Die undichte Stelle im Internet
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Die Betreiber des Internetportals Wikileaks wollen brisante Dokumente aus anonymen Quellen öffentlich machen. Damit schaffen sie sich mächtige Gegner - und geben erstaunlich wenig über sich selbst preis.
Die Idee hinter Wikileaks: Kritische Journalisten und Blogger sollen die geheimen Informationen aufgreifen und die Öffentlichkeit informieren. Die Informanten werden auch als «Whistleblower» (Tippgeber) bezeichnet. Das englische Wort «leak» bedeutet «undichte Stelle».
Die Macher von Wikileaks bezeichnen ihre Plattform als unzensierbar - eine komplexe technische Infrastruktur soll gewährleisten, dass die Dokumente nach Veröffentlichung nicht mehr zu löschen sind. Das Material gelangt auf unterschiedlichen Wegen zu den Mitarbeitern, am häufigsten über die Website Wikileaks.org.
Zunächst nannte Wikileaks als primäres Ziel, «von Unterdrückung geprägte Regimes» zu unterwandern. Schlagzeilen machen allerdings vor allem Veröffentlichungen aus der westlichen Welt. So hat Wikileaks im Juli 2010 mit der Veröffentlichung von Zehntausenden Geheimdokumenten der US-Armee aus dem Afghanistan-Krieg für Aufregung vor allem in Washington gesorgt.
Deutsche Dokumente sind dabei
Auch brisante Dokumente aus Deutschland stehen online - seit November 2009 etwa der einst unter Verschluss gehaltene Mautvertrag zwischen der Bundesregierung und dem Betreiberkonsortium Toll Collect. Über Jahre hatten Journalisten und Bundestagsabgeordnete vergeblich versucht, Einsicht in den Vertrag zu bekommen.
Mit ihrer Arbeit machen sich die Wikileaks-Aktivisten bei Regierungsbehörden und Streitkräften keine Freunde. Sie selbst und auch Experten gehen davon aus, dass die Organisation im Visier der Geheimdienste steht. Die meisten Mitarbeiter treten daher nur unter Pseudonym in die Öffentlichkeit.
Renommierte Medien wie die Zeitungen New York Times und Guardian oder eben auch das Nachrichtenmagazin Der Spiegel greifen mittlerweile immer wieder auf Dokumente von Wikileaks zurück. Kritiker vermissen redaktionelle Kontrolle. Um keinen Fälschungen aufzusitzen, prüfen die Mitarbeiter alle Dokumente vor der Veröffentlichung, so gut sie eben können. Das entbindet Journalisten aber nicht von der Pflicht, selbst nachzurecherchieren.
Nichts Genaues weiß man nicht
Die Wikileaks-Macher treten zwar für Transparenz ein, über sich selbst geben sie indes kaum etwas preis. Hinter dem Projekt steckt eine Non-Profit-Organisation namens The Sunshine Press - über die allerdings auch nicht viel bekannt ist. Die Organisation selbst erklärt, sie sei unter anderem von Menschenrechtsaktivisten, Journalisten und Anwälten ins Leben gerufen worden. Als führender Kopf von Wikileaks gilt Julian Assange.
In einem Artikel der taz hieß es über Wikileaks: «Konsequent zu Ende gedacht müsste irgendwann auf Wikileaks ein Dokument auftauchen, das die Namen der angeblich nur fünf Hauptamtlichen und um die 1000 freien Mitarbeiter offenlegt.»
tno/reu/news.de/dpa
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