Mo., 13.02.12

Jugendschutz Neonazis marschieren durchs Web 2.0

Von news-de-Redakteur Jens Kiffmeier, Berlin

Artikel vom 30.08.2010

Ob Facebook, Twitter oder YouTube – die rechtsextreme Szene treibt sich immer stärker im Netz herum. Die Gegenwehr der Jugendschützer ist zu harmlos – auch weil die Betreiber und die Netz-Community zu sorglos mit dem Thema umgehen.

11.08.2010
Storch Heinar
Mit dem bekloppten Storch über Nazis lachen
Video: Unitec

Ob mit Hassparolen bei Facebook, mit umgedichteten Kinderliedern auf YouTube oder mit Hetzkampagnen auf eigenen Seiten – die deutsche Neonazi-Szene ist im Internet weiter auf dem Vormarsch. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht von jugendschutz.net hervor – einer gemeinsamen Stelle der Bundesländer für den Jugendschutz. Demnach wurden im vergangenen Jahr 1872 rechtsextreme Internetseiten registriert – so viele wie noch nie. 2005 waren es 839 weniger. «Das Internet ist für die rechtsextreme Szene zum Propagandamittel schlechthin geworden», warnte der stellvertretende Projektleiter, Stefan Glaser.

Seit 2000 beobachtet die Arbeitsstelle im Auftrag der Länder das braune Treiben im Netz und sucht nach Gegenstrategien. Doch bei allem ernsthaften Bemühen: Die Trendwende konnte bislang nicht eingeleitet werden. Im Gegenteil: So vernetzen sich die Neonazis immer besser in eigenen Communities, um dort ihre Aktionen vorzubereiten und Jugendliche anzuwerben. Allein über 90 eigene Netzwerke der Neonazis fanden die Jugendschützer im Jahr 2009. Damit habe sich die Zahl in nur einem Jahr fast verdreifacht. Und auch die Internetangebote der rechtsextremen NPD seien um 30 Prozent gestiegen, heißt es in dem Bericht.

Mit großer Sorge beobachten die Fahnder aber auch die massenhafte Verbreitung von Hasstiraden über allgemein zugängliche Netzwerke. So werden Musikvideos auf Videoplattformen wie Youtube hochgeladen oder über soziale Netzwerke wie Facebook Einladungen zu Nazi-Veranstaltungen verschickt – und das mit Erfolg. So ködern die Rechtsextremen eine wachsende Anhängerschaft. Bis zu 10.000 User sollen täglich auf diese Angebote zugreifen.

Schlechter Überblick: 24 Stunden Videomaterial pro Minute

Die Gegenwehr erscheint schwierig. Zwar spricht jugendschutz.net gezielt die Provider der Webseiten an und erreicht nach eigenen Angaben, dass in vier von fünf Fällen die strafbaren oder jugendgefährdenden Inhalte gelöscht werden. Aber die Masse der Inhalte - allein bei YouTube werden weltweit pro Minute insgesamt 24 Stunden Videomaterial hochgeladen - macht eine lückenlose Kontrolle schier unmöglich. Was vordergründig gelöscht worden sei, würde anschließend hinten herum über ausländische Server wieder auf die Seite gestellt, krtisierten die Jugendschützer.

Vor diesem Hintergrund fordern sie ein noch stärkeres Engagement der Betreiber. «Da immer mehr Jugendliche die Plattformen nutzen, müssen Facebook, YouTube und Co. noch mehr tun», sagte Glaser. Seine konkrete Forderung: Mehr Personal und eine bessere Technik. So müsste zum Beispiel ein Tool entwickelt werden, was das erneute Hochladen eines bereits gelöschten Inhalts erkennen und verhindern könne.

Betreiber brauchen Hilfe der Community

Die Betreiber allerdings sehen sich ausreichend gerüstet. Auf Anfrage von news.de lassen YouTube und Facebook jeweils über einen Sprecher mitteilen, dass etwa «verabscheungswürdige» Inhalte, die gegen die allgemeinen Geschäftsbedingungen verstoßen, «ratzfatz gelöscht werden, sobald sie erkannt werden». Beide Unternehmen setzen bei der Erkennung des Inhalts auf ein eigens geschultes Team und auf vorhandene technische Lösungen, die das Benutzen jugendgefährdender Schlagwörter unterbinden (Facebook) beziehungsweise das erneute Hochladen bereits gelöschten Inhalts verhindern sollen (YouTube). «Wir werden aber alle Aktivitäten in Zukunft weiter forcieren», versprach der YouTube-Sprecher und appellierte zugleich an alle Nutzer, gefährliche Inhalte zu melden. Nur so könne man das Problem wirksamer bekämpfen.

