Apokalypse in Zahlen
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Von news.de-Redakteur Herbert Mackert
Artikel vom 17.03.2010
Die Nacht auf den 14. Februar 1945 hat sich tief in das kollektive Gedächtnis der Dresdner eingebrannt. Umstritten ist seither die Zahl der Opfer. Eine Historikerkommission bestätigt nun die Zahl von maximal 25.000 Menschen, die bei dem Luftangriff den Tod fanden.
Die Propaganda von Rechtsextremisten dürfte dennoch weitergehen. Spätestens beim nächsten Aufmarsch zum Jahrestag der Bombardierung werden alte und neue Nazis wieder vom «Bomben-Holocaust» sprechen. «Da muss die Opferzahl möglichst erschreckend sein, um mit dem Verbrechen an den Juden vergleichbar zu sein», sagt Professor Alexander von Plato, einer der 13 Experten der Kommission, zu news.de. Den Rechten werde es schwerer fallen, damit zu argumentieren.
Der inzwischen emeritierte Professor für Erfahrungsgeschichte an der Fernuniversität Hagen beschäftigte sich in dem eigens zur Ermittlung der Opferzahl eingesetzten Gremium mit Erlebnisberichten und Überlieferungen von Zeitzeugen. Wie Menschen die Bombardierung verarbeiteten, ist für ihn von mindestens so großer Bedeutung wie die Zahl der Getöteten.
Für den früheren FDP-Bundesinnenminister Gerhart Baum (77) sind die Luftangriffe auf seine Heimatstadt Dresden bis heute ein Trauma. «Die Bomben sind mitten in unser Leben gefallen.» Wie Zigtausende andere Dresdner habe die Familie binnen weniger Stunden Freunde, Nachbarn und die gewohnte häusliche Umgebung verloren. «Unser Haus brannte vor unseren Augen ab», schildert Baum seine Erlebnisse.
Barbarei kapitalistischer Klassenfeinde
Etwa 1200 Dokumente wertete die 2004 von der Stadt berufene Historikerkommission aus. Darunter Friedhofsberichte, Berichte von Räumkommandos und den in der Innenstadt vielerorts durchgeführten Leichenverbrennungen sowie vor allem der Polizeibericht von Anfang März 1945.
Darin wird die Zahl der Getöteten bereits auf 25.000 beziffert. Eine Quelle, auf die in zahlreichen weiteren Statistiken und Berichten Bezug genommen wird. Die Rote Armee ließ diesen Polizeibericht sogar wörtlich übersetzen und 1947 nach Moskau übermitteln. Allerdings mit einem einzigen Zusatz, wie Professor von Plato herausfand: «Manche Stellen sprechen auch von über 100.000 Toten.»
Die nationalsozialistische Propaganda verwendete bereits wenige Tage nach dem 13. Februar 1945 die Zahl von 200.000 Toten, um die Zerstörung der historischen deutschen Kulturmetropole Dresden als besonders verwerfliches Kriegsverbrechen der Briten und Amerikaner darzustellen.
Aber nicht nur die NS-Propaganda hatte ein Interesse an möglichst hohen Opferzahlen, sondern auch die sozialistische DDR-Staatsführung. Der SED dienten sie als vermeintliches Indiz für die Barbarei der kapitalistischen Klassenfeinde.
Zeitzeugen mit Tunnelblick
Opferzahlen im sechsstelligen Bereich sind nach den Forschungsergebnissen der Historikerkommission bereits deshalb nicht realistisch, weil sich zum Zeiptunkt der Bombardierung weit weniger Flüchtlinge in der Elbestadt befunden hätten als von rechter Seite behauptet. Die damaligen Ordnungsorgane hätten versucht, die Flüchtlingsströme um Dresden herumzuleiten. So sei die große Masse der Flüchtlinge aus Schlesien nach Bayern gekommen.
Bei seinen Interviews mit Zeitzeugen hat Professor von Plato einen gewissen Tunnelblick festgestellt. «Viele Dresdner nehmen ihre Bombardierung als besonders übel oder als zahlenmäßig besonders bedeutsam wahr, aber erinnern sich kaum an die Bombardierung anderer Städte im Deutschen Reich oder im Ausland.»
Auch Hamburg wurde zum Beispiel Opfer einer nach der Taktik des FeuersturmsDabei werden zugleich Spreng- und Brandbomben eingesetzt, um einen Kamineffekt auszulösen. Der dabei entstehende Sog zieht Frischluft nach, was das Feuer zusätzlich anfacht. bombardierten Stadt. In der für die Alliierten als kriegswichtig geltenden Hafenstadt kamen dabei annähernd 45.000 Menschen ums Leben.
