Trotz Erhöhung Deutsche Rentner werden ärmer

Weniger Rente (Foto)
Die 20 Millionen Rentner in Deutschland werden nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung wegen der Geldentwertung ärmer. Bild: dpa

Schon vor der nächsten Rentenerhöhung steht fest: Die Inflation steigt schneller und vom Altersgeld bleibt weniger. Dazu kommen Abschläge bei immer mehr Menschen, die immer frühzeitiger in Rente gehen. Viele tun dies aus gutem Grund und nehmen Kürzungen in Kauf.

Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) liegt die Inflation in diesem und im kommenden Jahr höher als die Rentenerhöhung. Deshalb gebe es 2011 leichte und 2012 schmerzliche Kaufkraftverluste, «so dass von den Renten kein Impuls für den Konsum ausgehen wird», sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner der Frankfurter Rundschau.

Nach einer Nullrunde 2010 könnten die Rentner mit einer Anhebung ihrer Bezüge im Juli 2011 um rund 1 Prozent rechnen, erklärt das DIW weiter. 2012 kommen demnach noch einmal 0,4 Prozent dazu. Die Inflation werde 2011 aber bei etwa 1,6 Prozent liegen, im Jahr darauf bei 1,7 Prozent.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte zum neuen Jahr gesagt, die Zeichen für eine Rentenerhöhung stünden gut. Gesicherte Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Einkommensentwicklung lägen aber erst im Frühjahr vor. Zwischen 2004 und 2006 mussten die Rentner drei Nullrunden in Folge hinnehmen. Dafür gab es 2009 ein außerplanmäßiges Rentenplus von 2,4 Prozent im Westen und 3,4 Prozent im Osten.

Früherer Renteneintritt bedeutet weniger Geld

Neben der Inflation zeichnet auch ein zunehmend niedrigeres Renteneintrittsalter für die Verluste verantwortlich. Denn der nach einer statistischen Wellenbewegung vorgezogene Rentenbeginn lässt die Abschläge tendenziell etwas ansteigen und die Rente schmelzen. So gingen zuletzt knapp jede zweite Frau und 41 Prozent der Männer früher in Rente. Das hatte höhere Abschläge zur Folge: Bei Männern betrugen sie 2009 im Schnitt rund 127 Euro im Monat, bei den Frauen 105 Euro. Das geht aus einer Statistik der Deutschen Rentenversicherung Bund hervor, über die zuerst die Bild-Zeitung berichtet hatte.

Über Gründe vorzeitiger Rente sagt die Statistik nichts aus. Experten gehen aber davon aus, dass vor allem viele Frauen den Schritt freiwillig gehen, um mit ihren oft älteren Männern gemeinsam in Rente gehen zu können. «Wenn es zwei Renten gibt, sind die Abschläge auch leichter zu ertragen», heißt es in der Branche. Viele gehen auch in Altersteilzeit, arbeiten das Pensum aber im Block ab und scheiden dann faktisch ein Jahr früher aus dem Arbeitsleben aus. Arbeitslose gehen unter anderem früher in Rente, weil die Zahlungen der Rentenkasse in der Regel höher sind als Arbeitslosengeld II.

zij/mat/news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Schabernac
  • Kommentar 1
  • 05.01.2011 18:59

So lange dieses krasse Missverhältnis der Banker und Politiker zum Ergebnis ihres Daseins besteht,werden wir immer mehr von solchen Individuen belogen und ausgebeutet.Habe in den 60gern geschuftet und mallocht,der Fiskus hat uns überproportional von jede Überstunde abgezockt.Wir brauchten Geld als junge Familie.Diese Abzocke zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Leben.Wir müssen bluten für unfähige Banker und Politiker. Wie wäre es denn,wenn der Bundesrechnungshof Strafrechtskompetenzen bekäme? Wie wäre es denn wenn Korruption und Steuerhinterziehung nur noch mit Knast belegt wird ?

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