Hamburg Alle wollen mit der SPD

Neujahrsempfang des Hamburger Abendblatts (Foto)
SPD-Spitzenkandidat Scholz vor einem Bild seines Kontrahenten Christoph Ahlhaus (CDU). Bild: dapd

Schwarz-Grün ist gescheitert, jetzt buhlen CDU und FDP um die SPD. Die hat wie erwartet Olaf Scholz zum Bürgermeisterkandidaten gemacht - und der setzt auf die Grünen. Rot-Grün zeigt fünf Wochen vor der Wahl auch die besten Chancen im Farben-Mischmasch.

Fünf Wochen vor der Neuwahl in Hamburg buhlen sowohl die CDU als auch die FDP um ein Bündnis mit der SPD. Der amtierende Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) und FDP-Spitzenkandidatin Katja Suding signalisierten am Wochenende ihr Interesse an einer Koalition mit den Sozialdemokraten.

Diese treten erwartungsgemäß mit ihrem Parteichef Olaf Scholz an der Spitze zur Bürgerschaftswahl am 20. Februar an. Auf einer Landesvertreterversammlung wählten nach Parteiangaben 317 der 325 Delegierten den früheren Bundesarbeitsminister auf Platz eins der Landesliste. Das entspricht einer Zustimmung von 97,5 Prozent. Es gab fünf Gegenstimmen und drei Enthaltungen. Bereits Mitte Dezember war der 52-Jährige auf einem außerordentlichen Landesparteitag mit knapp 98 Prozent der Stimmen zum Spitzenkandidaten gekürt worden. Scholz wünscht sich eine rot-grüne Koalition und erteilte dem Werben Ahlhaus' eine Absage.

Vor der SPD hatten die anderen Parteien bereits die Weichen für die Wahl gestellt. Die CDU kürte Ahlhaus zu ihrem Spitzenkandidaten. Bei der Grün-Alternativen Liste (GAL) wurde die ehemalige Umweltsenatorin Anja Hajduk auf Listenplatz eins gewählt. Für die Linke geht Fraktionschefin Dora Heyenn als Spitzenkandidatin ins Rennen, für die FDP die finanz- und haushaltspolitische Sprecherin Suding.

CDU will große Koalition, SPD findet das absurd

Ahlhaus schließt eine Koalition mit der SPD ausdrücklich nicht aus. «Ich werbe nicht für eine große Koalition, sehe sie derzeit aber als beste Möglichkeit», sagte er der Hamburger Morgenpost. Die Menschen wollten, dass der neue Senat die Probleme der Menschen vor Ort anpacke. «Die Grünen sind vielleicht gut für Visionen, aber sie lösen diese Probleme nicht. Das wird auch Olaf Scholz feststellen», sagte der Bürgermeister weiter. Zugleich griff Ahlhaus seinen sozialdemokratischen Herausforderer an: «Es wundert mich, dass Scholz jedem alles verspricht und der Frage der Finanzierung beharrlich ausweicht. Das hätte ich nicht von ihm erwartet.»

Scholz hingegen hatte sich zuletzt wiederholt für eine rot-grüne Koalition in Hamburg ausgesprochen. «SPD und Grüne sind unterschiedliche Parteien», sagte er dem Deutschlandfunk. Aber es seien eben auch die beiden Parteien mit den meisten Schnittmengen. Ein Bündnis mit den Christdemokraten lehnt er ab, «denn die Bürgerinnen und Bürger Hamburgs wollen die CDU abwählen». Daher sei es eine «völlig absurde Perspektive, wenn jetzt die CDU den Eindruck erweckt, sie wolle Juniorpartner einer großen Koalition werden».

Auch FDP-Frau Suding setzt auf ein Bündnis mit der SPD. «Vor 20 Jahren war Rot-Gelb in Hamburg ein Erfolgsmodell», sagte die FDP-Spitzenkandidatin dem Nachrichtenmagazin Focus. Suding fordert Scholz auf, sich zu überlegen, «ob die Grünen verlässlich sind». Ob die FDP im Koalitionspoker allerdings eine Rolle spielen wird, ist ungewiss. In bisherigen Umfragen liegen die Liberalen unter der Fünf-Prozent-Hürde. Sollte sich dies am 20. Februar bestätigen, würde die FDP zum dritten Mal in Folge den Wiedereinzug in die Bürgerschaft verpassen.

Suding ficht das nicht an. «Sechs bis sieben Prozent» seien machbar, sagte sie dem Focus. Hilfe im Wahlkampf verspricht sie sich von FDP-Chef Guido Westerwelle. Dass mancher Parteifreund Westerwelle als Belastung empfinde, könne sie «nicht verstehen», sagte Suding weiter.

Anlass für die vorzeitigen Wahlen ist der Bruch der bundesweit ersten schwarz-grünen Koalition auf Landesebene Ende November. Nach jüngsten Umfragen zeichnet sich eine klare Mehrheit für ein Bündnis von SPD und Grünen ab. Auch wünschen sich die Hamburger derzeit statt des Amtsinhabers Scholz als neuen Bürgermeister.

cvd/news.de/dapd

Leserkommentare (6) Jetzt Artikel kommentieren
  • hagel
  • Kommentar 6
  • 31.01.2011 18:59
Antwort auf Kommentar 5

Mich hat das hirnlose Gesülze des K2 generft."drinen, draußen,grins"!?Zum Thema Hamburg hoffe ich als Norddeutscher auf einen neuen Bürgermeister von der SPD nachdem sie allein für die Agenda 2010 und die Hartz-Gesetze haben politisch bluten müssen.Nachdem der Richter Schill Herrn Ole von Beust mit den Stimmen rechter Populisten in den Sattel gehievt hatte,bekam bei der nächsten Wahl der Ole die Hilfe der Grünen.Herrn Scholz werden so viele Wählerstimmen vorausgesagt,das er bequem mit der GAL in Hamburg regieren kann.Für die Hochnäsigkeit der Cdu(durchregieren)gibt es auf die Nase.Fdp a.D.

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  • koller helmut
  • Kommentar 5
  • 29.01.2011 14:10
Antwort auf Kommentar 3

Ich bitte Sie, kritisieren Sie bitte keine Rechtschreibung ich finde Sie sollten sich, auf das wichtige konzentrieren "Alle wollen mit der SPD". Und auch Sie sind nicht fehlerfrei.

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  • Tulpe44
  • Kommentar 4
  • 22.01.2011 16:19

Die Wahl der Wahlen , denkt es wäre Wahl und keiner geht hin .

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