Zumindest in diesem Punkt erhält das Unternehmen auch Zustimmung von der Bundeszentrale für politische Bildung (BPB), die sich zusammen mit jugendschutz.net der Problematik angenommen hat. So sagte BPB-Präsident Thomas Krüger: «Die Bekämpfung ist nicht allein die Aufgabe des Staates. Auch die Community im Netz muss stärker im Kampf gegen Rechts aktiviert werden.»

Einen Versuch dazu hat man bei YouTube bereits gestartet. Bereits zum zweiten Mal findet zurzeit die Aktion «361 Grad» statt. Dabei sollen Jugendliche Videos drehen und zeigen, wie respektvoller Umgang aussehen kann. Dem Gewinnerteam winkt ein Konzertbesuch bei den Fantastischen Vier.

Die Initiatoren versprechen sich viel davon. Den Vorwurf, dass man damit nur die Jugendlichen erreicht, die sowieso tolerant eingestellt sind, lassen sie nicht gelten. So warb die Musikband Silbermond bereits im vergangenen Jahr bei der Premiere der Aktion im news.de-Interview für eine aktive Teilnahme: «Es wird viele Leute erreichen und zum Nachdenken anstoßen.»

hav/ivb/news.de
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Jugendschutz: Neonazis marschieren durchs Web 2.0 » Politik » Nachrichten

URL : http://www.news.de/politik/855071110/neonazis-marschieren-durchs-web-2-0/1/
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Leserkommentare (16)
  • Kommentar: 16
  • 08.07.2011 12:16
von
Ellipirelli

Ach ja? Die "bösen Neonazis" mal wieder Ziel und Angriffsfläche der maistreamen Medien-Macher? Was ist aber mit den irslamsitischen Quasselstrippen,die auf youtoube ihren Schrott ungeniert verbreiten dürfen?Seltsam,daß sich dagegen Niemand aufspielt von den Medien? Vor den Islamisten wird gekuscht,und denen,die was dagegen sagen,bekommen einem Maulkorb verpasst.Wenn ich könnte,wie ich wollte,würd ich hier so einiges berichten,aber schade um die Zeit. Es ist ein erbärmliches Trauerspiel,was in unserm Land geschieht.Mehr sag ich dazu nicht.

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  • Kommentar: 15
  • 03.04.2011 20:28
von
martin11
Antwort auf Kommentar 1

Was ist mit "verfehlter Asyl- und Migrationspolitik" gemeint? Derzeit kommen Ausländer, die kein deutsch sprechen, nicht mal mehr als Ehepartner eines Deutschen ins Land. Was soll man denn da NOCH RESTRIKTIVER handhaben? Dass Türken, die wir in den 50er Jahren hergeholt haben, weil wir so viel Arbeit hatten, dass es nicht genug Inländer gab um sie zu erledigen, nun hier wohnen, will man ihnen jetzt vorwefen? Widerwärtig. Einfach mal kurz durch Paris oder London laufen, zählen, ob wir besser oder schlechter dran sind und dann ganz schnell still werden und zu den wirklichen Problemen zurück!

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  • Kommentar: 14
  • 03.04.2011 20:17
von
martin11
Antwort auf Kommentar 13

Wenn es um die Anzahl der Opfer geht ist der 2.WK weit schlimmer gewesen als der 30jährige Krieg - allenfalls bei den Prozentzahlen könnte die Behauptung stimmen. Anders als im Zweiten Weltkrieg wurde nicht gegen "Untermenschen" der "slawischen Rasse" gekämpft, wurden weder Juden noch Sinti und Roma aufgrund ihrer "Rassenzugehörigkeit" umgebracht. Ziel war nicht die Auslöschung einer Bevölkerungsgruppe. Dass es vor und nach dem 30jährigen Krieg auch zu Mord an Juden kam, macht die "Endlösung der Judenfrage" nicht besser - alleine schon dieses Wort zeigt, wie unvergleichlich der Rassenwahn war!

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  • Kommentar: 13
  • 04.02.2011 09:48
von
oliver
Antwort auf Kommentar 9

Gegen den 30 Jährigen Krieg war der 2. Weltkrieg nichts dagegen. So entvölkert war Deutschland noch nie. Man hat den 30 Jährigen Krieg aber nie zum Schuldkult deklariert und gegen ein Volk gemünzt, so wie es die Grünen tun und unsere Regierungstruen von da oben. Man kann sich kaum Vorstellen wie andere Länder gegen ihr J... Probleme selbsttätig vorgegeangen sind. Geh mal ins Jüdische Museum, dann siehst eindeutig nicht nur Deutschland in der Schuld.

