Nahost Israel bombardiert Gazastreifen

Nach dem Angriff folgte der Gegenangriff: Die israelische Luftwaffe hat nach einem Anschlag militanter Palästinenser mehrere Raketen auf Ziele in Gaza geschossen. Das Nahost-Quartett kritisierte unterdessen die umstrittenen Siedlungspläne Israels.

Gaza (Foto)
Zwei israelische Raketen haben in einer Waffenwerkstatt nichts als einen riesigen Krater hinterlassen. Bild: ap

Nach einem Anschlag palästinensischer Extremisten auf einen Kibbuz nördlich von Gaza hat die israelische Luftwaffe in der vergangenen Nacht einen Gegenangriff gestartet. Die Luftwaffe schoss mehrere Raketen auf Ziele in Gaza. Getroffen wurden nach israelischen Angaben unter anderem Schmugglertunnel unter der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten, eine Waffenwerkstatt und ein Tunnel, den Militante zur Infiltration Israels gegraben hatten.

Später feuerte ein israelischer Panzer nach Angaben von Augenzeugen mehrere Geschosse nach Gaza. Getroffen worden sei niemand. Nach israelischen Militärangaben galt der Beschuss einem Verdächtigen, der in der Nähe des Grenzzauns herumkroch.

Bei dem Anschlag auf den Kibbuz wurde am Donnerstag ein thailändischer Gastarbeiter getötet, wie die israelischen Behörden mitteilten. Es war das erste Mal seit dem Gaza-Krieg vor 14 Monaten, dass wieder ein Mensch in Israel bei einem solchen Angriff ums Leben kam.

Netanjahu telefoniert mit Clinton

Überschattet von der Gewalt und dem neuen Streit über Siedlungspläne zwischen Israelis und Palästinensern kommt in Moskau das Nahost-Quartett zusammen, um über den stockenden Friedensprozess zu beraten. Vertreter der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der USA und Russlands wollen nach Wegen zur Wiederaufnahme eines direkten Dialogs zwischen Israel und den Palästinensern suchen.

Zu Beginn des Treffens hat das Quartett Israel aufgerufen, die umstrittenen Siedlungspläne einzufrieren. Zudem appelliere die Vierer-Gruppe an Israelis und Palästinenser, so schnell wie möglich Gespräche aufzunehmen. Das sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. «Ein Dialog ist ein wichtiger Schritt zu Verhandlungen ohne Vorbedingungen», sagte Ban bei einer vom russischen Staatsfernsehen live übertragenen Pressekonferenz. Alle Staaten der Konfliktregion sollten den Dialog unterstützen.

In einem Telefonat mit US-Außenministerin Hillary Clinton erklärte sich Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bereit, vertrauensbildende Schritte im Westjordanland zu unternehmen, um einen Dialog zu erleichtern. Clinton und Netanjahu hätten miteinander telefoniert, um Bewegung in den festgefahrenen Friedensprozess zu bringen, teilte das US-Außenministerium in Washington am Donnerstagabend mit.

Dabei seien mögliche Maßnahmen diskutiert worden, um nach dem Streit um den Siedlungsbau die Atmosphäre für Verhandlungen zu verbessern. Man wolle nun die Äußerungen Netanjahus überdenken und derweil die Gespräche mit beiden Seiten fortsetzen, um die Verhandlungen voranzubringen. Dazu solle der Sondergesandte Mitchell in die Region reisen und sich zu Gesprächen mit Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas treffen.

Mitchell reist in die Region

Washington kündigte an, dass noch am Wochenende der Sonderbeauftragte George Mitchell in die Region reisen wird, um dem Friedensprozess einen Anstoß zu geben. Die eigentlich bereits vor Tagen geplante Reise Mitchells war durch die Verstimmungen zwischen Washington und Jerusalem gestoppt worden.

Auslöser der Krise war die Ankündigung des israelischen Innenministeriums ausgerechnet während des Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden in Israel vor gut einer Woche, 1600 neue Wohneinheiten im arabischen Ostjerusalem bauen zu wollen. Die geplante Aufnahme indirekter Gespräche, bei denen Mitchell in einer Art Pendeldiplomatie zwischen Ramallah und Jerusalem vermitteln sollte, war von palästinensischer Seite nach Bekanntwerden der Siedlungspläne auf Eis gelegt worden.

Tony Blair in Moskau dabei

Wie die israelische Tageszeitung Haaretz berichtete, habe sich Netanjahu bei dem Telefonat mit Clinton zu vertrauensbildenden Maßnahmen bereiterklärt, um eine Wiederaufnahme des Dialogs mit den Palästinensern zu erleichtern. Einzelheiten wurden jedoch nicht genannt.

An dem Treffen des Nahost-Quartetts in der russischen Hauptstadt nehmen neben dem russischen Außenminister Sergej Lawrow als Gastgeber auch der neue Nahost-Sondergesandte des Quartetts, Tony Blair, sowie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, US-Außenministerin Hillary Clinton und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton teil. Ashton, die am Donnerstag den Gazastreifen besucht hatte, will in Moskau vor allem das Leiden der Bevölkerung in dem abgeriegelten Palästinensergebiet zur Sprache bringen.

hav/cvd/ivb/news.de/dpa/ap

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Karl Leonhardt
  • Kommentar 1
  • 19.03.2010 15:31

Wir Deutschen sind sooo viel besser als diese Nahostler: Stellt euch mal vor: wir würden ständig mit Kassem - Racheten nach Gdansk, Sceczin oder Wroclaw ballern die Polen würden ständig mit amerikanischer Hilfe nach Berlin, Dresden oder Würzburg knallen Stellt euch vor was es für ein Geschrei gäbe wenn alle Deutschen als Neujahrsgebet "Fürs nächste Jahr: Auf wiedersehen in Königsberg" beten würden Die Juden haben seit ihrer "Aussiedlung" aus Israel dieses 2000 Jahre lang getan, und Gott hat sie erhört!

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