Nelson Mandela Bange Wünsche für den Volkshelden

Von Laszlo Trankovits
Nelson Mandela wird 92. Er gilt weltweit als Symbol für Humanität. Doch für Südafrika ist der greise Nationalheld mehr: ein wichtiger Stabilitätsfaktor. Die Südafrikaner lieben ihn - und schauen mit Sorge auf den Gesundheitszustand des großen alten Mannes.

Als Nelson Mandela beim Endspiel der Fußball-WM in die strahlend illuminierte Arena des Soccer-City-Stadions gefahren wurde, verstummten Vuvuzelas und Schlachtgesänge. Über 80.000 Fans erhoben sich ebenso wie die königlichen Häupter und Staatspräsidenten auf den Tribünen zu Ehren des Friedensnobelpreisträgers und jubelten ihm zu. Für viele war es der symbolträchtige Höhepunkt der WM in Südafrika, als der gebrechliche Vater der Nation, der große Versöhner und Freiheitskämpfer, für wenige Minuten dem größten Fest in der Geschichte Afrikas seinen Tribut zollte.

Man sah es dem großen alten Mann, der heute 92 Jahre alt wird, an, dass ihm an diesem kühlen Abend der Besuch nicht leicht fiel. Eingehüllt in einem schwarzen Mantel, geschützt von einer Pelzmütze, grüßte er winkend und mit seinem berühmten breiten Lächeln, in dem viele Menschen Güte und Weisheit sehen. Seine neben ihm auf dem Golfwagen sitzende Frau Graca Machel enthüllte aber vor den Kameras aus aller Welt den schwer kranken Zustand Mandelas, als sie ihm mehrfach mit Gesten bedeutete, wie er zu winken habe.

Mandela
Ikone Südafrikas
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Vielen Südafrikanern zog sich bei diesem Anblick das Herz zusammen. Neben dem Mitgefühl gibt es auch die Sorgen, was geschieht, wenn der Ex-Präsident nicht mehr leben würde. Denn auch ohne öffentliche Auftritte ist der ehemalige Freiheitskämpfer ein wichtiger Stabilitätsfaktor in dem noch immer gespaltenen Land. Mandela ist nach wie vor das Gewissen der Nation.

Sein Lebenswerk inspiriert aber auch die Welt. Bundespräsident Christian Wulff bezeichnete ihn kürzlich als sein politisches Vorbild. Wulff begründete das mit dem Mut Mandelas, «seinem Einsatz für gewaltfreie Konfliktlösung nach so vielen Jahren Pein». Schließlich hat Mandela nach 27 Jahren Haft im rassistischen Apartheidsystem sein Land in den 1990er Jahren friedlich in die Demokratie geführt.

Der Führer der damaligen Freiheitsbewegung und heutigen Regierungspartei ANC verhinderte die politische Katastrophe, Blutbäder und Racheakte. Eine historische Leistung, die ihn in die Reihe der Giganten der modernen Geschichte wie Gandhi, Winston Churchill oder John F. Kennedy stellt.

Mandela war kein Mann der Rache

Als Mandela am 11. Februar 1990 das Gefängnis verließ, war das Ende der Apartheid besiegelt, es war der Triumph seiner Willensstärke und seines Idealismus. Die ganze Welt jubelte damals dem charismatischen Freiheitskämpfer zu. 1994 wurde er erster schwarzer Präsident Südafrikas. Dem Mann vom Stamme der Xhosa gelang es, eine zutiefst zerrissene Gesellschaft nach Jahren des Hasses auf einen Weg der Versöhnung und zum Miteinander in einer demokratischen Gesellschaft zu bringen. «Das Leben von Nelson Mandela lehrt uns, dass das Unmögliche möglich ist, aber nur, wenn Menschen den Mut haben, sich für Veränderung einzusetzen», schrieb US-Präsident Barack Obama.

«Madiba», wie Mandelas Clanname ist, war kein Mann der Rache, auch wenn er kein Pazifist war. Der Jurist, der als junger Mann ein guter Boxer war, widerlegte vor allem die «Afro-Pessimisten», die glauben, dass aus jedem afrikanischen Befreier, einmal an die Macht gekommen, ein ziemlich lausiger Herrscher, oft aber ein gieriger und brutaler Diktator wird.

In der jüngsten Biografie über Mandela beschreibt ihn sein Vertrauter Richard Stengel als «vielleicht der letzte echte Held» - vor allem aber als einen großen Kommunikator und besonnenen Politiker, der stets an das Gute im Menschen glaube.

Diese zutiefst menschenfreundliche Haltung und sein Lebenswerk haben die UN veranlasst, den 18. Juli, Mandelas Geburtstag, zum internationalen Mandela Day auszurufen. Damit überall auf dem Globus Menschen etwas besonders leisten, im Geiste Mandelas, die Welt ein Stück besser machen.

che/tno/news.de/dpa

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