Obama in Afghanistan Wie bisher reicht nicht mehr

Truppenbesuch (Foto)
US-Präsident Barack Obama trifft in Afghanistan auf dort stationierte US-Soldaten. Bild: AP Photo/Charles Dharapak

US-Präsident Barack Obama hat am Sonntag überraschend Afghanistan besucht. Seinem Amtskollegen Karsai schrieb er einen verstärkten Kampf gegen Korruption, Vetternwirtschaft und Drogenhandel ins Stammbuch.

Insbesondere forderte Obama mehr Fortschritte im Kampf gegen den Drogenhandel, aus dem sich die Rebellen im Land finanzieren, und gegen die Korruption in der afghanischen Regierung. Der Präsident drängte ferner zu einem Ende der Vetternwirtschaft und Belohnung von Milizenchefs bei der Besetzung von Ämtern. Es war Obamas erste Afghanistan-Visite seit seiner Amtsübernahme am 20. Januar vergangenen Jahres. Bereits zuvor war er während des Wahlkampfs an den Hindukusch gereist.

Ein hochrangiger Washingtoner Regierungsbeamter charakterisierte das rund 30-minütige Gespräch mit Karsai anschließend als «sehr produktiv» und «geschäftsmäßig». Der afghanische Präsident selbst sprach von einer «guten Diskussion». Obama lud Karsai für den 12. Mai nach Washington ein.

Der US-Präsident nutzte die Gelegenheit auch zu einer Rede vor Soldaten auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram. Dabei zeigte er sich überzeugt, dass die USA und deren Verbündete vor Ort zusammen mit den afghanischen Sicherheitskräften «den Job ... erledigen werden».

Im Dezember hatte Obama eine Aufstockung der in dem Land stationierten US-Truppen um 30.000 Soldaten verfügt, damit wird die Zahl auf 100.000 steigen. Außerdem sind mehr als 40.000 Soldaten aus anderen Ländern in Afghanistan im Einsatz, so auch aus Deutschland.

US-Medien zitierten Kreise um Obama vor dem Treffen mit den Worten, der US-Präsident wolle Karsai zu durchgreifenden Änderungen in dessen zweiter Amtszeit drängen. Karsais Wiederwahl im vergangenen Jahr war von Vorwürfen des massiven Wahlbetrugs überschattet. Der Präsident wolle mit Karsai reden, «damit er in seiner zweiten Amtszeit versteht, dass es gewissse Dinge gibt, die fast seit dem ersten Tag vernachlässigt worden sind. Das sind Sachen wie ein leistungsorientiertes System bei der Berufung von wichtigen Regierungsbeamten, der Kampf gegen Korruption und gegen Drogenhändler», sagte Obamas Sicherheitsberater James Jones auf dem Flug nach Afghanistan.

Der Präsident selbst sprach nach dem Treffen mit Karsai von «Fortschritten», so auf militärischem Gebiet, aber er fügte hinzu: «Wir wollen auch auch weiterhin Fortschritte im zivilen Bereich machen.» In diesem Zusmamenhang erwähnte Obama auch das Justizsystem. Karsai bedankte sich für den amerikanischen Einsatz in den mehr als acht Jahren, die der Krieg nunmehr dauert.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, sagte, Karsai sei am Donnerstag über die Reisepläne Obamas informiert worden. In Washington hatte es zunächst geheißen, Obama erhole sich am Wochenende auf dem Präsidenten-Landsitz Camp David (US-Bundesstaat Maryland). Von dort aus flog Obama dann aber am Samstagabend (Ortszeit) nach Afghanistan ab. Er landete zunächst in Bagram und wurde von dort per Helikopter nach Kabul geflogen. Dort gab es im Präsidentenpalast zunächst ein zehnminütiges Begrüßungszeremoniell.

Bei seinem Aufenthalt in Afghanistan kam der Präsident auch mit dem US-Oberbefehlshaber Stanley McChrystal und dem amerikanischen Botschafter Karl Eikenberry zusammen. In seiner Rede vor den Soldaten in Bagram sagte Obama, es werde weiterhin Rückschläge geben, «aber wir werden unseren Job erledigen». Erneut verteidigte der Präsident die US-Truppenaufstockung. «Wir haben diesen Krieg nicht gewählt», sagte Obama. «Wir wollten unseren Einfluss nicht ausdehnen oder uns in ausländische Angelegenheiten einmischen. Wir wurden am 11. September 2001 angegriffen.»

Wenn es nicht gelinge, El-Kaida-Terroristen und Taliban erfolgreich zu bekämpfen, «wenn Afghanistan zurückgleitet, dann werden mehr Leben von Amerikanern auf dem Spiel stehen, und die Welt wird deutlich weniger sicher sein», sagte Obama, der sich ausdrücklich auch bei den verbündeten Truppen in Afghanistan für deren Einsatz bedankte.

dst/ivb/news.de/dpa

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • zimmermann
  • Kommentar 2
  • 30.05.2010 18:09

Hallo Friedrich, ich kann nur mal wieder beipflichten und mit meinem Komm ergänzen! Als Mensch achte ich den jetzigen US Präsidenten sehr und auch er kann sich den Anweisungen der anonymen Global- Guidance nicht entziehen. Leider! Es wird immer so weitergehen u das die History sich immer wiederholt ist wohl jedem klar der noch tiefer denken kann. Es ist deshalb schon ein Wunder, dass Europa schon 65 Jahre ohne Krieg ist, waren doch zwischen WW1 u WW2 nur 21 Jahre Frieden. Aber es ist schon suspekt, wenn immer wieder promminente grosse Zeitgenossen, einen "Unfalltod zum Opfer fallen!"

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  • Friedrich Schlenker
  • Kommentar 1
  • 11.04.2010 00:52

Obama lügt wie alle seine Vorgänger zuvor. Er arbeitet für dieselbe Brut wie sein Vorgänger - heißt das Ziel bleibt derselbe nur der Weg dorthin ist anders. Warum ein Handelsverbot? Bush handelte selbst mit Drogen, ebenso der CIA. CIA und Mossad auch der deutsche BND sind höchst kriminell. Eine Mörderbande von Auftragskillern für Mächtige Leute wie Konzern,- und Bankenbosse. Lincoln, Kennedy, Monroe, 33 Tage Papst, Lady Di, Barschel und J. Haider mußten sterben weil sie zu gut waren, oder öffentlich Wahres sagten! Mein Name steht vollständig drin. Ein Pseudo bringt nix(Datenspeicherung).

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