Fr., 24.05.13

Atom Röttgen nach Schnee-Odyssee in Gorleben

Röttgen nach Schnee-Odyssee in Gorleben (Foto)
Röttgen nach Schnee-Odyssee in Gorleben Bild: dpa

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat am Donnerstag das mögliche Atommüll-Endlager im niedersächsischen Gorleben besucht. Der CDU-Politiker fuhr auch in den unterirdischen Salzstock mehrere hundert Meter tief unter Tage ein.

Gorleben (dpa) - Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) hat am Donnerstag das mögliche Atommüll-Endlager im niedersächsischen Gorleben besucht. Der CDU-Politiker fuhr auch in den unterirdischen Salzstock mehrere hundert Meter tief unter Tage ein.

Bei seiner ersten Reise nach Gorleben hatte das Winterchaos Röttgen zunächst einen Strich durch seine Pläne gemacht. Schnee und Eis verhinderten den eigentlich geplanten Hubschrauberflug ins Wendland, der Minister reiste stattdessen per Bahn und Auto.

Atomkraftgegner kritisierten Röttgens ersten Besuch im Wendland scharf. Der Minister rede vom offenen Dialog mit den betroffenen Bürgern, komme aber erst, nachdem er die Wiederaufnahme der Erkundung des Salzstocks angeordnet habe.

In einer ganzseitigen Anzeige in mehreren niedersächsischen Zeitungen warb Röttgen am Donnerstag bei den Kritikern des möglichen Endlagers für einen offenen Dialog. Er wolle dazu einen Beauftragten einsetzen und Geld auch für die Hinzuziehung von Experten zur Verfügung stellen, kündigte Röttgen in dem Text an. Außerdem startete das Bundesumweltministerium eine Befragung im Internet, um die Haltung der Bürger zu dem Endlager-Projekt zu erfahren.

In der Anzeige schreibt Röttgen zum Jahrzehnte dauernden Gorleben-Streit: «Die Auseinandersetzungen haben teilweise tiefe Narben hinterlassen. Wir müssen über die Gräben hinweg miteinander ins Gespräch kommen und dafür sorgen, dass keine weiteren entstehen.» Atomkraftgegner nannten den Besuch «Röttgen-Show». Sie halten den Salzstock für nicht sicher genug, um hoch radioaktiven Atommüll in rund 870 Meter Tiefe sicher zu verschließen.

Der Minister wird bei seinem Besuch aber nicht mit den Gegnern des Projektes zusammenkommen. Einziger Termin außerhalb des Geländes ist ein Gespräch mit Andreas Graf von Bernstorff. Dieser will seine Grundstücke über dem Salzstock nicht verkaufen und ist im Streit um das mögliche Endlager aus der CDU ausgetreten.

Röttgen will als letztes Mittel Enteignungen zulassen, damit alle Bereiche des Salzstocks, die unter den Grundstücken liegen, erkundet werden können. Davon wäre auch Bernstorff betroffen, der in der Regierungszeit von Kanzler Helmut Kohl (CDU) Millionenangebote für einen Verkauf abgelehnt hatte.

Informationen zu Gorleben

Informationen zum angekündigten Dialog und zur Online-Befragung

Informationen zur Endlagerung

Übersicht zu Zwischenlagern

news.de/dpa

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