FDP in der Krise Schmeißt Westerwelle den FDP-Vorsitz hin?

Druck auf Westerwelle wächst (Foto)
Denkt über einen Rückzug nach: FDP-Chef Guido Westerwelle. Bild: dpa

Seit Monaten steckt die FDP im Umfragetief und Guido Westerwelle in der Krise. Laut Medienberichten soll er im Urlaub über einen Rücktritt vom Parteivorsitz nachgedacht haben. Alles Quatsch, sagt die Partei.

Die FDP hat einen Medienbericht über Rücktrittsgedanken von Parteichef Guido Westerwelle zurückgewiesen. «Von Rücktritt war nie die Rede», sagte ein Parteisprecher am Sonntag. Die Bild am Sonntag hatte berichtet, Westerwelle habe bei einer Veranstaltung der FDP-Bundestagsfraktion drei Tage vor seiner Hochzeit gesagt: «In meinem Urlaub auf Mallorca habe ich über einen Rücktritt vom Parteivorsitz nachgedacht.

In einem Interview mit der Zeitung Sonntag Aktuell wies der FDP-Chef und Außenminister Forderungen aus seiner Partei nach einer Ämtertrennung zurück: «Die Kanzlerin ist gleichzeitig CDU-Vorsitzende, und der bayerische Ministerpräsident ist gleichzeitig CSU-Chef. Sie tun das, weil sie - so wie ich auch - das Gewicht ihrer Partei in der Koalition stärken wollen.» Die Ämter seien auf dem Bundesparteitag im Herbst letzten Jahres bewusst zusammengeführt worden.

Guido Westerwelle
Der gelbe Vorzeigemann in der Krise
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Zugleich räumte Westerwelle Fehler der Koalition in den ersten Monaten der gemeinsamen Regierungszeit ein. «Wir haben uns anfangs in dieser Frage zu sehr von Jahreszahlen, Monaten und Fristen leiten lassen. Wir haben eine volle Legislaturperiode und gehen jetzt Schritt für Schritt vor», sagte Westerwelle mit Blick auf die von der FDP angestrebte Steuerentlastung.

Westerwelle stellt sich aber nach der parteiinternen Kritik nun der Parteibasis auf insgesamt vier Regionalkonferenzen im September und Oktober. Nach einer ersten Konferenz in Siegburg, sollte er am Sonntag nach Ulm kommen. Weitere Konferenzen folgen am 30. September in Schwerin und am 8. Oktober in Halle. Für den 24. Oktober ist zudem eine große Kreisvorsitzendenkonferenz in der FDP-Parteizentrale in Berlin geplant.

Brüderle warnt Parteifreunde vor Westerwelle-Kritik

Bei den Regionalkonferenzen soll es viel Raum und Zeit für Fragen und Antworten zwischen Basis und Parteiführung geben. Inhaltlich soll es um die für den Herbst geplante Agenda und das Regierungshandeln sowie das Wahljahr 2011 und die Vorbereitung der Landtagswahlen gehen. Die Veranstaltungen sind nicht öffentlich, damit die Parteimitglieder die Möglichkeit erhalten, «sehr intern» mit der Parteispitze zu sprechen, wie ein Parteisprecher sagte.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle stärkte FDP-Chef Guido Westerwelle demonstrativ noch einmal den Rücken. Es wäre unfair und falsch, die Probleme auf eine Person zu reduzieren, sagte er der Bild am Sonntag. «Die Mannschaft muss jetzt zusammenstehen», sagte Brüderle. Unter Westerwelle habe die FDP das beste Ergebnis ihrer Geschichte erreicht. «Seine Stärken werden bald wieder deutlicher werden. Ich stehe hinter ihm.»

Um aus dem Tief herauszukommen, forderte der stellvertretende FDP-Vorsitzende von seiner Partei mehr Disziplin: «Durchhalten, konsequent arbeiten, mit Klarheit das Vertrauen der Wähler zurückgewinnen. Wir haben beste Chancen, wir müssen sie nur ergreifen.»

jek/cvd/news.de/dpa/dapd

Leserkommentare (24) Jetzt Artikel kommentieren
  • Ole
  • Kommentar 24
  • 21.09.2010 12:06
Antwort auf Kommentar 20

Was hast du nur mit deiner schönen verständlichen Sprachrhetorik angestellt! Die littlebonitos werden richtig "malle"in "the little brain"!

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  • littlebono
  • Kommentar 23
  • 21.09.2010 11:35
Antwort auf Kommentar 20

na toll! und du denkst, mit spd/ grünen oder vielleicht sogar den kommunistenpack wird es besser? erhalte dir deine scheinwelt!!!

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  • Ole
  • Kommentar 22
  • 21.09.2010 11:11
Antwort auf Kommentar 20

Bin weder in der Kunst des Vermutens daheim,oder als Zufallsexperte wie hier im Forum die Mehrheiten tätig.Bin gegen Meinungseinfalt und bestimmt nicht für Polypolisten,die aufgrund ihrer marktbeherrschenden Position als Monopolisten(die 4 "Stromer")die Konkurrenz-und Wettbewerbsmärkte von den politischen"Miniminalleistern"aus fdp und cdu/csu,sog.Regierung,abkaufen lassen! Ich strebe "die Kultur des Miteinanders im Sinne geteilter Verantwortung"an!Das versteht wohl jeder im Forum!

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