Mo., 13.02.12
Integration

Islam-Debatte FDP-Politiker wirft Kelek Rassismus vor

Von news.de-Redakteur Christoph Heinlein

Artikel vom 02.09.2010

Muslime müssen Sex haben - notfalls mit Tieren? Äußerungen der Sarrazin-Unterstützerin Necla Kelek sorgen für Ärger. Die liberale Naumann-Stiftung will ihr trotzdem den «Freiheitspreis» verleihen. FDP-Integrationspolitiker Serkan Tören ist sauer.

Die Jury hat entschieden - und damit Ärger heraufbeschworen: Alle zwei Jahre verleiht die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung den «Freiheitspreis». In diesem Jahr ist es wieder so weit, die Wahl fiel auf die Soziologin Necla Kelek. Jene Frau also, die gerade Thilo Sarrazin bei seiner Buchvorstellung sekundierte, die selbst islamkritische Bücher schreibt und die schon öfters durch kontroverse Äußerungen zu Integrationsfragen auffiel. Kelek ist umstritten, und nach neuen Äußerungen der Soziologin zur Sexualität von Muslimen bezweifeln Kritiker, dass sie für die Ehrung durch die Naumann-Stiftung die richtige Wahl ist.

Der «Freiheitspreis» soll Personen ehren, die «Impulse für eine liberale Bürgergesellschaft gegeben haben», die «zur Fortentwicklung freiheitlicher Werte und Ziele beitragen». Erster Preisträger war 2006 Ex-Außenminister und FDP-Eminenz Hans-Dietrich Genscher, 2008 wurde der peruanische Schriftsteller Mario Vargas Llosa geehrt.

«Islam-Bitches» mit Kopftüchern

Und nun also Necla Kelek. Am 6. November soll sie den Preis in der Frankfurter Paulskirche bekommen, die Laudatio wird Frauenrechtlerin Alice Schwarzer halten. Kelek habe in der Integrationsdebatte stets klar Position für den Wert der Freiheit bezogen, so die Spitze der Naumann-Stiftung um den FDP-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Gerhardt in einer Pressemitteilung. Kelek sei eine zeitgenössische Vertreterin der Aufklärung.

Genau daran aber zweifeln Kritiker. Die Vorsitzende des Liberal-islamischen Bundes, Lamya Kaddor, hält die Entscheidung der Freiheitspreis-Jury für einen Fehler. Kelek betreibe mit pauschalen und diffamierenden Argumenten Stimmungsmache gegen den Islam. Mit der Preisverleihung mache sich die Naumann-Stiftung diese Haltung zu eigen. «Das ist ein Schlag ins Gesicht der Musliminnen und Muslime und aller, die sich um Integration bemühen», sagt Kaddor zu news.de. Gerade vor dem Hintergrund der Islam-Debatte und des Streits um die Äußerungen Thilo Sarrazins halte sie das für gefährlich.

Necla Kelek polarisiert, und manche ihrer Äußerungen lassen tatsächlich nicht unbedingt in erster Linie an Aufklärung denken. Am 16. Juli war sie in der ZDF-Sendung Forum am Freitag zu Gast, und was sie dort sagte, ist für Lamya Kaddor ein Sinnbild für die «oft entwürdigende Art», mit der Kelek über Muslime spreche. Über die Sexualität von Muslimen sprach Kelek mit Moderator Kamran Safiarian. Der muslimische Mann sei, in den Augen seiner Glaubensbrüder und -schwestern, ständig herausgefordert, so Kelek. «Er muss sich entleeren, heißt es, und wenn er keine Frau findet, dann eben ein Tier oder eine andere Möglichkeit.» Das habe sich «im Volk» so durchgesetzt, sei Konsens.

Deswegen, meint Kelek weiter, müssten sich muslimische Frauen von älteren Glaubensgenossinnen auch Bemerkungen zu ihrem Kleidungsstil anhören, nach dem Motto: «Wenn du dich so kleidest, kann er nicht anders.» Wenige Minuten später gibt die Soziologin dann selbst ihre Ansichten zu Kleidungsfragen zum Besten: Moderne Musliminnen, die Kopftuch tragen und dazu enge Jeans, seien «Islam-Bitches».

Es mag an der eher bescheidenen Resonanz der Sendung liegen, dass die kontroversen Äußerungen Keleks keine Wogen schlugen. In Internetforen wurde debattiert, die breite Öffentlichkeit aber nahm davon keine Notiz, und selbst an Integrationspolitikern war das Interview zunächst vorbeigegangen.

