So., 12.02.12

Thailand Rothemden geben auf und legen Feuer

Artikel vom 19.05.2010

In Bangkok haben die regierungskritischen Rothemden kapituliert. Tausende Soldaten waren zuvor mit Panzern und Wasserwerfern in das seit Ostern besetzte Geschäftsviertel vorgerückt. Dabei gab es mindestens drei Tote.

Die Regierung in Thailand hat den Machtkampf mit der Protestbewegung für sich entschieden. Soldaten stürmten  das Widerstandscamp in Bangkok. Mindestens drei Menschen wurden getötet. Die Führungsmitglieder der «Rothemden» gaben auf und ließen sich von der Polizei verhaften. Hintergrund des weiter schwelenden Konflikts sind die Gegensätze zwischen der verarmten Landbevölkerung und den städtischen Eliten, die auch die Regierung stellen.

«Wir wollen weitere Verluste unserer Brüder und Schwestern unter den Rothemden verhindern», sagte Weng Tojirakarn, einer der sieben Führer der Protestbewegung, die gemeinsam ihre Entscheidung verkündeten. Ein weiterer Führer der «Rothemden», Natawut Saikua, sagte: «Wir haben unser Bestes getan.» Die Erklärung rief Unmutsäußerungen bei den Regierungsgegnern hervor.

Allerdings kam es danach weiter zu Ausschreitungen militanter Regierungsgegner. Kurz nach der Erklärung der Oppositionsführer explodierten mehrere Granaten im Stadtzentrum von Bangkok. Dabei wurden zwei Soldaten und ein Journalist verletzt. Aufgebrachte Demonstranten setzten ein Luxus-Kaufhaus in Brand und das Gebäude der Wertpapierbörse in Brand. Auch die Zentrale des örtlichen Fernsehsenders Channel 3 wurde von «Rothemden» angegriffen, wie Mitarbeiter des Senders mitteilten. Die Regierungsgegner setzten Autos auf dem Parkplatz in Brand und drangen in das Gebäude ein.

«Das ist der Tag X»

Die Erstürmung des Widerstandscamps im Zentrum der Hauptstadt begann am Morgen. Gepanzerte Fahrzeuge durchbrachen die Bambus-Barrikaden in der von «Rothemden» besetzten Zone. Mindestens zwei Demonstranten und ein Pressefotograf aus Italien wurden erschossen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AP berichtete. Bei der Erstürmung des Geländes wurden 17 Menschen verletzt, unter ihnen zwei weitere Journalisten.

Die Demonstranten würden aus der Innenstadt vertrieben, kündigte Regierungssprecher Panitan Wattanayagorn im Fernsehen an. «Das ist der Tag X», sagte ein Soldat.

Hunderte Soldaten und Polizisten wurden in Bangkok zusammengezogen. Die Truppen forderten die Menschen über Lautsprecher auf, nach Hause zu gehen. Aus einem Gebäude stieg schwarzer Rauch auf, Reifen brannten. Im Geschäftsviertel der Hauptstadt hatten sich zuletzt noch rund 3000 Regierungsgegner verbarrikadiert. Der Machtkampf begann Mitte März, als mehrere zehntausend Demonstranten aus der Provinz in die Hauptstadt kamen, um die Regierung zu stürzen.

Die Regierung hatte am Dienstag eine Vermittlungsinitiative des Parlaments zur Überwindung des Machtkampfs mit der Protestbewegung abgelehnt. Vor der Aufnahme von Gesprächen müsse erst deren Widerstandscamp aufgelöst werden, erklärte Kabinettsminister Satit Wonghnongtaey. Die «Rothemden» hatten zuvor bedingungslosen Verhandlungen unter Vermittlung des Senats, also der zweiten Parlamentskammer, zugestimmt.

ruk/cvd/news.de/dpa/ap
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