Gedenken an erste freie Wahlen
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Mit einer Feierstunde erinnert der Bundestag an die erste freie Volkskammerwahl in der DDR vor 20 Jahren. Bundestagspräsident Norbert Lammert will die Wahl vom 18. März 1990 als Höhepunkt auf dem Weg zur deutschen Einheit würdigen.
Auch der erste frei gewählte und zugleich letzte DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière (CDU) wird zu den Abgeordneten sprechen. Zu der Feier sind auch die damaligen Volkskammer-Abgeordneten eingeladen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in ihrer jüngsten Videobotschaft die historische Wahl gewürdigt. «Dieser Tag markiert das Ende der ehemaligen ‹Diktatur des Proletariats›, wie es hieß, und er zeigt den endgültigen Sieg der friedlichen Revolution.» Sie freue sich auf Begegnungen mit damaligen Abgeordneten, sagte Merkel, die 1990 stellvertretende Pressesprecherin bei de Maizière war. Die hohe Wahlbeteiligung von 93,4 Prozent habe gezeigt, «dass die Menschen sich mit viel Begeisterung für eine der Parteien entschieden und damit der Demokratie ihre Stimme gaben».
Wahlgewinner war die «Allianz für Deutschland» mit der Ost-CDU an der Spitze. Allein die ostdeutschen Christdemokraten kamen auf 40,8 Prozent der Stimmen. Es sei eine Abstimmung für die schnelle Wiedervereinigung gewesen, hatte de Maizière der Nachrichtenagentur dpa gesagt.
Zum Wahlbündnis «Allianz für Deutschland» gehörten neben der DDR- CDU die neu gegründeten Gruppierungen Demokratischer Aufbruch (DA) und Deutsche Soziale Union (DSU). Zusammen kamen sie auf 48 Prozent der Stimmen. Auch Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) hatte für das Bündnis geworben. Die Robert-Havemann-Gesellschaft verwies jetzt in einer Diskussion auf einen anderen Aspekt: Verlierer der ersten freien Volkskammerwahl sei nach fast 40 Jahren an der Macht die in PDS umbenannte SED-Staatspartei gewesen. Sie erreichte nur noch 16,4 Prozent und war plötzlich Opposition.
Damit die Arbeit der Abgeordneten der Volkskammer nicht in Vergessenheit gerät, gibt es auf der Internetseite des Bundestags künftig ein umfangreiches Online-Archiv mit Videomitschnitten sämtlicher Plenardebatten jener Monate.
san/hav/news.de/dpa
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