Rheinland-Pfalz «Die CDU ist zu dusselig»

Vogel (Foto)
Bernhard Vogel war der vorletzte CDU-Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz. Bild: dpa

Von news.de-Redakteur Björn Menzel, Berlin
Zum Unvermögen der CDU kommt jetzt noch die Atomwende. Seit 20 Jahren regiert die SPD bereits in Rheinland-Pfalz - es sieht nicht so aus, als ob sich daran etwas ändert. Trotzdem stellt sich CDU-Mann Bernhard Vogel im news.de-Gespräch hinter die Kanzlerin.

Ein Sumpf aus Untreue, Schlammschlachten und Spendenskandale: Das scheint die CDU in Rheinland-Pfalz zu sein. Seit 20 Jahren ist sie nicht mehr an der Regierung beteiligt. Profitieren konnte die SPD. 16 Jahre lang steht Kurt Beck bereits als Ministerpräsident an der Spitze des westlichen Bundeslandes. Dass die CDU so lange in die Tiefen der Opposition abtaucht, hätte selbst Bernhard Vogel nicht gedacht. Er war der vorletzte CDU-Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz.

«Ich bedauere sehr, dass es so lange dauert, bis der von der CDU durch eigene Dussligkeit herbeigeführte Verlust der Verantwortung wieder rückgängig gemacht wird», sagt Vogel im Gespräch mit news.de. Er habe, als er sich verabschiedete, gewusst, dass es einige Zeit brauchen würde. «Aber mit so einer langen Zeit, immerhin schon 20 Jahre, hätte ich nicht gerechnet.» CDU-Kandidaten sind seitdem bei Landtagswahlen angetreten, um zu verlieren.

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Nicht anders könnte es an diesem Wochenende Julia Klöckner ergehen. Sollte es dazu kommen, Bernhard Vogel sieht vor der Wahl trotzdem positive Zeichen in ihrer Kandidatur. Er begrüßt den Mut des Partei- und Fraktionsvorsitzenden Christian Baldauf, der selber auf eine Kandidatur verzichtet und Klöckner für diese Aufgabe empfohlen hatte. «Weil es in Deutschland ungewöhnlich ist, dass jemand jemand anderes für geeigneter hält, als sich selber», sagt Vogel. Vielleicht ist Baldauf auch einfach nur cleverer und will einer eigenen Niederlage entgehen?

Vogel sieht das nicht so. Für ihn ist Klöckner die richtige Persönlichkeit zum richtigen Zeitpunkt. Sie habe im ungewöhnlichen Maße die Zustimmung der Partei in Rheinland-Pfalz gefunden. «Und sie ist in den vergangenen Monaten ihrer schwierigen Aufgabe sehr gut gerecht geworden», sagt der CDU-Mann unserem Nachrichtenportal. Ob sie es deswegen an die Macht schaffen wird, weiß auch Vogel nicht und begründet dies noch mit einem anderen Faktor: «Es ist schon immer schwierig gewesen, eine Landtagswahl zu gewinnen, wenn die eigene Partei den Kanzler oder die Kanzlerin in Berlin stellt.»

Noch schwieriger wird es jedoch, wenn die Kanzlerin derart in der Kritik steht, wie momentan. Die 180-Grad-Drehung in der Kernkraftfrage macht die CDU-Politik laut Umfragen nicht unbedingt populärer. Trotzdem stellt sich Vogel hinter seine Parteichefin. Ihr Handeln wäre richtig gewesen. «Es musste gehandelt werden und Frau Merkel hat - wieder einmal - sofort gehandelt», sagt er. Es könne nie schaden, wenn man aus unvorhersehbaren Ereignissen rasch und entschlossen Schlüsse zieht.

Der mögliche Schaden wird am Sonntag, 18 Uhr, bei der ersten Prognose der Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zu betrachten sein.

jek/news.de

Leserkommentare (15) Jetzt Artikel kommentieren
  • fdpAD
  • Kommentar 15
  • 25.04.2011 21:39
Antwort auf Kommentar 9

Ragna ist Anfang und Ende. Keine "Hoffnung"auf Wulff,Rüttgers,Ahlhaus,Koch,Müller,von Beust,Mappus, aber für "Oster"welle,Niebel,Bambus Rösler,Homburger,Brüderle,alle die Gewinner der Wunsch-Koalisten! Und die csu ohne den "gegeelten Baron" Nicht-Doktor,aber einer von ihnen,so Seehofen,also alle Betrüger?!? Politik ist mit dem Motto der Wunschkoalition schwer verständlich:"Hoffnung auf Zukunft"? Sie sind doch gewählt und dürften "DURCHREGIEREN",warum tun sie es nicht bis auf das Sondergesetz für Hotels? Vielleicht wollen sie ja,aber können es nicht!? Fragen an ...?!?fdpAD?

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  • Longus
  • Kommentar 14
  • 29.03.2011 12:11
Antwort auf Kommentar 13

Du hast den bundespräsidenten vergessen...carsteNS.

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  • Alt Badener
  • Kommentar 13
  • 28.03.2011 16:03

Zu Kommentar 7 Wenn R meint die CDU hätte Politische Kultur dann hat er die Zeit verschlafen denn die CDU hatte nach 1945 zwei Ministerpräsidenten aus der Nazizeit. Aber bei der CDU muß man nur Katholisch sein und die Kultur stimmt.

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