EU EU beschließt offiziell neue Sanktionen gegen Gaddafi

Die neuen EU-Sanktionen gegen das Regime des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi treten noch in dieser Woche in Kraft. Der Rat der Europäischen Union schloss das schriftliche Beschlussverfahren ab, wie die ungarische Ratspräsidentschaft in Brüssel mitteilte.

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EU beschließt offiziell neue Sanktionen gegen Gaddafi Bild: dpa

Brüssel (dpa) - Die neuen EU-Sanktionen gegen das Regime des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi treten noch in dieser Woche in Kraft. Der Rat der Europäischen Union schloss das schriftliche Beschlussverfahren ab, wie die ungarische Ratspräsidentschaft in Brüssel mitteilte.

Die Sanktionen können demnach bereits an diesem Freitag im EU-Amtsblatt veröffentlicht werden und Gültigkeit erlangen. Die neuen Druckmittel sehen unter anderem vor, die Vermögen von fünf libyschen Finanzunternehmen einzufrieren.

Unterdessen versuchen die Truppen des libyschen Staatschefs Muammar al-Gaddafi, die Rebellen mit allen Mitteln weiter nach Osten zurückzudrängen. Nach Angaben der Aufständischen beschossen sie den Öl-Hafen Al-Sidra und die Stadt Ras Lanuf von Kampfflugzeugen und Kriegsschiffen aus.

Anschließend rückten die Truppen des Regimes weiter auf Ras Lanuf vor. Bei den Luftangriffen wurden nach Angaben eines Krankenhausmitarbeiters der Parkplatz des Krankenhauses und ein nahe gelegenes Wohnhaus getroffen. 17 Menschen wurden verletzt.

Rund um Ras Lanuf finden seit Tagen erbitterte Gefechte zwischen Aufständischen und den Truppen Gaddafis statt. Viele Familien haben die Stadt inzwischen verlassen.

In Misrata, der nach Tripolis und Bengasi drittgrößten Stadt Libyens, blieb es am Donnerstag ruhig. Ein Sprecher der Aufständischen dort sagte, es fehle an Arzneimitteln. Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira meldete, in der westlichen Stadt Al-Sawija werde noch gekämpft.

Die in Dubai erscheinende Zeitung «Al-Bayan» meldete am Donnerstag unter Berufung auf einen Vertrauten des Oberst, Gaddafi sei möglicherweise doch bereit, ins Exil zu gehen. Er sei schockiert darüber, dass sich nach Beginn des Aufstandes vor drei Wochen mehrere seiner Getreuen von einst von ihm abgewandt haben.

Gaddafi befürchte, einen Luftangriff von «Verrätern» aus den Reihen der Luftwaffe auf seine Unterkunft in Tripolis. Deshalb überlege er nun, ob er Libyen verlassen solle. Konkret denke er über ein Leben im Exil im Tschad oder in Niger nach.

news.de/dpa

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