Mo., 13.02.12

Konservative Sozis «Keinen Märtyrer aus Sarrazin machen»

Artikel vom 31.08.2010

In der SPD wächst der Widerstand gegen einen Parteiausschluss von Thilo Sarrazin. Der konservative Seeheimer Kreis warnt davor, den ehemaligen Berliner Finanzsenator dadurch aufzuwerten. Dessen umstrittenes Buch disqualifiziere sich selbst.

«Ich bin gegen ein solches Ausschlussverfahren», sagte der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises, Johannes Kahrs, dem Berliner Tagesspiegel. «Man darf keinen Märtyrer aus Sarrazin machen», warnte er. Dessen umstrittenes Buch disqualifiziere sich selbst.

Kahrs forderte zugleich den Bundestag zu einer breiten Diskussion über den Stand der Integration von Migranten auf. Insbesondere über die Fehler und Versäumnisse im Bildungsbereich müsse gesprochen werden.

Zuvor hatte sich bereits der Bürgermeister des Berliner Problembezirks Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD), gegen einen Ausschluss gestellt. Eine Volkspartei müsse «unbequeme, ärgerliche und störende Diskussionen aushalten», betonte er in der ARD.

Sarrazin hatte mit Äußerungen zur angeblichen Integrationsunwilligkeit und vererbten Dummheit von Muslimen große Empörung ausgelöst. Juden attestierte Sarrazin zuletzt ein «bestimmtes Gen», das sie von allen anderen Gruppen unterscheide. Die SPD-Spitze hatte daraufhin am Montag ein Ausschlussverfahren in Gang gebracht.

Lesung aus Sicherheitsgründen abgesagt

Der 65-jährige Sarrazin wurde am Dienstag indes zu einem Gespräch nach Frankfurt zitiert. Der Ethik-Beauftragte der Notenbank wollte anschließend mit dem Vorstand beraten. Eine Entscheidung wird möglicherweise schon nach der Vorstandssitzung am Mittwoch verkündet.

Die Abberufung eines Vorstandsmitglieds wäre in der Geschichte der Notenbank einmalig. Experten sehen dafür hohe Hürden. Der Wirbel um Sarrazin reißt unterdessen nicht ab: Eine für Donnerstag geplante Lesung in Hildesheim wurde am Dienstag abgesagt - aus Sicherheitsgründen.

Auch die Rufe nach Sarrazins Entlassung wurden am Dienstag lauter. Die Integrationsbeauftragte Maria Böhmer (CDU) hält den Ökonom für «nicht mehr tragbar», wie sie den Ruhr Nachrichten sagte. «Wir haben durchaus auch viele Migranten muslimischen Glaubens, die es zu sehr guten Schulergebnissen bringen.»

Sarrazins Buch verkauft sich bestens

Der Zentralrat der Juden in Deutschland warf der Bundesbank ein zu nachsichtiges Vorgehen vor. «Die Meinung von Herrn Sarrazin hat nichts mit der Bundesbank zu tun. Daher sollte die Bundesbank auch besser nichts mit Herrn Sarrazin zu tun haben», sagte Vizepräsident Dieter Graumann Handelsblatt Online.

Sarrazins umstrittenes Buch Deutschland schafft sich ab verkauft sich unterdessen gut. Der Verlag bringt an diesem Mittwoch die dritte Auflage mit 30.000 Exemplaren in den Handel, die ersten beiden Auflagen umfassten insgesamt 40.000 Stück, wie der Münchner Verlag DVA auf Anfrage mitteilte. Auch eine vierte Auflage sei in Vorbereitung, sie soll am Montag mit 80.000 Exemplaren in den Buchläden liegen.

cvd/news.de/ddp/dpa
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Leserkommentare (13)
  • Kommentar: 13
  • 03.09.2010 00:10
von
Marianne

Erst sollte man das Buch lesen,bevor man sich aufregt. Hat Sarrazin mit seiner groben Aussprache das geäußert, was viele Bürger im Alttag erleben.Es gibt sicherlich gute Sachen aber man sollte missstände nicht vertuschen. Aus Erfahrungen und fehlern hat meine Generation gelernt. Man sollte in einer Demokratie, auf die ich sehr stolz bin,diese nicht mit Füßen treten.Ich bin parteilos und bin der Meinung warum soll man Ihn aus der SPD rausschmeissen,er ist seit 1975 tätig und hat bisher sicherlich gute Arbeit geleistet sonst wäre er nicht solange dabei.Nicht nur reden sondern probleme anpacken.

