Von Jacek Lepiarz
Vor 90 Jahren besiegte Polen in der Schlacht bei Warschau die nach Westen stürmende Rote Armee. Hätten die Sowjets gesiegt, wären ihr geplanter Vormarsch auf Berlin und Lenins Plan von der «Weltrevolution» kaum noch zu stoppen gewesen.
Vor 90 Jahren besiegte Polen in der Schlacht bei Warschau die nach Westen stürmende Rote Armee. Hätten die Sowjets gesiegt, wäre ihr geplanter Vormarsch auf Berlin kaum noch zu stoppen gewesen.
Zwei Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs standen große Teile Mittel- und Osteuropas wieder in Flammen. Nach monatelangen schweren Kämpfen erreichte die sowjetische Rote Armee im Sommer 1920 die Vororte von Warschau. Ihr Ziel war, «die Weltrevolution über Polens Leiche nach Berlin und weiter nach Westeuropa» zu tragen, wie die Moskauer Propaganda tönte.
Polen, das erst im November 1918 nach 123 Jahren Fremdherrschaft wieder als unabhängiger Staat entstanden war, schien schon wieder am Ende zu sein. «Dem Vaterland droht Untergang», erklärte dramatisch Polens Regierungschef Wincenty Witos und rief seine Landsleute zum Kampf auf.
Trotzki: «Vorwärts, Rote Armee! Helden, auf nach Warschau»
«Vorwärts, Rote Armee! Helden, auf nach Warschau», befahl am 14. August der sowjetische Kriegs-Volkskommissar Leo Trotzki. Er rechnete mit der baldigen Einnahme der polnischen Hauptstadt. Bereits Anfang August erklärte Revolutionsführer Lenin beim Komintern-Kongress in Moskau: «Jawohl, die Sowjettruppen stehen in Warschau. Bald werden wir Deutschland haben». Lenin und seine Kampfgefährten wollten die revolutionäre Stimmung in der Weimarer Republik nach dem gescheiterten Kapp-Putsch ausnutzen.
Als weitere Ziele nannte Lenin den Balkan, Ungarn und Italien. Seine Siegessicherheit war nicht unbegründet: Während Michail Tuchatschewskis Truppen vor Warschaus Toren stand, erzielte Semjon Budjonny mit seiner Reiterarmee, deren rücksichtslosen Kampfstil Isaak Babel später beschrieb, große Erfolge im Süden Polens.
Die Stadt an der Weichsel rüstete sich unterdessen wie zum letzten Gefecht. Die Stimmung bei der Truppe und in der Bevölkerung lag aber nach einer ganzen Reihe von militärischen Niederlagen am Boden. Die ausländischen Botschafter ergriffen in Panik die Flucht - nur der päpstliche Nuntius, Achille Ratti, der spätere Papst Pius XI., harrte in der bedrohten Hauptstadt aus.
Frauen und Schüler verstärkten die polnische Armee
Tausende Frauen und Schüler meldeten sich als Freiwillige, um die durch hohe Verluste geschwächten Einheiten zu unterstützen. Ohne Ausbildung gingen sie sofort an die nur wenige Kilometer entfernte Front und starben, geführt von katholischen Priestern, in Massen beim Nahkampf gegen kriegserfahrene Rotarmisten.
Doch am 15. August wurde der sowjetische Angriff gestoppt, und einen Tag später holten die Polen zum verzweifelten Gegenangriff aus. Nach einem Plan von Staatschef Jozef Pilsudski fielen die letzten verfügbaren Einheiten der Verteidiger vom Süden her dem Feind in den Rücken.
Dank des Überraschungseffekts artete der sowjetische Rückzug bald in wilde Flucht aus. Innerhalb von wenigen Wochen wurden die Bolschewisten um mehrere hundert Kilometer, hinter den Fluss Bug, zurückgeworfen. Polen fielen etwa 65.000 Gefangene in die Hände. Trotz sozialer Konflikte erwiesen sich auch polnische Arbeiter und Bauern als resistent gegenüber bolschewistischen Parolen.
Der britische Diplomat, Edgar D'Abernon, als Mitglied einer Alliierten Kommission ein Augenzeuge des polnisch-sowjetischen Kriegs, bezeichnete die Kämpfe bei Warschau als eine entscheidende Schlacht der Weltgeschichte. Er verglich sie mit dem Sieg des Franken Karl Martell bei Tours gegen die Araber im Jahr 732. Westeuropa sei vor der «fanatischen Tyrannei der Sowjets» gerettet worden, schrieb D'Abernon, der spätere britische Botschafter in Berlin.
