US-Regierung droht BP «Wir werden sie beiseiteschieben»

33 Tage sind vergangen, seit die BP-Bohrinsel gesunken ist. Dennoch strömt weiter schweres Öl aus und gefährdet die Küste von Louisiana. Jetzt droht die US-Regierung, dem Ölkonzern die Führung im Kampf gegen die Ölpest zu entziehen.

Öl dringt weiter vor (Foto)
Der Öl-Teppich bedeckt große Wasserflächen im Golf von Mexiko. Bild: dpa

Die US-Regierung hat dem Ölriesen BP damit gedroht, ihm die Federführung im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko aus der Hand zu nehmen. Innenminister Ken Salazar äußerte sich bei einem Besuch im amerikanischen BP-Hauptquartier in Houston (Texas) «wütend und frustriert» darüber, dass es dem Unternehmen bisher nicht gelungen ist, den Ölaustritt ins Wasser und die Umweltverseuchung zu stoppen. «Wir sind am Tag 33 angelangt, und ein Termin nach dem anderen ist nicht eingehalten worden», sagte Salazar.

Er bezog sich unter anderem darauf, dass BP einen ursprünglich für Sonntag geplanten Versuch zum Verschließen des Bohrlochs verschoben hat. Er soll jetzt frühestens am Dienstagabend oder Mittwochmorgen (Ortszeit) beginnen. Unterdessen schwappt immer mehr schweres Öl auf die Küste von Louisiana. Zum Wochenbeginn erwarten Experten insbesondere eine massive Verseuchung von Buchten und Stränden westlich des Mississippi. BP-Geschäftsführer Bob Dudley räumte am Sonntag ein, dass die Ölpest «katastrophal» sei.

Golf von Mexiko: Der Krieg gegen das Öl

Salazar sagte, er zweifele zwar nicht daran, dass BP alles zur Lösung des Problems tue. Aber «habe ich Vertrauen darin, dass sie genau wissen, was sie tun? Nein.» Wenn die Regierung herausfinde, dass BP «nicht tut, was es tun sollte, dann werden wir sie entsprechend beiseiteschieben, und wir werden uns darum kümmern, dass alles getan wird, um die Menschen und die ökologischen Werte an der Golfküste zu schützen», zitierte der Sender CNN den Minister. An diesem Montag wird sich Salazar zusammen mit Heimatschutzministerin Janet Napolitano erneut im Katastrophengebiet aufhalten: US-Präsident Barack Obama will, dass beide direkt vor Ort Druck auf BP ausüben.

Das Unternehmen will als Nächstes versuchen, das Bohrloch durch den Beschuss mit einer schweren Schlamm-Masse zu schließen. Nach BP-Angaben dauern die Vorbereitungen länger als gedacht, weil das Manöver so kompliziert ist - daher soll nun frühestens am Dienstag damit begonnen begonnen werden. Klappt es nicht, gibt es nach Dudleys Angaben noch weitere Möglichkeiten. «Alle von uns bei BP versuchen, das Problem zu lösen», sagte der Geschäftsführer. Niemand sei wegen der Ölpest «mehr am Boden zerstört».

Ausgelöst wurde die Katastrophe durch das Versinken der von BP geleasten Bohrinsel «Deepwater Horizon» am 22. April nach einer vorausgegangenen Explosion. Seitdem sprudeln jeden Tag riesige Mengen Rohöl ins Wasser.

tfa/cvd/news.de/dpa

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