Front National Le Pens Tochter übernimmt Parteivorsitz

Front National (Foto)
Marine Le Pen wurde zur Vorsitzenden der französischen rechtsextremen Front National gewählt. Bild: ap

Die neue Leitfigur der rechtsextremen Front National heißt Marine Le Pen. Die Tochter von Parteigründer Jean-Marie Le Pen gab sich in ihrer ersten Rede als Vorsitzende kampfeslustig. Sie gilt als gefährliche Populistin.

Generationswechsel an der Spitze von Frankreichs rechtsextremer Front National (FN): Marine Le Pen übernahm am Sonntag den Vorsitz der von ihrem Vater Jean-Marie 1972 gegründeten Partei. Die 42-Jährige war zuvor auf dem FN-Kongress in Tours als Gewinnerin einer parteiinternen Wahl bekanntgegeben worden. In ihrer knapp einstündigen ersten Rede als Parteivorsitzende machte sie aus ihren Ambitionen auf eine Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen 2012 keinen Hehl.

Zugleich präsentierte sie die FN als eine Art Sammelbecken für alle Unzufriedenen, die in Frankreich eine Stärkung des Nationalstaates, von Recht und Ordnung sowie einen Euro-Ausstieg befürworteten. Sie zeichnete ein düsteres Bild eines in Chaos und Arbeitslosigkeit versinkenden Frankreichs. Erneut sprach sie sich dabei explizit gegen eine Überfremdung durch muslimische Einwanderer aus.

Die sozialistische Spitzenpolitikerin Ségolène Royal bescheinigte der neuen FN-Vorsitzenden im französischen Fernsehen eine größere Glaubwürdigkeit als ihrem Vater, was sie als Gegnerin gefährlicher mache. Insgesamt hatten sich 67,6 Prozent der abstimmenden Parteimitglieder für die Europaabgeordnete ausgesprochen. Ihr unterlegener Gegenkandidat Bruno Gollnisch erkannte die Wahl an, lehnte das ihm angebotene Amt als Vize-Vorsitzender jedoch ab.

Die Anwältin und dreifache Mutter bemüht sich seit einiger Zeit, der Partei mit ihren offiziell 22.400 registrierten Mitgliedern ein moderneres Image zu verpassen. Inhaltlich unterscheide sich ihre Politik allerdings kaum von der ihres Vaters, betonten beide. So gehört die Forderung nach Wiedereinführung der Todesstrafe ebenso dazu wie die Forderung nach Abschaffung des Euro. Der 82-jährige Jean-Marie Le Pen hatte sich am Vortag mit einer Bilanz seiner Amtszeit verabschiedet. Er plant nach Medienberichten nun seine Memoiren.

Nach den jüngsten Umfragen darf sich die FN Hoffnungen machen, aus der Präsidentschaftswahl 2012 als dritte Kraft hinter den Konservativen und Sozialisten hervorzugehen.

rzf/cvd/news.de/dpa

Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • Mailyn Pelagio
  • Kommentar 4
  • 21.03.2011 15:48

Rechtsextrem? Wenn man heute für die eigenen Mitbürger einsteht, gegen Drogen ist, die Kriminalität bekämpft, für die intakte Familie und Gesellschaft ist, sich darum bemüht jeden Morgen auf die Arbeit zu kommen, seine Steuern regelmässig zahlt und obendrein noch für das Recht auf freie Meinugsäusserung eintritt, dann ist man heute offenbar bereits Rechtsextrem. Dann allerdings sollte man Stolz darauf sein.

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  • Wächterrat
  • Kommentar 3
  • 17.01.2011 10:03

Übrigens sollte man dieses Video gesehen haben bevor man Kritik an FN oder Marine le Pen übt. Sowas kommt von sowas. http://www.breitbart.tv/paris-authorities-look-other-way-as-muslims-block-streets-for-weekly-prayers/

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  • Wächterrat
  • Kommentar 2
  • 17.01.2011 09:37

So wie die Dinge liegen kann man sich nur wünschen das die Franzosen Marine zur nächsten Staatspräsidentin machen. Die Einigung der Europäer macht fortschritte. Vive la France !

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