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  • Kommentar: 12
  • 01.09.2010 15:08
von
asse6

Das kollektive Aufjaulen unserer sogenannten"Volksvertreter" zeigt wie Recht Sarrazin hat.Jahrelang wurde das Problem totgeschwiegen weil keiner den Mut hat sich zu positionieren. Ein Verbot der 70 Watt Glühbirne ist ja auch wichtiger!! Armes Deutschland

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  • Kommentar: 11
  • 01.09.2010 13:55
von
Gibson
Antwort auf Kommentar 6

Ich kann Raimund nur zustimmen! Nur 1 Beispiel: Wenn man eine Sache "richtig" macht und zum Sparen das Thema Rentenkürzung anspricht, dann sollte ein Regierender (so wie ein Erziehender) ein Vorbild sein und gleichzeitig auch von Diätenkürzungen sprechen und dies in die Praxis umsetzen. Dann, meine Damen und Herren Politiker, wären Sie wieder glaubwürdig, das wäre ein erster Schritt. Dieses könnten sie fortsetzen bei unsinnigen Subventionen, bei Vergabe von lukrativen Auftägen an Sportsfreunde, Verwandte usw. - das wäre ein zweiter Schritt. Dies ließe sich fast unendlich fortsetzen ......

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  • Kommentar: 10
  • 01.09.2010 13:44
von
Gibson

Statt daß Frau Böhm etwas von Entlassung faselt, sollte sie lieber ihren Job besser machen. Ich kenne auch Türken - die sind fleißg und bodenständig, das sind richtig feine Leute. Ich kenne aber auch welche, die setzen Frau mit Kind zum Betteln in die Fußgängerzone und holen sie abends im BMW ab. Ich habe türkische Kids erlebt, die helfen einer alten (deutschen) Frau über die Strasse, aber auch solche die rufen: "Halt die Fresse, sonst schicken wir dir BinLaden". Aber soll sich Frau Böhm ruhig weiter empören, da braucht sie wenigstens nichts mehr zu tun, sie hat ja laut "Entlassung" gerufen.

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  • Kommentar: 9
  • 01.09.2010 11:53
von
teddyy
Antwort auf Kommentar 4

Ich glaube nicht, dass die Masse etwas gegen "Ausländer" hat, es gibt soviele arbeitssame und liebenswerte Menschen in allen Nationen. Es geht hier um Dinge der unterschiedlichen Kulturen! Vermummung von Frauen, Verheiraten von Frauen, usw.! Wenige kommen ins Land und wollen sich in diese Kultur einfügen, sondern jetzt sozial abgesichert IHR Leben rücksichtslos weiter führen. Wenn man in ein anderes Land mit anderer Kultur will, dann will ich diese (?)(oder die "Kohle"(?)) und passe mich dort an!

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  • Kommentar: 8
  • 01.09.2010 11:38
von
rita schwarz

Man kann sich über diesen oder Ausspruch in seiner Art streiten, aber über Wahrheiten im täglichen Leben nicht! Es gibt viele "Keinigkeiten", die die gesamte Nation gemeinsam aufregt:1. Zu Hause gibt es ein Kopftuchverbot - hier müssen wir diese Vermummung ertragen. 2. Aussprüche wie z.Bsp.: Warum müssen wir deutsch lernen, die Lehrer an den Schulen sollten endlich türkisch lernen! usw.usw. Gelernt habe ich andere Kulturen zu ehren und zu achten und wenn ich in ein anderes Land auswandern will, dann habe ICH die Sprache von mir aus zu lernen und mich dort ANZUPASSEN ! Sonst bleibe ich dort!!!

