«Die Pharmaindustrie beeinflusst alle»
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Der Vorstand des IQWIG hat Ihren Vertrag nicht verlängert. Was sind die Erwartungen an Ihren Nachfolger?
Sawicki: Der wird es schwer haben. Momentan höre ich immer wieder, dass sich aufgrund der Umstände der Nichtverlängerung meines Vertrages viele geeignete Kollegen nicht bewerben wollen. Dabei ist es gar nicht der Punkt, dass mein Vertrag nicht verlängert wurde. Man könnte ja etwa kritisieren, ich sei zu rigide, zu wenig gesprächsbereit mit der Pharmaindustrie, zu wenig kompromissbereit. Es gibt viele Dinge, die man kritisieren könnte, auch wenn ich denke, ich habe richtig gehandelt. Eine neue Regierung könnte das aber durchaus anders sehen. Das hätte ich akzeptiert. Aber doch nicht so, wie es gelaufen ist.
Sie meinen, dass Ihnen falsche Abrechnungen bei Dienstwagen und Spesen vorgeworfen wurden?
Sawicki: Ja, und das ist doch alles lächerlich. Es ist kein Cent Schaden entstanden und ich habe mir hierbei nichts vorzuwerfen. Aber ich glaube, dass man damit potentielle gute Bewerber abschreckt und dem Institut schadet.
Laut einem Bericht des Stern waren auch PR-Leute auf sie angesetzt, um sie bewusst zu diskreditieren. Haben Sie davon etwas gemerkt?
Sawicki: Ja, denn plötzlich kamen viele Journalisten zu mir und sagten: Man bietet uns exklusiv belastendes Material über Sie an. Dann haben sie es überprüft und abgewunken. Doch der Stern ist darauf eingestiegen und hat die Verbindungen zurück verfolgt und ist bei der Pharmaindustrie und dem Deutschen Diabetikerbund gelandet. Im Grunde ist dieser sogenannte PR-Killer, so der Stern-Artikel, also von der Pharmaindustrie beauftragt worden.
Wie fühlt man sich dabei?
Sawicki: Es ist nicht schön, wenn man beschimpft wird. Vor allem glaube ich aber, es ist dumm. Denn alle profitieren von einem stabilen Gesundheitssystem, auch die pharmazeutische Industrie. Wenn sie unser System kaputt macht, wird sie nicht mehr so viel verdienen. Denn sie verdient eine Menge an der Solidargemeinschaft und den Krankenkassen.
Peter Sawicki ist seit 2004 Leiter des unabhängigen Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG). Sein Vertrag, der Ende August ausläuft, wurde vom Vorstand nicht verlängert. Sawicki ist selbst Internist und war vor seiner Zeit beim IQWIG Direktor der Abteilung für Innere Medizin des St. Franziskus Hospitals in Köln.
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die sind doch nur um den kleine aus zu rauben und sich die taschen zu stopfen,aber mit nehmen kann keiner ob reich oder ahrm, heinz
jetzt antwortenKommentar meldenSeit gestern weiß ich auch, dass es in unserer Familie einen Fall gibt, wo ein an einem Gehirntumor Leidender in absehbarer Zeit sterben wird. Der Mann sitzt bereits von Cortison aufgepumpt im Rollstuhl, die Ehefrau hat sich entschlossen, keine Chemotherapie mehr durch führen und ihn in Würde sterben zu lassen. Es sind alle nur dankbar dafür. Vielleicht kommt aber noch irgend so ein Kassenwichser vorbei und inszeniert ein Strafverfahren wegen angeblich unterlassener medizinischer Versorgung, meint tatsächlich aber die hier verwehrte Möglichkeit zum Einsatz einer Vielzahl von Gerätschaften.
jetzt antwortenKommentar meldenUnd zum Kommentar von Lester Maul - ich habe schon vor 30 Jahren gesagt, dass das Gesundheitssystem vom Fehlen jeglicher Kontrollmöglichkeit geprägt ist. Die Ärzte beschweren sich einerseits völlig zu Recht über ausufernde Bürokratie. Andererseits verweigern sie sich der Kontrolle durch die Patienten. Jeder Handwerker, der keinen unterschriebenen Stundenzettel vorlegt, bekommt zu recht kein Geld, oder muss mindestens Kürzungen hin nehmen. Hinsichtlich der Abrechnungen meiner Ärzte bei den Krankenkassen hat mich noch nie jemand gefragt, ob das auch stimmt, was da abgerechnet wird.
jetzt antwortenKommentar meldenEinverstanden. Was haben wir jedoch für einen Markt, zwei Monopole - Krankenkassen und Pharma - auf dem Beutezug. Beitragsbelastete leiden ebenso darunter, wie die Ärztschaft. Der Sozialstaat ist zum Staatskapitalismus geworden und das war nicht die Idee vom Staat.
