Steinbach «Bartoszewski hat einen schlechten Charakter»

Vertriebenen-Präsidentin Steinbach hat den Deutschland-Beauftragten der polnischen Regierung, Wladyslaw Bartoszewski, scharf angegriffen. Sie beschwerte sich, dass er nie auf ihre Briefe geantwortet habe. Außenminister Westerwelle stellte sich hinter den Polen.

Steinbach (Foto)
Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV), Erika Steinbach (Archivbild). Bild: dpa

Erika Steinbach nahm im ARD-Morgenmagazin kein Blatt vor den Mund: «Bartoszewski hat einen schlechten Charakter. Das sage ich ohne Wenn und Aber.» Die CDU-Bundestagsabgeordnete begründete ihre Aussage über den Deutschland-Beauftragten der polnischen Regierung mit «persönlichen Erfahrungen, die dahinterstecken». Sie habe sich mit Äußerungen zu diesem Mann «sehr lange auch wirklich zurückgehalten».

Steinbach gilt in ihrer Funktion als Vertriebenen-Präsidentin und wegen ihres Einsatzes für ein Zentrum gegen Vertreibungen seit langem als Reizfigur in Polen. Sie war zuletzt mit Äußerungen über die polnische Mobilmachung vor dem Zweiten Weltkrieg in der CDU unter Druck geraten. Steinbach hatte daraufhin angekündigt, bei der Vorstandswahl im November nicht mehr zu kandidieren.

«Ich habe Bartoszewski sehr bewundert. Ich habe ihm Briefe geschrieben, herzliche Briefe, vor Jahren», sagte Steinbach. Sie habe «nie eine Antwort erhalten, aber Reaktionen öffentlicher Art. Daraus kann man einiges schließen». In den vergangenen Jahren hatte Bartoszewski Steinbach wiederholt scharf angegriffen. Der heute 88-jährige Ex-Außenminister war von den Nazis ins Konzentrationslager Auschwitz verschleppt und im April 1941 schwer krank entlassen worden.

Außenminister Guido Westerwelle stellte sich demonstrativ hinter den Polen. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts erklärte: «Bundesaußenminister Guido Westerwelle schätzt Herrn Bartoszewski als eine ehrenwerte Persönlichkeit mit einer großen Lebensleistung für die deutsch-polnische Aussöhnung.»

Bartoszewski selbst reagierte mit Humor auf Steinbachs Angriffe. Er wisse die Meinung von 41 Millionen deutschen Frauen, darunter (Ex-Bundestagspräsidentin) Rita Süssmuth, sehr zu schätzen - die Ansichten Steinbachs seien ihm aber egal, sagte Bartoszewski in Warschau.

tno/iwi/reu/news.de/dpa/dapd

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Leserkommentare (8) Jetzt Artikel kommentieren
  • otto
  • Kommentar 8
  • 18.09.2010 09:00

Frau Steinbach legt bewusst"politisches Feuer"und genießt geradezu ihren Bekanntheitsgrad als Berufsvertriebenen-Prinzessin.Sie spürt aber schon den Verfall ihrer Regentschaft und verlässt die Bühne "sarrazenenhaft"! Es bleibt ein beißender, stinkender Geruch. Was für die SPD der Sarrazin,ist für die Union Frau Steinbach,es bleiben Kollateralschäden!

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  • Jakester
  • Kommentar 7
  • 17.09.2010 16:53
Antwort auf Kommentar 5

Kratzer auf der CD? ... Ich hatte schon hier http://www.news.de/politik/855072643/steinbach-zieht-sich-aus-cdu-fuehrung-zurueck/1/ ..#4 deine kindlichen Unterstellungen egalisiert, aber was Anderes, denn Leuten Unwissenheit zu unterstellen um deine schraegen 'Ambitionen zu verkaufen hast du anscheinend nicht. Und nochmal: Gerade einem 'Kaliber wie Bartoszewski ist es nicht zu verdenken, sich nicht auch nur im Geringsten mit einem Blindgaenger wie Steinbach, welche sich schaebiger Weise als Vertriebene tarnte, zu beschaeftigen. "... man müsse „kein Wal sein, um sich für Wale einzusetzen“." :-((

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  • ART
  • Kommentar 6
  • 17.09.2010 13:42
Antwort auf Kommentar 5

Frau Elfriede Steinbach scheint mit beiden Augen zu sehen,verstanden hat sie mit ihren letzten Auftritten nichts! Ich glaube auch das sie den Herrn Bartoszewski nur als Vehikel für ihre Charakterlosigkeit benutzte,um vom eigentlichen Vorgang des "rausmobbens"aus ihrem Verein der Berufsvertriebenen durch die Enkelgeneration dieser zwar in Deutschland Geborenen und nun an die"Geld-Tröge"Vordrängenden.Da geht es schon lange nicht mehr um die Tatbestände der Aufklärung und Widergutmachung der Vertriebenen,sondern um ganz billige Pöstchen.Ekelhaft!

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