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  • Kommentar: 7
  • 01.09.2010 10:18
von
hellboy
Antwort auf Kommentar 4

Was macht ihr denn nóch hier? Geht doch nach hause und kommt eventuell mal als Touristen für 2 Wochen wieder! Aber, ach ja, der deutsche christliche Steuerzahler muss ja euch und eure Familien durchfüttern!

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  • Kommentar: 6
  • 01.09.2010 10:10
von
Raimund

Recht so Herr Sarrazin, Sie sprechen nur aus was die Mehrheit der deutschen Bevölkerung denken. Verzeihung,darf man noch deutsche sagen, oder stößt dies auf die sogenannten politischen Korrekten? Es ist nur zu hoffen, daß die Verantwortung für die jetzigen und kommenden Zustände auch von denen getragen wird, die sie verursacht haben.18 Milliarden Sozialhilfe jährlich für zugewanderte nicht arbeitende ist doch nicht wenig. Damit könnte man die defizitären Kranken- und Rentenversicherungen leicht sanieren und braucht keine Zusatzbeiträge zu erheben und Leistungen ständig kürzen.

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  • Kommentar: 5
  • 01.09.2010 10:01
von
Schmidt

Es ist immer das Gleiche. wenn irgend jemand eine andere Meinung hat, als die offiziell verkündete wird er denuziert, seine Aussagen werden absichtlich falsch wiedergegeben, ein Medium schriebt ohne Analyse vom anderen ab. Das geht von Martin Hohmann über Eva Herman und nun Thilo Sarrazin. Die ersten beiden wurden nachträglich von der "noch" unabhängigen Justiz rehabilitiert sowie hohe Strafen gegen einige Medien verhängt, aber ihre berufliche Laufbahn wur beendet. Alle die Kritik übten, taten dies schon vor Veröffentlichung, konnten den Inhalt garnicht kennen. Es genügte schon das Thema.

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  • Kommentar: 4
  • 01.09.2010 03:30
von
zkB

Jeder der sich wichtig machen will geht auf uns los, und behauptet was er will. So schürt man nur Hass, und man bringt mit Sicherheit keine konstrucktive Idee die unsere Gesellschaft vorwärst bringt. Doch das wissen diese Wichtigtuer schon längst sie wollen nur den Innerenhass der Abendländer auf alles andere was nicht seinem Ideal entspricht wecken. So ist die einzige Chance das kommende Gemetzel zu entkommen das wir Muslime uns unseren Ländern widmen und uns nicht vormachen das das hier unsere Heimat ist. Den Fehler haben die Juden gemacht und wir wissen ja was dann geschehen ist.

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  • Kommentar: 3
  • 01.09.2010 01:27
von
Heiner Geißler

Zitat v. 31.08.2010 - Gedächtnisinhalte zu kombinieren ist nicht davon abhängig, welche Gene ein Mensch trägt, sondern welche Bildung und Erziehung er genossen hat. Dass viele muslimische Kinder in den Koranschulen und vielen muslimischen Schulen und von den Eltern die Kombination von religiöser, sozialer und kognitiver Intelligenz nicht lernen, begründet ja gerade ihren schlechten Bildungsstand, den Sarrazin beklagt.

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  • Kommentar: 2
  • 31.08.2010 23:14
von
IKE

Er riecht iregendwie nach Adolf Gen, ganz pervers sind wieder seine Anhänger,....Leute gehts UNS wirklich so schlecht, wie schnell wir doch den Kopf in den Sand stecken.Thilo sagt abschaffen, die eine sagt anschaffen, schaffen ist ein grosser Begriff, dazu gehört nicht unbedingt die 8 stündige LOHNARBEIT!Schaffen ist etwas was man am Ende vorzeigen kann....da gehören WIR allerdings nicht dazu.Thilo muss auch begreifen dass die goldenen Jahre der Bänker vorbei sind, wir haben alle zuviel angeschafft auf Kosten der Ur-enkel, ein technokratischer Irrweg, yes we can do.

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  • Kommentar: 1
  • 31.08.2010 22:38
von
Ths Prs

Go for President, Thilo Sarrazin, go!!!!!!

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