Eine «unglückliche Entscheidung»

Auch Serkan Tören, integrationspolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, hört zum ersten Mal von dem ZDF-Interview. Er sei auch bisher kein Fan Necla Keleks gewesen, weil sie – anstatt wie früher berechtigterweise Missstände anzuprangern – mittlerweile pauschale Islamkritik betreibe. Mit ihren Angriffen habe sie sich in der Integrationsdebatte disqualifiziert, so Tören.

Was Kelek im Forum am Freitag gesagt hat, sei allerdings wirklich schlimm. «Das geht schon in Rassismus über», sagt der FDP-Politiker zu news.de. «Das zeigt, welchen Geistes sie ist.» Angesichts solcher Angriffe auf jeden einzelnen Muslim – auch er selbst fühlt sich da angesprochen – dürfe man Kelek auch als Soziologin nicht mehr ernst nehmen, sagt Tören. Dass die seiner Partei nahestehende Naumann-Stiftung ausgerechnet ihr den «Freiheitspreis» verleihen will, hält er für «unglücklich». «Ich hätte ihr den Preis nicht zugesprochen», sagt Tören.

Bei der Naumann-Stiftung nimmt man die Kritik zur Kenntnis. Die Entscheidung aber sei gefallen. «Wir halten daran fest», sagt ein Sprecher. «Der Preis wird verliehen.»

mac/reu/news.de
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Islam-Debatte: FDP-Politiker wirft Kelek Rassismus vor » Politik » Nachrichten

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Leserkommentare (13)
  • Kommentar: 13
  • 01.10.2010 02:09
von
sel

alle kemalisten sind scheiße ungläubig

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  • Kommentar: 12
  • 15.09.2010 10:58
von
Stefan Richter

Menschen wie Necla Kelek, Ayaan Hirsi Ali, Seyran Ates oder Sabatina James (Pseudonym), die das aufwühlende Buch "Sterben sollst du für dein Glück" geschrieben hat, kennen die Auswüchse dieser Religion, die leider immer mehr zum rückwärtsgewandten Gesellschaftsmodell wird, aus eigener Anschauung. Sie wollen nicht, dass mühsam erkämpfte Frauenrechte ins Klosett gespült werden. Das Frauenbild des Islam ist mit den Werten westlicher Zivilisation unvereinbar.Dies hat eine kluge Frau wie Alice Schwarzer lange begriffen. Ich sträube mich gegen eine Kultur, die Frauen wie den letzten Dreck behandelt.

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  • Kommentar: 11
  • 09.09.2010 11:15
von
debema

Frau Kelek hat profunde Kenntnisse über die Zuwanderer aus dem muslimischen Kulturkreis, was sie gegenüber den konservativen Gutmenschen als Vorteil hat in der Debatte um die Integrationsprobleme. Die politische Elite trägt schwer an den gemachten Fehlern der Vergangenheit und sträubt sich gegen diese Fehlerbeseitigung. Das Hr. Sarrazin als dt. Gegenspieler sich zu den Fehlern bekennt und einen Spiegel der pol. Elite vor die Nase hält, ist gelungen. Der Aufschrei läßt getroffene Hunde bellen und jaulen. Aber eine Klärung wird nicht gelingen.

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  • Kommentar: 10
  • 07.09.2010 22:14
von
Martin K
Antwort auf Kommentar 6

Sehen Sie, es gibt darüber einige Ideen, warum soviele Leute unser Land verlassen. 1. wenn man eh nur Fremdsprachen um sich rum hört, kann man ja direkt ins Ausland gehen, dorthin wo Einwanderer strenger selektiert werden und somit die Steuerlast geringer ist 2. Wenn man extra als Einwanderer nach Deutschland gekommen ist, um dem übermäßigen Einfluss von Islam, islamischer Kleiderordnung und Wertevorstellung zu entfliehen, und dann genauso schlimmes hier vorfindet. Das ist diametral zu Ihren Ideen, aber genauso berechtigt :-)

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  • Kommentar: 9
  • 07.09.2010 12:27
von
Dagmar

Was wäre, wen es keine Religion geben würde? Alles gute Fragen nicht wahr? Die Religion hatt nämlich Ihre Vor und Nachteile und kein Land kann sich davon freisprechen.

