Sa., 04.02.12

Energiestreit Ministerium zweifelt an Atomgutachten

Artikel vom 02.09.2010

Schwerwiegende Vorwürfe: Das Bundesumweltministerium sieht nach Medieninformationen haarsträubende Fehler in dem Atomenergiegutachten, auf das die Kanzlerin ihre Forderung nach längeren Laufzeiten stützt. Es ist sogar von Manipulation die Rede.

Eine interne Einschätzung des Bundesumweltministerium werfe den Autoren des Atomenergiegutachtens Manipulation vor, schreibt die Süddeutsche Zeitung in ihrer Freitagsausgabe.

So sollen die Kosten des Klimaschutzes für die privaten Haushalte mit fast 2000 Euro pro Jahr durch höhere Mieten und Verkehrskosten viel zu hoch angesetzt sein. Dem Umweltministerium zufolge seien Extremfälle «offensichtlich bewusst ausgewählt worden», um «Klimaschutz und Umstrukturierung der Energieversorgung zu diskreditieren».

Zudem hätten die Gutachter trotz anderslautenden Auftrags nur die Kosten und nicht die Nutzen einer ambitionierten Klimapolitik betrachtet. Wegen fragwürdiger Annahmen zur Strompreisbildung schnitten Szenarien mit langen Laufzeiten der Kernkraftwerke besser ab.

Die Konzerne Eon, RWE, EnBW und Vattenfall müssen dem Bericht zufolge mit einer neuen Kernbrennstoffsteuer von 220 Euro je Gramm Uran oder Plutonium rechnen. Damit sollen pro Jahr 2,3 Milliarden Euro in die Staatskasse fließen. Allerdings solle die Erhebung der Steuer befristet werden.

Die Koalitionsspitzen wollen nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag den Streit um längere Laufzeiten der Kernkraftwerke beilegen. An dem Treffen bei Bundeskanzlerin Angela Merkel sollten neben den zuständigen Ministern auch die Spitzen der Parteien und der Fraktionen von Union und FDP teilnehmen. Im Gespräch ist ein Zeitraum von 10 bis 15 Jahren. Dabei soll auch geklärt werden, wie viel die Stromkonzerne für längere Laufzeiten bezahlen müssen.

 

cvd/news.de/dpa
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Energiestreit: Ministerium zweifelt an Atomgutachten » Politik » Nachrichten

URL : http://www.news.de/politik/855071767/ministerium-zweifelt-an-atomgutachten/1/
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Leserkommentare (2)
  • Kommentar: 2
  • 05.09.2010 16:59
von
Ole

Warum gilt eigentlich nicht das Verursacherprinzip bei der Atom-Indurtrie? Wer mit einer Ware Geld verdient,muß auch für die Folgen aufkommen.Das gilt für Autoindustrie, den Maschinenbau,die Elektobranche,die Nahrungsmittelindurtrie,für Arzneimittel,für Konsumgüter,für die Bauindustrie,die Schifffahrt,den Bergbau,die Chemie-Industrie....Ausnahmen:Hausanlieger an großen Flüssen,Waffenindustrie und Atom-Indurtrie! Es gibt fast keine Möglichkeiten der Versicherung gegen Hochwasser,Krieg und atomare Ernstfälle! das Risiko ist einfach zu groß! Wer stellt seinen Garten für ein Endlager,Söder nicht.

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  • Kommentar: 1
  • 03.09.2010 08:22
von
Eva

"Wer die Musik bezahlt, bestimmt was gespielt wird" was kann man da noch erwarten... es wird bestimmt bald ein medizinischer und umwelt gutachten erstellt, dass die atomabfälle nicht nur nicht schädlich sind, sondern auch gesund machen und co2 senken, z.b. bei tabakindustrie mit IHREN gutachten und statistiken funktionieren diese lügen in manchen länder sehr gut..

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