«Freitag des Zorns» Weiter blutige Proteste in Arabien

In der arabischen Welt trotzen demonstrierende Regierungsgegner weiter dem gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte. Im Jemen wurden bei Protesten drei Menschen getötet und fast 50 verletzt. Auch in Bahrain gab es wieder Verletzte.

Neue Proteste in arabischer Welt: 27 Tote in Libyen (Foto)
Auch im Jemen wurde wieder demonstriert. Vier Menschen wurden getötet und Dutzende verletzt. Bild: dpa

In arabischen Staaten sind Sicherheitskräfte mit harter Gewalt gegen regierungskritische Demonstranten vorgegangen. In der libyschen Stadt Bengasi wurden nach Angaben eines Arztes 35 Menschen getötet. Im Jemen kamen bei Protesten drei Menschen ums Leben, fast 50 wurden verletzt. In Bahrain erlitten nach Krankenhausangaben mindestens 50 Demonstranten Verletzungen, als Sicherheitskräfte das Feuer eröffneten.

«Das ist Krieg», sagte der Arzt Bassem Deif, der einige der Angeschossenen in Bahrain behandelt hatte. Demonstranten beschrieben chaotische Szenen. Aus Tränengasschwaden sei aus mehreren Richtungen geschossen worden, außerdem sei von Hubschraubern oder Scharfschützen auf Dächern auf die Menge gefeuert worden.

Die Hochkommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte (UNHCHR), Navi Pillay, verurteilte den blutigen Einsatz gegen friedliche Demonstranten. Die Sicherheitskräfte seien auf «illegale und über Gebühr unbarmherzige Weise» gegen die Menschen vorgegangen. US-Präsident Barack Obama rief die Regierungen in Bahrain, Libyen und dem Jemen zur Zurückhaltung und zum Respekt vor den Rechten der friedlich demonstrierenden Bürger auf.

Die Wut der Menschen in Bahrain richtet sich nach der gewaltsamen Niederschlagung der Demonstrationen mit zunächst fünf Toten am Donnerstag inzwischen gegen das gesamte Regime und gegen das Königshaus. Trotz eines Versammlungsverbots gingen am Freitag Tausende Menschen auf die Straße. Bei Trauerfeiern forderten sie den Sturz von König Hamad bin Issa al Chalifa und der gesamten Regierung. Mindestens fünf Menschen waren am Donnerstag getötet und mehr als 230 verletzt worden, als die Polizei gegen Demonstranten in der Hauptstadt Manama vorgegangen war.

Seit neun Tagen Proteste im Jemen

Im Jemen dauerten die Proteste den neunten Tag in Folge an. In mehreren Städten folgten Demonstranten dem Aufruf zum landesweit ausgerufenen «Freitag des Zorns». In der Hafenstadt Aden kamen bei Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten drei Menschen ums Leben. In der Stadt Tais wurden fast 50 Menschen verletzt; offenbar hatte jemand eine Handgranate in die Menge geworfen.

In Dschibuti gingen Sicherheitskräfte nach Angaben eines Oppositionspolitikers mit Schlagstöcken und Tränengas gegen mehrere Tausend Menschen vor, die sich an Protestkundgebungen gegen Präsident Ismail Omar Guelleh beteiligten. Dessen Familie regiert das Land bereits seit über drei Jahrzehnten.

Hunderttausende feiern Sturz Mubaraks

In Ägypten feierten Hunderttausende den Sturz von Präsident Husni Mubarak. Die Kundgebungen in Kairo und Alexandria sollten offenbar auch ein Signal an die Generäle sein, dass sie sich besser an ihre Versprechen halten sollten, innerhalb von sechs Monaten einer frei gewählten Regierung Platz zu machen.

cvd/news.de/dapd

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Leserkommentare (5) Jetzt Artikel kommentieren
  • oliver
  • Kommentar 5
  • 19.02.2011 20:02
Antwort auf Kommentar 3

Bevor ich sowas machen werde benötige ich auch erstmal so einen überbezahlten Job wie ein Herr Abgeordneter, dann werde ich mich dransetzen und wie die in der politik in den Sessel pupsen und nebenbei meine Doktorarbeit plagieren. Ich finde, dass ein Dr. in meinem Studienfach uninteressant ist, deshalb bräuchte ich erstmal ein Aufbaustudium, ausserdem in welcher Partei, die mir auch gefällt ist die Wahrscheinlichkeit groß einen überbezahlten Job im Bundestag zu bekommen.

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  • Autumnus
  • Kommentar 4
  • 19.02.2011 15:29
Antwort auf Kommentar 2

Könnten Sie Sich vielleicht mal vorstellen, dass intelligentere Menschen als "Mob" auf die Straße gehen? 1832 ( Schloss Hambach ) lässt grüßen

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  • George
  • Kommentar 3
  • 19.02.2011 11:02
Antwort auf Kommentar 1

Sie hätten wohl gern einen Dr.-Titel. Ganz einfach machen und wie die anderen, Vergleiche und Beispiele abschreiben. Auch das muß man erst mal können. Sie anscheinend nicht. Und auch die anderen nicht. z.B. die SPD-Schönheit Wüffelpütz.

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