Westerwelle, wegtreten!
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Von news.de-Redakteur Timo Nowack
Artikel vom 25.08.2010
Die Saar-FPD fordert von Guido Westerwelle, den Parteivorsitz niederzulegen. Gegen den eigenen Chef zu schießen, ist zwar nicht die feine Art, aber notwendig. Denn Westerwelle selbst scheint aus den vergangenen Monaten nichts gelernt zu haben.
Den wirtschaftlichen Aufschwung nutzte Guido Westerwelle sofort: Als das Statistische Bundesamt Mitte August ein überraschendes Bruttoinlandsprodukt-Plus von 2,2 Prozent bekannt gab, war er zur Stelle - mit der Forderung, jeden Spielraum für Steuerentlastungen zu nutzen.
Als wäre in den vergangenen Monaten nichts geschehen. Als kämpfe die FDP nicht bundesweit mit der Fünf-Prozent-Hürde, als hätte Schwarz-Gelb bei der NRW-Wahl nicht die Macht im bevölkerungsreichsten Bundesland verloren. Als hätte das nicht alles etwas mit dem Image als Steuersenkungspartei zu tun, das so wenig in diese Krisenzeit passt, Quartalsaufschwung hin oder her.
Andere in der Partei haben das erkannt, von jung bis alt: Der Chef der Jungen Liberalen plädierte mit Blick auf Westerwelles Forderung dafür, dieselbe Sau nicht zum 20. Mal durchs Dorf zu treiben. Der Altliberale Gerhard Baum warf der Parteiführung gar Realitätsverlust vor. Und der Ehrenvorsitzende Hans-Dietrich Genscher sagte: «Die FDP hat sich in der öffentlichen Wahrnehmung zu sehr auf das Thema Steuersenkungen eingeengt. Das war sicher ein Fehler.»
Der Parteichef dagegen scheint diese Lehre nur zu ziehen, wenn Angela Merkel ihn zur Räson ruft - und sie danach direkt wieder zu vergessen. Damit ist Westerwelle - der Außenminister - das größte innenpolitische Desaster für seine eigenen Partei. Daher ist die Forderung aus der Saar-FDP, dass Westerwelle den Parteivorsitz niederlegen soll, völlig berechtigt.
Zum einen könnte er sich dann voll auf sein Ministeramt konzentrieren - und das ist auch nötig neben einer Kanzlerin, die die Außenpolitik so stark an sich reist wie Angela Merkel.
Vor allem aber bekäme die Partei ohne Westerwelle an der Spitze die Chance zum bitter nötigen Neuanfang. Angenommen, Westerwelle legt den Vorsitz zum Jahresende nieder, dann hätte sein Nachfolger noch rund drei Monate Zeit, um das Image der Partei bis zur Landtagswahl in Baden-Würtemberg wieder halbwegs auf Vordermann zu bringen.
Doch wer kommt als Nachfolger überhaupt in Frage? Nur ein Name scheint sich da aufzudrängen: Christian Lindner. Der Generalsekretär ist in der Partei beliebt und auch nach außen hin durchsetzungsstark. Zwar scheint er mit seinen 31 Jahren eigentlich noch zu unerfahren. Doch vielleicht ist das genau der überharte Bruch, den die FDP braucht.
kas/news.de
Zum Thema
Thema verfolgen »
Artikel kommentieren
Um die Partei zu schützen, soll sich FDP-Chef Westerwelle zurückziehen. Sagt ein mehr ...
Von der guten Konjunktur sollen auch die Bürger etwas haben. Das fordern FDP und mehr ...
Der Außenminister verzichtet bei Reisen in Länder mit Gesetzen gegen Homosexuelle auf seine mehr ...
Am Wochenende will die FDP-Spitze über eine Neuausrichtung beraten. News.de analysiert, was dahinter mehr ...
Der 30-jährige Christian Lindner wird Generalsekretär der FDP. Damit macht die neue Generation in der Partei einen weiteren mehr ...
Guido Westerwelle steht kurz davor, deutscher Außenminister und Vize-Kanzler zu werden. Doch wie ist der mehr ...
FDP ?? ach die heimliche Dirndl traeger Partei!! Frau westerwelle ab in den Kosovo.
jetzt antwortenKommentar meldenJetzt mach mal nicht so kontraproduktive Vorschlaege! Da kriegen wir die FDP ja nie vom Hals. :-)
jetzt antwortenKommentar melden