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  • Kommentar: 8
  • 06.09.2010 18:36
von
Juergen Backes

Der FDP-Politiker ist ein (moslemischer)Deutscher tuerk ischen Ursprungs, der seinen Glauben wohl ueber alles stellt. (der Vergleich mit den Islamisten draengt sich auf) Was nutzt es,daß ein Glaube angeblich friedlich ist und aufgrund von Millionen "fundamentalistisch denkender" Vollidioten eben der Frieden unter den Voelkern gefaehr det ist und Tausende und Abertausende sterben muessen? Sich dann scheinheipig hinzustellen und mit dem Finger auf andere zu zeigen,hat was mit Charakter zu tun. Man hat - oder nicht. Ich denke, diese Diskussion gibt es nicht,zieht ein Deut scher in die Tuerkei..

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  • Kommentar: 7
  • 05.09.2010 22:32
von
Gibson
Antwort auf Kommentar 4

Danke für Deinen Beitrag - Ich komme langsam zu der Einsicht, daß jeder erstmal Lesen sollte, um mit diskutieren zu können. Ich werde mir eine Übersetzung des Korans besorgen und diese lesen. Es gibt einfach zu viele verschiedene Aussagen. Ich kann aber nicht vorstellen, daß sich Frau Kelek dazu hinreißen läßt, einfach billige Parolen zu verbreiten. Wäre doch dumm von ihr, oder ?

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  • Kommentar: 6
  • 03.09.2010 23:18
von
Bernd Fouquet

Sarrazin, Kelek...... War Deutschland nicht irgendwann mal das Land der Denker? Heutzutage heisst es wohl: Wer am tiefsten unter jede Guertellinie haut und den niveaulosesten Mist absondert, der verkauft die meisten Buecher. Apropos? Wie heisst eigentlich das neue Buch fuer das die Frau gerade Reklame macht? "Alle Tuerken stinken"? Oder "Moslems und andere niedere Lebensformen"? Kein Wunder, dass sowohl gutausgebildete Migrantennachkommen als auch "Ureinwohner" mit Hochschulabschluss in Scharen Deutschland verlassen und das Land immer mehr verbloedet. Das ist der Sarrazin-Effekt.

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  • Kommentar: 5
  • 03.09.2010 15:58
von
Jakester
Antwort auf Kommentar 4

"ZUERST EIN GUTER MENSCH WERDEN ,RELIGION ist sekundär." Wenn wir schon mal bei sinnvollen Inhalten sind, sollte die RELIGION auch sekundaer bleiben um EIN GUTER MENSCH ZU BLEIBEN. Die christliche Religion als friedlich zu bezeichnen, waere alleine nach den letzten 1000Jahren ein unhaltbares Kompliment und auch der Islam wurde nicht durchweg friedlich interpretiert. Als Atheist/Unglauebiger bin ich gerade bei 'Ueberglauebigen gar unbeliebt, da ich denen erst mal den religioes motivierten Grund nehme mich anzumachen. Ich koennte Frieden garantieren. Religionen nicht. War so bleibt so!

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  • Kommentar: 4
  • 03.09.2010 10:43
von
ALPARSLAN

erstens:weder Koran noch ein anderes glaubens Buch gibt solchen SCHWACHSINN wieder. Der Islam ist eine friedliche Religion genau wie die christliche. Nur wird der Islam durch solche leute schlecht gemacht, und leute die keine Ahnung haben glauben daran, erst Wissen sammeln dann Urteilen. EHRT EURE FRAUEN DENN SIE SIND EINE GABE GOTTES. Dies steht auch im Koran nur keiner spricht drüber warum auch warum sollte mann der gesellschaft zeigen das der Islam genau so schön ist wie das christentum.ZUERST EIN GUTER MENSCH WERDEN ,RELIGION ist sekundär

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  • Kommentar: 3
  • 02.09.2010 19:41
von
Frankheim

@Peter Leisinger Vielleicht findest Du die Aufregung deshalb ungerechtfertigt, weil dir die Aussagen von Kelek gut in den Kram passen, hm?

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  • Kommentar: 2
  • 02.09.2010 19:04
von
Jakester
Antwort auf Kommentar 1

Genau Peter, Der Koran sagt einem knappen Viertel/guten Fuenftel der Weltbevoelkerung; ... dem Muslime, ... dass er im Notfall Tiere ficken muss, wenn gerade kein Muslime oder 'So zur Verfuegung steht. 'Damit gehen auch ganz sicherlich alle Muslime konform! .... Und danach kriegt man dann immer noch nen "Freiheitspreis" ..... Bravo!!!!

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  • Kommentar: 1
  • 02.09.2010 17:41
von
Peter Leisinger

Vielleicht regt sich deshalb niemand über die Äußerungen Keleks auf, weil sie den Koran zitiert. Das unterschlägt der Autor dieses Artikels.

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