Karzai geht aufs Ganze
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Mit der Drohung, sich den Taliban anzuschließen, provoziert Karzai den Westen. Der afghanische Präsident geht immer stärker auf verbalen Konfrontationskurs und verwirrt mit bizarren Reden. Wie werden die USA reagieren?
«Tit for tat» nennen das die Amerikaner. Wie Du mir, so ich Dir. Immer unverhohlener haben die Amerikaner in den vergangenen Monaten deutlich gemacht, dass sie mit Hamid Karzais Regieren nicht zufrieden sind. Jetzt schlägt der Mann aus Kabul zurück. Gleich mit einer ganzen Serie von - kaum verhohlenen - Vorwürfen und Beschuldigungen in Richtung Washington. Die harten Worte fallen ausgerechnet in einer Zeit, in der US-Präsident Barack Obama die Truppen in Kabul weiter aufstockt und sich anschickt, zum entscheidenden Schlag gegen die Taliban auszuholen. Nun drohte Karzai gar damit, sich den Taliban anzuschließen.
«Aus Aufstand wird Widerstand»
«Wenn Ihr und die internationale Gemeinschaft mich noch mehr unter Druck setzt, dann, das schwöre ich Euch, werde ich mich den Taliban anschließen», zitierte der Abgeordnete Faruk Marenai den Präsidenten. «Er sagte, aus dem Aufstand würde dann Widerstand.» Derzeit gilt in der internationalen Gemeinschaft der Kampf der 2001 von den USA von der Macht vertriebenen Taliban als Aufstand gegen eine demokratisch legitimierte Regierung. Sollte sich Karzai den Taliban tatsächlich anschließen, würde daraus aus afghanischer Sicht Widerstand gegen ausländische Besatzungstruppen.
Karzais Äußerungen kamen einen Tag nach einem schweren Gefecht im Norden, bei denen Taliban drei Bundeswehrsoldaten töteten und acht verwundeten. Im Süden bereiten die USA eine Offensive gegen die Aufständischen vor, für die Karzai am Sonntag in Kandahar warb.
Die Offensive würde nur mit Unterstützung der Bevölkerung durchgeführt werden, sagte Karzai bei einem Treffen mit Stammesführern und Gemeindevertretern, an dem auch ISAF-Kommandeur Stanley McChrystal teilnahm. Die NATO plant in der Provinz Kandahar voraussichtlich im Juni eine Großoffensive gegen die Taliban.
Washington übt sich angestrengt in Gelassenheit
Die USA blieben wegen der irritierenden Äußerungen Karzais in einem exklusiven Parlamentarierkreis nach außen hin gelassen. Hinter vorgehaltener Hand verriet ein US-Militär der Washington Post ein vernichtendes Urteil über Karzai: «Der Typ ist sprunghaft und unbeständig, er ist unberechenbar.... ich verstehe ihn einfach nicht».
Der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, erklärte, ein für den 12. Mai in Washington geplantes Treffen Karzais mit Präsident Barack Obama sei weiterhin im Terminkalender eingetragen. Er fügte aber auch hinzu: «Wir sind von den Bemerkungen enttäuscht.» Karzai hatte schon zuvor Unmut mit der Äußerung für Irritation gesorgt, Ausländer hätten hinter dem Betrug bei der Präsidentenwahl im vergangenen Jahr gesteckt. «An diesen Äußerungen ist offensichtlich nichts dran», sagte Gibbs.
Erst vor einer Woche war Obama eigens zu einem Überraschungsbesuch in Kabul eingeflogen, um Karzai ins Gebet zu nehmen - doch das Ergebnis ist nicht gerade das, was sich Obama erhofft hatte. «Unser wichtigster Verbündeter kritisiert uns dauernd», meint Hekmat Karzai, Chef des Center for Conflict and Peace Studies in Kabul und zugleich ein Cousin des Präsidenten. «Aber Sie können nicht zu den Afghanen reden als seien sie Kinder oder als würden sie nichts verstehen.»
Aus den Kreisen afghanischer Abgeordneter verlautete, Karzai habe Sorgen über eine Beschädigung der afghanisch-amerikanischen Beziehungen zurückgewiesen. Er habe Unstimmigkeiten in einem Telefonat mit US-Außenministerin Hillary Clinton ausgeräumt. Sie bezeichneten Karzais Äußerungen als Werben um den Taliban nahestehende Parlamentarier; eine wirkliche Absicht, zu den Aufständischen überzulaufen, habe der Präsident nicht.
Zehn Tote bei NATO-Militäroperation
Bei einer NATO-Militäroperation im Osten Afghanistans wurden in der Nacht zum Montag zehn Menschen getötet. Der Angriff habe sich gegen ein mutmaßliches Taliban-Versteck in der an Pakistan angrenzenden Provinz Nangarhar gerichtet, teilte die NATO-Schutztruppe ISAF mit. An dem Militäreinsatz seien auch afghanische Soldaten beteiligt gewesen. Bei allen Todesopfern handele es sich um Aufständische.
Kurz zuvor hatte die ISAF eingeräumt, bei einem Militäreinsatz Mitte Februar seien versehentlich fünf Zivilisten erschossen worden. Eine Patrouille internationaler und afghanischer Soldaten eröffnete demnach in Gardes südlich von Kabul das Feuer auf zwei Männer, die die Soldaten fälschlicherweise für Aufständische hielten. Dabei seien versehentlich auch drei Frauen getötet worden.
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Hierauf gibt es nur 1 Antwort - langsam reichts. Warum noch länger deutsche Soldaten der Gefahr aussetzen, letztendlich als Verbrecher davongejagt zu werden? Jawohl Herr Guttenberg, unsere Armee ist im Krieg - aber dieser ist nicht zu gewinnen. Das hat mit den Bemühungen nichts zu tun. 39 Tote der Bundeswehr sind doch nur die halbe Wahrheit. Wieviele deutsche Aufbauhelfer hat das gleiche Schicksal bereits getroffen? Eine Frage an Herrn Niebel! Wacht auf, bevor es zu spät ist!
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