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  • Kommentar: 12
  • 02.09.2010 20:05
von
Eduard Graf Siebe
Antwort auf Kommentar 7

Woher weist du das, oder bist in beiden Richtungen tätig,Kinderschänder und Nazi? Unter dem Anstreicher aus "Braunau"gab es beides zu genüge!

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  • Kommentar: 11
  • 02.09.2010 20:01
von
NRW
Antwort auf Kommentar 6

Was ist schlimmer?

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  • Kommentar: 10
  • 02.09.2010 19:58
von
KOBE
Antwort auf Kommentar 4

Wurzek-Ei,der pro-blem-deutsche von den Heu-Hirn-Märketen von Köln spricht wieder die Unwahrheit.Das Bundekriminalamt hat Klar dargestellt,das die"Neo-Nazi-Gruppen"und die NPD-Nachläufer extrem gewalttätiger vorgehen als die lenken Gruppierungen. Faxt und nachlesbar. Wurzel-Ei ist nur ein Hilfsprediger für flache Hirne.

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  • Kommentar: 9
  • 31.08.2010 16:34
von
Jakester
Antwort auf Kommentar 4

"NPD=Neonazi(auch nur Sozialisten!)" Solche Vergleiche kommen ausschliesslich aus der extrem rechten Ecke. Hitler=Sozialist somit Sozn/Linke=Nazi/Faschisten. ".... und die Linken sind gefährlicher, besonders gewaltätiger,..." steht auch gleich Model fuer solch Schwachsinn. ... Lustig ist auch #6 ".... es gibt schlimmeres als nazis oder????" .... Da frage ich mich warum die Schrecken des Dritten Reiches weltweit als eines, wenn nicht das uebelste Verbrechen ueberhaupt gehandelt wird. Der westliche Rechtsruck ist ne boese Sache, und wer ihn verharmlost/verteidigt rueckt mit. Nuescht gelernt!!

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  • Kommentar: 8
  • 31.08.2010 09:43
von
devilonweels
Antwort auf Kommentar 6

Als "harmlos" bezeichnen sich nicht einmal die Scheißnazis selbst.Schlimmer gehts nimmer!

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  • Kommentar: 7
  • 30.08.2010 21:21
von
spohni

im netz maschieren mehr kinderschänder als nazis macht da mal lieber was gegen

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  • Kommentar: 6
  • 30.08.2010 21:19
von
meike

ich kanns nich mehr höhren ..........bla bla dann soll vaterstaat mal was ändern es gibt schlimmeres als nazis oder????

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  • Kommentar: 5
  • 30.08.2010 19:01
von
astrowolf

wenn man frieden wollte...... würde man am runden tisch in 10 minuten jeden entlarfen der sozial redet + einen ganz andern plan hat..... die linke hat sich wendehälse schon zig mal verändert das volk bleibt einfach dumm + feige ++ wer will die deutschen blöde +++ astrowolf hannover

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  • Kommentar: 4
  • 30.08.2010 15:43
von
wurzelei

Neonazis. Dieses hysterische Gefasel kann ich nicht mehr hören! Damit finanzieren nur diverse Quatschfaselleute- auch Politikwissenschaftler oder ähnliche wie Sozialwissnschaftler - ihren Lebensunterhalt auf Steuerzahlerkosten im lächerlichen "Kampf gegen Rechts". Wäre die NPD=Neonazi(auch nur Sozialisten!) eine fragliche Gefahr, müßte sich dies in Wahlerfolgen niederschlagen. Erfolge kann man diesen Dumpfbacken nicht unbedingt nachsagen. Niedriger hängen. Sparen ist angesagt, und die Linken sind gefährlicher, besonders gewaltätiger, siehe verletzte Polizisten, modernes Kanonenfutter.

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  • Kommentar: 3
  • 30.08.2010 15:32
von
Retro Jetzt

Den Anreiz diesen Artikel zu schreiben, fand der Autor sicher auch bei der Lektüre der Kommentare von news.de-Artikeln.

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  • Kommentar: 2
  • 30.08.2010 14:58
von
Elster

Na ,die "Liebe " ich .Mit solchen Menschen harmoniere ich nicht.

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  • Kommentar: 1
  • 30.08.2010 14:37
von
Longus

verstehe das rumgeheule nicht. das ist das ergebnis einer jahrzehntelangen, verfehlten asyl u. migrationspolitik. da wird jetzt auf die ergebnisse geschimpft, anstatt mal über die ursachen der immer mehr zunehmenden, verstärkten neonazi aktivitäten und den zulauf von jugendlichen in deren kreise nachzudenken. nicht etwa das ich damit sympatisiere, denn das benutzen der idiologie der alten nazis ist einfach nur dümmlich u. primitiv.

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