Bei manchen Interviews legte von Plato den Zeitzeugen Aufnahmen der von der deutschen Luftwaffe zerstörten weißrussischen Stadt Minsk vor. Die Überlebenden der Dresdner Bombennacht hätten diese aber für Bilder ihrer zerstörten Stadt gehalten.
Es sei eine falsche Annahme, Zeitzeugen könnten Experten für die Gesamtzahlen der Toten sein, relativiert der Wissenschaftler. «Sie sind eher Zeugen dafür, wie Ausgebombte, Verletzte oder Umquartierte mit den Folgen der Bombardierungen und den Toten in der Familie fertig geworden sind. Sie sind Zeugen für die Schrecknisse des Bombenkriegs auf die Zivilbevölkerung. Hier zeigen auch die Dresdner Befragungen ihre Stärke.»
3700 Tonnen Sprengstoff auf Dresden
Auch einen weiteren Erklärungsversuch für höhere Opferzahlen entkräftet die Historikerkommission. Die angeblich zahlreichen Tiefflieger-Angriffe auf Flüchtlinge habe es zumindest in der Dresdner Bombennacht nicht gegeben. Die Rauch- und Qualmwolken des Feuersturms hätten den alliierten Fliegern hierfür schlicht die Sicht genommen.
Und auch Ausgrabungen an Stellen, an denen Zeitzeugen von Tieffliegern berichteten, etwa an den Elbwiesen oder dem Großen Garten, brachten zwar Tausende Splitter der alliierten Bomber zu Tage, aber keine MG-Munition, wie sie von Bordwaffen der Tiefflieger abgefeuert wurden.
Bei den Luftangriffen warfen die Alliierten nach den Berechnungen der Kommission insgesamt mehr als 3700 Tonnen Sprengstoff ab. Das Flammeninferno vernichtete rund 25.000 Häuser und eine Fläche von etwa zwölf Quadratkilometern. Vor allem das von Renaissance- und Barockbauten geprägte Zentrum lag in Schutt und Asche. Semperoper, Residenzschloss oder Zwinger waren größtenteils zerstört. Die Frauenkirche stürzte am 15. Februar in sich zusammen. Die schützende Flugabwehr war kurz zuvor hauptsächlich an die Ostfront abgezogen worden. Die Luftangriffe sollten vor allem den Durchhaltewillen der Deutschen brechen.
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Ich habe die Bomberströme nach Dresden von Griesheim bei Darmstadt aus als LWH mitansehen müssen. Unvorstellbar! Ganz unglaublich ist dagegen das heutige Gezerre über die Zahl der Toten in Dresden. Kein Wunder bei dem riesigen Vertrauensverlust des Politischen. Auch Wissenschaftler lassen sich korrumpieren, um der jeweiligen Seite die genehmen Zahlen zu bestätigen. Für das deutsche "Tätervolk" sollen die Opfer aus unerfindlichen Gründen möglichst niedrig sein. Man darf keinem mehr glauben. Was ist bloß aus der deutschen Demokratie geworden?!
jetzt antwortenKommentar meldenjaaaa genau 25000 tote bei 3700tonnen sprengstoff und jetzt das witzige: 25000 tote und wieviele häuser wurden zerstört? genau! rund 25000 also in jedem haus praktisch 1 mensch wow keine kinder oder ehefrau/mann garnichts, wie fritz bereits schrieb gibt es wirklich dokumente die die zahlen um ein vielfaches höher schießen lassen, die nazis töteten aus radikaler überzeugung die alliierten einfach nur um uns eins reinzuwürgen
jetzt antwortenKommentar meldenDas ist doch wohl die infamste Lüge der Geschichts- schreibung mit, da gibt es noch mehr, aber nur 25 Tausend Opfer beim DRESDNER Holocoust ist nicht nur eine Lüge es ist auch eine Verhöhnung der Kriegs- opfer allgemein! In britischen Archiven hat man noch Dokumente die man aus Deutschland mitnahm, und da war im Original in Fernschreiben die Zahl von ca 100 000 Opfern die Rede! Wo bleibt also dort die Fairnis, wenn man sich schon als der Wahrheit dienenden Gerechtigkeit von Seiten der Alliierten ausgibt????? Also bei NAZI Verbrechen wird aufaddiert, da kommts auf nen paar nullen nicht an!!
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