So., 12.02.12

Atomkraftwerke Sicherheitslücke Flugzeugabsturz

Artikel vom 28.08.2010

Das Energiekonzept der Regierung wird konkreter: Offenbar sollen AKWs besser vor Flugzeugabstürzen gesichert werden. Das könnte alte Meiler unrentabel machen. Laut Gutachten zur künftigen Energieversorgung sind Laufzeiten bis 2040 und länger denkbar.

Strenge Sicherheitsauflagen könnten den Betrieb mehrerer Atomkraftwerke unrentabel machen und zu einer Laufzeit-Verlängerung nur bei einigen der 17 noch laufenden Anlagen führen. Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) will laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel vorschreiben, dass alle deutschen Kernkraftwerke mit Baumaßnahmen gegen Flugzeugabstürze geschützt werden.

Alle AKWs sollten gegen den Absturz eines Passagierflugzeugs vom Typ A320 geschützt sein, das Terroristen in einen Meiler lenken könnten. Von Atomkraftgegnern wird kritisiert, dass zum Beispiel das in der Einflugschneise des Münchener Flughafens gelegene AKW Isar 1 nicht ausreichend gesichert sei. Das hessische AKW Biblis, das in der Nähe des Frankfurter Flughafens liegt, sei bereits beim Absturz kleinerer Maschinen gefährdet.

Die Energiekonzerne hatten zur Verbesserung des Schutzes vor Abstürzen oder Attacken Vernebelungsanlagen ins Spiel gebracht. Eine ganze Reihe von Atomkraftwerken bräuchte bei einer Durchsetzung strenger Nachrüstungspläne wohl eine neue Schutzhülle aus Beton. Das könnte bei den älteren Anlagen den Weiterbetrieb unrentabel machen.

CO2-Emissionen sollen bis 2030 um 55 Prozent fallen

Die Konzerne RWE, Eon, Vattenfall und EnBW warnen vor einer finanziellen Überlastung. Neben der Brennelementesteuer und möglicherweise hohen Kosten für eine Nachrüstung sollen sie einen weiteren Beitrag bei längeren Laufzeiten zahlen. Die Atombranche fordert mindestens 15 Jahre längere Laufzeiten bis etwa zum Jahr 2040 - auch, damit sich mögliche Nachrüstungen lohnen.

Präzisiert hat Röttgen laut Spiegel bei der Arbeit am Energiekonzept zudem, wie stark die CO2-Emissionen nach 2020 fallen sollen: Um 55 Prozent gegenüber 1990 bis zum Jahr 2030 und um 70 Prozent bis 2040. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Röttgen hätten sich auch auf eine Reihe von Klimaschutzmaßnahmen geeinigt.

Geplant seien etwa eine weitere Beschleunigung der Planungs- und Genehmigungsprozesse für Stromleitungen und für Wasserkraftwerke. Staatliche Bürgschaften solle es geben, um Investitionen in Offshore-Windparks abzusichern. Und Hausbesitzer sollen stärker gefördert werden, wenn sie ihre Ölheizungen durch umweltfreundliche Heizungen ersetzen. Zusätzlich rund drei Milliarden Euro veranschlage die Regierung pro Jahr, um die Energieziele zu erreichen.

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Atomkraftwerke: Sicherheitslücke Flugzeugabsturz » Politik » Nachrichten

URL : http://www.news.de/politik/855071007/sicherheitsluecke-flugzeugabsturz/1/
Schlagworte:
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Leserkommentare (6)
  • Kommentar: 6
  • 10.09.2010 08:38
von
Antonietta

Atomkraft muss ein Auslaufmodell bleiben. Sonne, Wind, Biomasse und Wasser plus Energieeffizienz und Einsparung gehören die Zukunft!

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  • Kommentar: 5
  • 29.08.2010 21:01
von
devilonweels
Antwort auf Kommentar 2

Lieber klartext, alles Richtig was du sagst. Nur - könntest du mir deinen letzten Satz bitte übersetzen, was verkaufen nun die "Volksvertreter"?

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  • Kommentar: 4
  • 28.08.2010 22:50
von
Longus

ich kann mich nur widerholen...mehr oder weniger regelmässig wird die doku -der grosse bluff- im tv gesendet. hauptsächlich auf phönix. wem danach nicht der arsch auf grundeis geht, u. selbst der letzte ignorante starrsinnige mit schwarz-gelben scheuklappen nicht merkt wie er verarscht wird, der soll von mir aus verrecken wie die zwangsabkommandierten soldaten seinerzeit in tchernobyl.

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  • Kommentar: 3
  • 28.08.2010 17:24
von
Felix Kroll

Für die Abwehr feindlicher Flugzeugangriffe auf Objekte, wie Kernkraftwerke, war früher einmal die Bundeswehr zuständig. Aber Landesverteidigung wurde zugunsten der Auslandseinsätze sträflich vernachlässigt. Der Objektschutz wird mit jetzt von Betonfachleuten bewerkstelligt. Es wurde viel Geld in die Radarkontrollierten Fla-Systeme investiert. Zum ersten Mal muss ich den vielen Kommentatoren Recht geben, dass mit der deutschen Regierung etwas nicht stimmt. Ein Flugzeug wie den A-320 könnte meine Oma abschiessen.

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  • Kommentar: 2
  • 28.08.2010 15:48
von
klartext

Das lächerliche Schauspiel ist auch wieder eine VERNEBELUNGSAKTION mit Lug und Trug. Für wie dumm halten die "VOLKSVERTRETER" das Volk ? REALITÄTEN und nichts für die Lachmuskeln ! -Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger ! ... -Chemievertreter verkaufen Chemikalien !... -Volksvertreter verkaufen ... Moniti meliora sequamur

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  • Kommentar: 1
  • 28.08.2010 13:51
von
Tom

"Vernebelungsanlagen" ...ich lach mich scheckig...! Dümmer gehts nimmer. Bis das AKW eingenebelt ist, ist die Kiste (A-320, oder was auch immer) schon längst durch das AKW gerauscht. Man hat mit einer der dümmsten Aktionen der Luftfahrt "Sperrzonen" 2,5NM Radius und 2.500ft AT um diese eingerichtet. Jetzt weiss man endlich sicher, wo sich diese sensibleren Bereiche befinden... Also wer sowas anstellen und schaden anrichten will, der wird das tun - und da gibt es sicherlich einfachere und mindestens genaus effektive möglichkeiten... Gruß, aero

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