Im Friedensvertrag von Riga wurde am 18. März 1921 die polnisch-sowjetische Grenze neu festgelegt. Dabei erhielt Polen weite Gebiete, die es aus historischen Gründen beanspruchte, die aber nicht mehrheitlich polnisch besiedelt waren. Doch mit seinem großen Plan, einen unabhängigen ukrainischen Staat zu schaffen, der Polen von Russland trennen würde, scheiterte Pilsudski. 1939 machte dann die Sowjetunion, im Bündnis mit Hitler, alle Gebiets-Zugeständnisse wieder rückgängig.
Die Erinnerung an den Sieg über die Bolschewiki wird in Polen auch 90 Jahre nach der Schlacht gepflegt. Nicht zufällig wurde der 15. August nach dem demokratischen Umbruch zum Feiertag der polnischen Streitkräfte bestimmt. Doch die alte antirussische Funktion hat der Jahrestag inzwischen nicht mehr.
In Ossow östlich von Warschau, dem Ort heftiger Kämpfe 1920, wurde unlängst ein Massengrab mit Dutzenden gefallener Rotarmisten gefunden. Für die Toten errichteten jetzt die Regionalbehörden eine neue Grabstätte. «Diese Soldaten verdienen eine würdige Beisetzung, obwohl sie unsere Feinde waren», sagt ein Sprecher des Stadtamts. Den Ort will auch der neue Präsident Polens, Bronislaw Komorowski, besuchen. Eine Annäherung und Aussöhnung mit Russland stehen bei ihm ganz oben.
Die Schlacht bei Warschau im August 1920 brachte die entscheidende Wende im polnisch-sowjetischen Krieg. Die Polen drängten nach einem viermonatigen Krieg die Rote Armee erfolgreich zurück.
Für Experten ist dieser Sieg nicht nur für das unabhängige Polen, sondern auch für Europa historisch bedeutend. Die Niederlage hielt die Russen davon ab, ihre Weltrevolutionspläne zu verwirklichen.
Die Schlacht begann am 13. und endete am 25. August 1920. Die Polen griffen die nach Warschau einmarschierende Sowjetarmee vom Süden aus an. Damit zwangen sie die Sowjets zum Rückzug nach Osten.
Nach dem Zusammenbruch Deutschlands und Österreichs am Ende des Ersten Weltkrieges 1918 war im Osten Europas ein Machtvakuum entstanden. Seit 1919 kam es dort zu Auseinandersetzungen zwischen polnischen und sowjetischen Einheiten.
Der polnische Staatschef Jozef Pilsudski unterstützte antikommunistische Kräfte in der Ukraine, die eine von Russland unabhängige bürgerliche Republik anstrebten. Um ihrem Führer, Simion Petljura, zur Macht zu verhelfen, marschierte Pilsudski am 25. April 1920 in die Ukraine ein. Nach Anfangserfolgen mussten allerdings die polnischen Truppen am 11. Juni Kiew räumen.
Es folgte ein militärisches Auf und Ab. Die sowjetrussischen Truppen gewannen zunächst die Oberhand. Erst das «Wunder von der Weichsel», wie die Publizisten die Schlacht bei Warschau nannten, brachte die grundlegende, militärische Wende.
Am Ende dieses Krieges stand nach langwierigen Verhandlungen der Friedensvertrag von Riga. Das am 18. März 1921 unterzeichnete Abkommen legte unter anderem die polnische Ostgrenze neu fest. Sie lag etwa 200 Kilometer weiter östlich als die heutige Ostgrenze Polens. Bis zum Zweiten Weltkrieg blieb diese Grenze stabil.
mac/news.de/dpa
Komisch, daß kein Wort darüber verloren wird, daß das größenwahnsinnige Polen den Krieg vom Zaun gebrochen hat! Denn die offizielle Geschichte in den Schulbüchern ist verlogen, wie bereits H. de Balzac (1799-1850) wußte! Und da glauben die Deutschen alles, was ihnen die Sieger nach dem verlorenen Krieg auftischen? Ziemlich dumm. Noch dümmer, daß man sich damit noch besser seit Jahrzehnten schamlos ausnehmen läßt. Adolf war sicher ein Verbrecher, ein kleiner im Vergleich zu Stalin und Mao. Schade, daß die Deutschen masochistisch einfach schuld sein wollen. Dummköpfe!!! Die Welt lacht.
Kommentar meldenDie Türkei hat nix mit Demokratie zu tun.In Istanbul wimmelt es nur so von Moscheen,wie in anderen islamischen Staaten.Den Kurden werden alle Rechte weggenommen.Unschuldige Menschen werden hart bestraft.Die Türken mögen gar nicht Europäer.Die Gebäude sind im schlechten Zustand.Die Kriminalität ist sehr hoch.Wenn man seine eigene Meinung vertritt wird man sofort fest genommen.Überall in den Städten liegt viel Müll rum.
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