Nazidemos Protest muss flexibel sein

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News.de-Redakteur Timo Nowack. Bild: news.de

Von news.de-Redakteur Timo Nowack
Die rechtsextreme Szene musste durch Demoblockaden in Dresden und Berlin herbe Niederlagen einstecken. Doch sie hat daraus gelernt. Für die protestierende Zivilgesellschaft gilt es nun, die Neonazis nicht zu unterschätzen und auf flexible Protestaktionen zu setzen.

Soll niemand glauben, Deutschlands Neonazis wären nicht lernfähig. Die Rechtsextremen haben verstanden, dass sie sich nicht mit einzelnen Großaufmärschen durchsetzen werden. Anstatt sich stundenlang von der Polizei einkesseln zu lassen, setzten sie auf unangemeldete Spontandemos und dezentrale Veranstaltungen, um Polizisten und Gegner zu beschäftigen und in die Irre zu führen.

Dadurch wird es für den Protest gegen Rechts nötig, gleichzeitig mehrere Demorouten blockieren zu können. Dafür braucht es mehr denn je das Engagement von möglichst vielen Menschen. Je mehr Leute gegen die Neonazis auf die Straße gehen, desto besser sind die Chancen, sie trotz ihrer neuen Strategie aufzuhalten. Und desto kleiner ist die Gefahr.

Rechtsextremismus
Die braune Gefahr

Denn wenn die Rechtsradikalen in einer scheinbar spontanen Aktion zwei oder drei Stationen früher aus dem Zug steigen, ist das eine Bedrohung für jeden Gegendemonstranten, der alleine oder nur in einer kleinen Gruppe unterwegs ist. Gerade die sogenannten Autonomen Nationalisten gelten als besonders gewaltbereit und sind außerdem äußerlich so gut wie nicht von linken Autonomen zu unterscheiden.

Um sich den Neonazis an vielen Orten und auch bei Spontan-Aufmärschen in den Weg zu stellen, braucht es eine perfekte Kommunikation. Außerdem sollte jeder Protestierende das Stadtgebiet gut kennen, um zügig von einem Schauplatz zum anderen zu gelangen. Ortsfremde Neonazigegner müssen eventuell einen Tag eher anreisen, um sich mit der Gegend vertraut zu machen. Um beweglich zu sein, sollten auch möglichst viele Protestierende ein Fahrrad in der Nähe haben. Das Motto könnte etwa lauten: Lieber eine Rednerbühne weniger, dafür 50 Drahtesel mehr. 

ped/kas/hav/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Jakester
  • Kommentar 1
  • 08.09.2010 21:09

Danke fuer den Nachschlag Timo. Gaebe es die NNPD und andere Braunbacken, ueberangebrachter Weise nach 45, schon mal gar nicht, muesste man sich mit dieser ueblen Nachgeburt nicht rumschlagen muessen. Extrem nervig wertvolle Zeit mit hirnlosen Faschisten zu verschwenden. Ein absolutes Verbot solch Gedanken'gutes'? sollte seit dem Dritten Reich in Effekt sein. ... "Nie mehr Wieder"..?

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