demokratie nicht lange Bestand haben. Ich kann mir nicht vorstellen, daß dieses Volk unsere sogenannte Demokratie möchte. (Euro-Einführung, Atomkraftwerke, Stuttgart-21) Diese Demokratie erinnert vielmehr an eine Diktatur mit Unterstützung der Medien.

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