Manöver läuft Alarmbereitschaft an Koreas Seegrenze

Das kritische Seemanöver im Gelben Meer hat begonnen: Südkorea und die USA ziehen ihre Abschreckungsstrategie durch. Der Norden fährt Raketen an der Seegrenze auf - und China bietet Krisengespräche an.

Die Situation zwischen Nord- und Südkorea ist bis aufs Äußerste gespannt. (Foto)
Die Situation zwischen Nord- und Südkorea ist bis aufs Äußerste gespannt. Bild: dpa

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel nehmen zu. Unter neuerlichen Drohungen aus Nordkorea haben Südkorea und die Vereinigten Staaten am Sonntag eine Militärübung im Gelben Meer begonnen. Aus südkoreanischen Militärkreisen verlautete, Schiffe beider Länder seien in die Übungszone eingefahren. Nordkorea drohte erneut mit «gnadenlosen Gegenschlägen», sollten die nordkoreanischen Seegrenzen verletzt werden. 

Nach Angaben der nationalen südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap stellte Nordkorea weitere Raketen nahe der umstrittenen Seegrenze an der Westüste auf. Tatsächlich war Artilleriefeuer zu hören, die Geschütze schlugen aber nicht ein.

In Seoul führte unterdessen der chinesische Staatsrat Dai Bingguo Gespräche mit der südkoreanischen Regierung über mögliche Wege zur Entspannung der Lage. Südkoreas Präsident Lee Myung Bak habe die Führung in Peking aufgerufen, mit Blick auf die Beziehungen zwischen Süd- und Nordkorea eine «verantwortungsbewusste und faire» Haltung einzunehmen, teilte ein Sprecher Lees mit. Lee habe eine «starke Antwort» Südkoreas angekündigt, falls das Land weiter von Nordkorea provoziert werde. Dai habe zugesichert, dass sich China um eine Entspannung der Lage bemühen wolle.

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Wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, wird der Vorsitzende der Obersten Volksversammlung in Nordkorea, Choe Tae Bok, am Dienstag nach China reisen. Choe sei von Dai Bingguo zu einem fünftägigen Besuch eingeladen worden.

Nach dem nordkoreanischen Militärschlag gegen eine südkoreanische Insel hat China multilaterale Krisengespräche unter seiner Vermittlung vorgeschlagen. Die Chefunterhändler der Sechs-Parteien-Gespräche mit den beiden Koreas, der USA, Chinas, Japans und Russlands sollen Anfang Dezember in Peking zusammenkommen, schlug der Sondergesandte für die koreanische Halbinsel, Wu Dawei, am Sonntag vor Journalisten in Peking zur Beilegung der Krise vor.

Inselbewohner sollen Schutzräume aufsuchen

Die viertägige Marine- und Luftwaffenübung soll laut USA und Südkorea ein Signal der Abschreckung an den kommunistischen Norden senden. An dem Manöver nimmt auch der atomgetriebene Flugzeugträger «USS George Washington» teil. Die US-Regierung betonte, das Manöver sei schon geplant gewesen, bevor Nordkorea am Dienstag die südkoreanische Insel Yeonpyeong mit Granaten angriff. Bewohner der Insel wurden angewiesen, die Schutzräume aufzusuchen. Südkorea hat auch die Journalisten aufgefordert, die Insel Yeonpyeong zu verlassen. Die Lage sei nicht gut, erklärte das Verteidigungsministerium.

Das Manöver findet weiter entfernt von der umstrittenen Seegrenze zwischen Süd- und Nordkorea in einem Gebiet vor der Küstenstadt Taean, etwa 150 Kilometer südlich von Seoul, statt. China äußerte sich angesichts der Militärübung im Gelben Meer besorgt. 

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Der Beschuss der Insel Yonpyong durch die nordkoreanische Artillerie am Dienstag war einer der schwerwiegendsten Zwischenfälle seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53). Südkorea hatte das Feuer erwidert.

cvd/boi/news.de/dpa/dapd

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Sandro
  • Kommentar 1
  • 29.11.2010 10:20

So ein Quatsch "...die Geschütze schlugen aber nicht ein..."! Wer bitte hat den Bericht geschrieben? Wenn Geschütze einschlagen würden, müste man sie erstmal in die Luft kriegen, wer macht den sowas und wirft mit Kanonen/Geschütze.Man wirft ja auch nicht den Bogen weg und behält den Pfeil!Oder soll das ne neue Technik sein, den alten Russenschrott los zu werden.Einfach das Geschütz drehen, mit dem Rohr zum Boden, abfeuern und schon ist der Schrott weg.Ach so,nur noch mal zum Verständnis und vereinfacht gesagt, GRANATEN schlagen ein.

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