Ministerin schwanger Kristina Schröder will Kind und Karriere

Kristina Schröder (Foto)
Familienministerin Kristina Schröder: Im Sommer steht eine Babypause an.   Bild: dpa

Von news.de-Redakteur Timo Nowack
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder ist schwanger, erwartet im Juli ihr erstes Kind. Doch was bedeutet das für ihr Amt? Die Ministerin hat angekündigt, alle notwendigen Entscheidung weiterhin persönlich treffen zu wollen.
 

Es ist ein Novum in der Geschichte der Bundesrepublik: Kristina Schröder ist die erste Bundesministerin, die im Amt schwanger wird. «Wir werden dann vor den gleichen Herausforderungen stehen wie viele andere Paare in Deutschland, bei denen beide beruflich sehr gefordert sind», sagte Schröder der Bild-Zeitung über sich und ihren Ehemann Ole Schröder, parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium. «Aber wir sind zuversichtlich, dass wir das auch mit Unterstützung unserer Familien hinbekommen.»

Doch so einfach ist die Sache nicht. Denn selbst wenn die Ministerin nur die gesetzlich vorgeschriebenen 14 Wochen Mutterschutz in Anspruch nehmen sollte, wären das 14 Wochen, in denen Deutschland ohne Familienministerin auskommen müsste. «Die Entscheidung liegt bei Frau Schröder, wie lange sie Babypause macht», sagte ein Sprecher des Familienministeriums news.de. «Wenn es soweit ist, wird eine Lösung gefunden werden.»

Am Nachmittag kündigte eine Ministeriumssprecherin in Berlin dann an: Schröder wird ihr Amt trotz der Geburt ihres Kindes weiterführen. In der gesetzlichen Mutterschutzzeit werde sie zu Hause bleiben, aber das Amt nicht ruhen lassen, sondern weiterführen und notwendige Entscheidungen persönlich treffen. Andere Minister hätten dies vom Krankenbett ebenfalls bereits getan, sagte die Sprecherin mit Blick auf Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Die Familienpolitik könne «in gewohnter Weise weitergeführt werden».

Verstärkung aus dem Bildungsministerium

Möglich wäre auch gewesen, dass Schröder sich von einer anderen Ministerin und ihrem Staatssekretär vertreten lässt - und für bestimmte Termine könnte dies trotz der Ankündigung noch zutreffen. Denn ist ein Bundesminister verhindert, wird er nach der Geschäftsordnung der Regierung nach außen hin grundsätzlich durch einen dazu bestimmten Bundesminister vertreten. «Als Vertreterin für die Bundesfamilienministerin hat die Bundesregierung die Bundesministerin für Bildung und Forschung bestimmt», sagte eine Regierungssprecherin news.de. Dieses Amt bekleidet zurzeit CDU-Frau Annette Schavan.

Ausnahmen seien Erklärungen vor dem Bundestag und Bundesrat: Dabei würden die Minister in der Regel durch ihre Parlamentarischen Staatssekretäre vertreten, so die Sprecherin. Im Ministerium springe der beamtete Staatssekretär für den Minister ein, in bestimmten Fällen auch der Parlamentarische Staatssekretär. Im Ministerium von Kristina Schröder arbeiten als Staatssekretäre derzeit der Jurist Josef Hecken und der Volkswirt Hermann Kues.

Allerdings sind die Vertretungsregeln nicht immer in Stein gemeißelt - zumindest, wenn die Kanzerlin sich einmischt. Das zeigt der Fall Wolfgang Schäuble: Als der Finanzminister im Mai 2010 krank wurde, hätte eigentlich Wirtschaftsminister Rainer Brüderle für ihn nach Brüssel reisen sollen. Doch anstatt den von ihr zu dieser Zeit wenig geliebten FDP-Mann schickte die Kanzerlin lieber einen Parteifreund, dem sie vertraute - Innenminister Thomas de Maizière.

Europa macht es vor

Das europäische Ausland ist Deutschland in Sachen schwangere Ministerinnen übrigens einen Schritt voraus. Die spanische Politikerin Carme Chacón trat ihr Amt als Verteidigungsministerin im siebten Monat ihrer Schwangerschaft an. Sie ist außerdem die erste Frau in ihrer Heimat mit diesem Posten. Und auch Frankreichs Justizministerin Rachida Dati wurde während ihrer Amtszeit schwanger. Kurz nach der Entbindung mischte sie schon wieder bei politischen Entscheidungen mit und verzichtete auf ihren Mutterschaftsurlaub.

che/ivb/zij/news.de/dpa/dapd

Leserkommentare (9) Jetzt Artikel kommentieren
  • NRW
  • Kommentar 9
  • 21.01.2011 19:11

Und hatte sie nicht gesagt,alle gleichaltrigen Mädchen lieben nur Pferde?Ihr Idol schon so früh ein mächtiger Arsch,vielleicht doch ein Apfelschimmel,namens Kohl?Nun ist sie "fremdgegangen"und hat begriffen,ein frühes "ANDERSSEIN"hilft nicht immer,wenn es um ganz normale Dinge geht.

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  • karl Marx
  • Kommentar 8
  • 21.01.2011 18:01

Da sieht man mal wie abgehoben unsere Politiker sind und das was Frau Schröder da macht wird dann von unser eins erwartet. Was ist das denn für ein magersüchtiges Mutterbild, welches sie da an den Tag legen? Ihr man ist im Budestag verbeamtet und Ihnen wird das Geld schon nicht ausgehen. Wie soll das denn nur weiter gehen, wenn unsere Politiker nur noch Vorbilder für sich selbst sind und nur für sich selbst Politik machen! Die 68iger Ideologie istt bei der CDU angekommen und ich denke die Kriese beschert denen schon noch, was sie Verdient haben.

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  • cronos
  • Kommentar 7
  • 21.01.2011 13:13

Diskutieren Sie mit und kommentieren Sie den Artikel Ministerin schwanger : Kristina Schröder will Kind und Karriere.Herzlichen Glückwunsch für Frau Schröder und ihr Kind, ich wünsche ihr eine Leicht Schwangerschaft und Geburt und dass das Kind rundum gesund zu Welt kommt! Übrigens machen sie sich keine Sorgen das Kind sorgt dafür das ihnen die Arbeit nicht abgeht, den sie werden nicht mehr lange Ministerin sein, oder glauben sie wirklich das diese Regierung bestehen bleibt! Vergessen sie es, diese Regierung wird danke FDP und eigene Dummheit nicht bestehen können!!

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