Konflikte Gates entschuldigt sich in Kabul für Tod von Kindern

US-Verteidigungsminister Robert Gates hat sich bei einem Besuch in Afghanistan persönlich für den Tod von neun Kindern bei einem US-Luftangriff entschuldigt. «Das bricht unser Herz», sagte der Pentagonchef auf einer Pressekonferenz in Kabul im Beisein von Präsident Hamid Karsai.

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Gates entschuldigt sich in Kabul für Tod von Kindern Bild: dpa

Kabul/Washington (dpa) - US-Verteidigungsminister Robert Gates hat sich bei einem Besuch in Afghanistan persönlich für den Tod von neun Kindern bei einem US-Luftangriff entschuldigt. «Das bricht unser Herz», sagte der Pentagonchef auf einer Pressekonferenz in Kabul im Beisein von Präsident Hamid Karsai.

Gates räumte zugleich ein, dass die Beziehungen zwischen beiden Ländern durch den Vorfall einen Rückschlag erlitten hätten. Karsai hatte auf den Tod der neun Jungen empört reagiert. Eine Entschuldigung vom Kommandeur der Internationalen Schutztruppe Isaf, David Petraeus, bezeichnete er als «nicht genug». Die Entschuldigung von Gates nahm Karsai nun an, er respektiere sie, sagte er. Zugleich forderte er aber erneut: «Die zivilen Opfer müssen aufhören.» Er rief Gates auf, diese Botschaft mit nach Washington zu nehmen. Die Kinder waren in der vergangenen Woche beim Einsatz von Kampfhubschraubern ums Leben gekommen.

Gates war nach Pentagonangaben zu einer Lageeinschätzung nach Afghanistan gereist. Das soll bei der Planung der ab Juli vorgesehenen US-Truppenverringerung helfen. Gates sprach von «bedeutenden Gewinnen» im Land und einer «guten Position» für die USA, mit den Reduzierungen zu beginnen.

Bisher hat sich US-Präsident Barack Obama nicht konkret darauf festgelegt, wie viele Soldaten jeweils schrittweise nach Hause gebracht werden sollen. Umfang und Tempo des Truppenabbaus sollen davon abhängig gemacht werden, in welchem Maß die instabile afghanische Regierung in der Lage ist, selbst die Sicherheit im Land zu gewährleisten. 2014 soll die Kontrolle komplett bei den Afghanen liegen.

Gates bekräftigte die Bereitschaft der USA, auch nach 2014 in Afghanistan «involviert» zu bleiben, das heißt, bei der Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte zu helfen und ihnen beratend zur Seite zu stehen. Die USA seien ganz sicher «offen» dafür, wenn die Afghanen dies wollten, sagte der Pentagonchef.

Etwa 90 000 der 132 000 Isaf-Soldaten sind US-Amerikaner. Die meisten von ihnen sind im Süden und Osten Afghanistans eingesetzt, den Hochburgen der Rebellen. Gates, der zum Auftakt seiner Visite mit Petraeus zusammengetroffen war, will am Dienstag Truppen im Süden besuchen. Ein zunächst geplanter Abstecher in den Osten wurde nach Medienberichten am Montag wegen schlechten Wetters abgesagt.

news.de/dpa

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