jetzt antwortenKommentar meldenDer Ursprungsgedanke der Sozialversicherungssysteme war das Gemeinwohl aller Arbeitenden. Die Mitarbeiter der Krankenkassen dienten den Versicherten mit ihrer Arbeitsleistung. Zum Arzt ging man nur, wenn es unbedingt notwendig war. Das Ende der Sozialversicherungssysteme wird der Mißbrauch durch den Einzelnen bilden. Fällig werdende Leistungen als Folge von Extremsport haben im Portfolio sozialer Einrichtungen ebenso wenig zu suchen wie die Behebung von Brandschäden als Folge übertriebener Besuche von Grillhähnchenstudios und aufgeblähter Verwaltung und Forschung zu Lasten des Humangedankens.
jetzt antwortenKommentar meldenHallo, ich bin seit 28 Jahren insulinpflichtiger Diabetiker. Preis für eine Packung Insulin im Jahre 1982 gerundet 90,00 DM(!!!), 1992 schon 200,00 DM, im Jahre 2009 bereits 430,00 Euronen(!!!). Man schaue sich vergleichsweise mal die Entwicklung der Löhne und der Lebenshaltungskosten an. Die Branche selbst fliegt gerne vorzugsweise an den Wochenenden zur "Fortbildung" mit grosszügigster Unterstützung des Bundesministeriums für Finanzen nach Mallorca an den Ballermann, um dort zu büffeln...... Vielleicht Hektoliterweise und mit Kondomen. Nur Staat und kein Kapitalismus? In übelster Form!
jetzt antwortenKommentar meldenTeilweise exzellente Argumentation, wenn nicht durch den Begriff des Kapitalismus Verwirrung gestiftet worden wäre. Die gesetzl. Zwangsversicherungssysteme sind dem Staatssektor zuzurechnen. Ob eine Flucht des Staates ins Privatrecht vorliegt,wollen wir beiseite lassen.Wichtiger ist RAGNAROEKR die Abkehr der Versicherungssysteme vom Gemeinwohlgedanken und vor allem, dass keine Sättigungsgrenze für Versicherungsleistungen ersichtlich gemacht werden kann. Es ist stets das Gleiche, die Leistungen sind irgend wann einmal unfinanzierbar. Rösler muss mit aller Härte gegen die Beteiligten vorgehen.
jetzt antwortenKommentar meldenHerr Rösler wird genauso vor der Pharmalobby zerbröseln und kuschen wie alle anderen Gesundheitsminister auch. Er wird mit Argumenten zugeworfen werden, die er nicht ablehnen kann. Es gibt ja nicht nur die Schweiz. Was Rösler jetzt macht, ist nur reines Säbelrasseln für die blöden Bürger. Die FDP braucht dringend gute Schlagzeilen. Dass die Pharmaindustrie durch ihre Wucherpreise das Gesundheitssystem ruiniert und zum Kollaps führt, stört unsere Politiker nicht. Sie wissen auch nicht mehr, von wem und warum sie gewählt worden sind.
jetzt antwortenKommentar meldenDas mit dem Hochzüchten von Systemen im Kapitalismus ist ja nicht neu, auch die Job-Center für die Hartz-IV Empfänger sind ein solches System, hier zur Verwaltung gezielt erzeugter Armut. Beim Gesundheitssystem weckt man auf der einen Seite bei den Patienten die Hoffnung auf ein ewiges Leben unter den absurdesten Bedingungen an einer Vielzahl von Gerätschaften, und begründet so den Bedarf ungehemmt voran getriebener Experimente unter dem Deckmantel der Humanmedizin am tatsächlichen Bedarf der Menschen vorbei, auf der anderen Seite bedienen sich Heerscharen an den Beiträgen der Versicherten.
jetzt antwortenKommentar meldenRösler´s Kampf gg Bürokratien ist bewundernswert. Auch Sawicki hat Recht. Nach RAGNAROEKR gilt jedoch, dass die Medizin wieder vom Patienten verantwortet werden muss. Der eigentliche Mangel ist nämlich, dass über den Kopf des Patienten hinweg Systeme (ein Fonds, Krankenkassen, Kassenärztl. Vereinigungen, Ministerien, Industrielobby, usw.) hochgezüchtet wurden, die mit dem Patienten nichts zu tun haben. Ein guter Gedanke, Krankenversicherung, und hunderte die dabei verdienen, Verteilkoalitionen, macht das System absurd. Die Zerschlagung der Systeme u. den Patienten berechtigen ist die Lösung.
jetzt antwortenKommentar meldenEine Tatsache ist doch, wir haben in Deutschland zuviel Krankenkassen mit den Wasserköpfen mit den unsummen an Gehältern und da soll der liebe Herr Rösler auch mal anfangen. Weiterhin können wir ja unsere Arzneimittel z.b. auf den Kanaren kaufen, denn dort sind sie noch günstiger und alles ohne Rezept zu bekommen. Unglaublich welche Preisunterschiede. Ich rate nur allen die eine möglichkeit haben, ihre Medikamente dort zu kaufen, sie von den Freunden mitbringen zu lassen. Ist ja schon bekannt und man sieht es an den langen Schlangen an der Kasse.
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