Hamburg Ahlhaus neuer Chef über Schwarz-Grün

Ahlhaus zum neuen Hamburger Buergermeister gewaehlt (Foto)
Hamburgs Erster Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU) leistet nach seiner Wahl den Amtseid. Bild: ddp

Neuer Erster Bürgermeister in der Hansestadt: Christoph Ahlhaus ist vom Senat als Nachfolger von Ole von Beust gewählt worden. Er erhielt mehr Stimmen als die schwarz-grüne Koalition Stimmen hat. Mit ihm kommen drei neue Senatoren in die Regierung.

Die Bürgerschaft wählte Christoph Ahlhaus am Nachmittag erwartungsgemäß zum Nachfolger des zurückgetretenen Ole von Beust (CDU). Der 40-Jährige war bisher Innensenator in Hamburg.

Ahlhaus erhielt bei seiner Wahl sogar mehr Stimmen, als die schwarz-grüne Koalition Abgeordnete stellt. Insgesamt votierten 70 der 121 Politiker für Ahlhaus, 50 gegen ihn und einer enthielt sich. CDU und Grüne - in Hamburg GAL genannt - haben gemeinsam nur 68 Sitze in der Bürgerschaft. Der 55-jährige Beust hatte Mitte Juli angekündigt, sich nach fast neun Jahren im Amt aus der Berufspolitik zurückzuziehen.

Im Anschluss an die Bürgermeisterwahl sollte der Senat von Deutschlands erster schwarz-grünen Koalition auf Landesebene vereidigt werden. Neu in die Regierungsmannschaft kommen sollen Innensenator Heino Vahldieck (CDU), Wirtschaftssenator Ian Karan (parteilos) und Kultursenator Reinhard Stuth (CDU). Die übrigen sechs Ressortchefs - davon drei von den Grünen - behalten ihre Posten.

Ahlhaus war bereits am vergangenen Wochenende sowohl von der CDU- als auch von der Grünen-Basis als neuer Bürgermeister akzeptiert worden. Während es in der CDU keinerlei Bedenken gegen Ahlhaus gab und dieser auch einstimmig zum Beust-Nachfolger gekürt worden war, gab es bei den Grünen zunächst heftige Debatten. Zuletzt fand sich dann aber doch eine große Mehrheit für die Fortsetzung der schwarz- grünen Koalition mit Ahlhaus an der Spitze.

Lesen Sie auf Seite 2 kurze Portraits der drei neuen Senatoren

Innensenator Heino Vahldieck (CDU):

Der 55-Jährige Nachfolger von Christoph Ahlhaus war bislang Chef des Hamburger Verfassungsschutzes. Angeblich war er bereits 2004 als Innensenator im Gespräch. Vor seiner Berufung an die Spitze des Landesamts für Verfassungsschutz im Jahr 2002 war der Jurist Bürgerschaftsabgeordneter und zeitweise Vorsitzender des Innenausschusses. Das Verhältnis des gebürtigen Hamburgers zum neuen Bürgermeister Ahlhaus gilt als ausgezeichnet. Vahldieck ist verwitwet und hat zwei Töchter.

Wirtschaftssenator Ian Karan (parteilos):

Der 71-jährige Unternehmer verfügt bislang über wenig Erfahrung im Politikbetrieb. Sein Vermögen machte der Einwanderer aus Sri Lanka in den 1970er Jahren mit Schiffscontainern. 2007 erhielt er für sein soziales, gesellschaftliches und kulturelles Engagement das Bundesverdienstkreuz. Die deutsche Staatsbürgerschaft nahm der mit einer Deutschen verheiratete Familienvater erst 2009 an. Seine Berufung war umstritten, weil er den früheren rechtskonservativen Innensenator Ronald Schill mit Spenden bedacht und seinen Lebenslauf geschönt hat.

Kultursenator Reinhard Stuth (CDU):

Der 53-Jährige Hamburger, der stets mit Fliege statt Krawatte auftritt, kehrt als Chef in eine Behörde zurück, aus der er als Kulturstaatsrat erst 2009 wegen Spannungen mit der damaligen Amtschefin entlassen worden war. Der Jurist hat mehrere Jahre auch die Hamburger Vertretung im Bund und in Europa geleitet. Davor war er persönlicher Referent von Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Nach Beusts Rücktrittsankündigung hatte es Überlegungen gegeben, keinen eigenen Senator für dieses Ressort zu ernennen und die Kulturbehörde dem Wissenschaftsressort anzugliedern.

hav/reu/news.de/dpa

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