Mo., 13.02.12

Waffen statt Brot «Live Aid» von Rebellen abgezockt?

Artikel vom 07.03.2010

Äthiopische Kämpfer haben in den 80er Jahren knapp 100 Millionen Dollar Spendengelder für ihre Waffenkäufe abgezweigt. Das behauptet der britische Sender BBC. Das Geld soll aus der Hilfsaktion «Live Aid» des Musikers Bob Geldorf stammen.

Äthiopische Rebellen sollen Millionenspenden der Hilfsaktion «Band Aid» für die Opfer der Hungerkatastrophe vor gut 25 Jahren abgezweigt und stattdessen dafür Waffen gekauft haben. Das berichtet der britische Sender BBC unter Berufung auf Rebellenführer der damaligen Befreiungsfront von Tigray (TPLF), die damals im nördlichen Hochland Äthiopiens einen Bürgerkrieg gegen die Regierungsarmee führte.

Zwei hohe Offiziere der damaligen Rebellenarmee hatten der BBC berichtet, sie hätten sich unter anderem für internationale Fernsehteams als Getreidehändler und örtliche Helfer ausgegeben. Die Verträge über den angeblichen Kauf von Getreide seien fingiert gewesen. Die TPLF wurde von dem heutigen äthiopischen Ministerpräsidenten Meles Zenawi kommandiert, der sich im Mai um eine Wiederwahl bemüht. Die von der BBC zitierten Rebellenführer sind heute mit Zenawi zerstritten.

Der Gründer der Hilfsaktion, Bob Geldof, wies den Bericht am Sonntag als «offensichtlichen Unsinn» zurück. Der britische Musiker sammelte mit dem Benefizkonzert «Live Aid» Spenden für die Hungernden in Äthiopien. Es war die bis dahin weltweit größte Hilfsaktion. Rund eine Million Menschen starben Schätzungen zufolge im Hungerwinter 1984/1985 - die meisten von ihnen, ehe die internationale Hilfe anlief. Laut dem Bericht nutzten Rebellen für ihre Waffenkäufe fast die gesamten 100 Millionen US-Dollar an Hilfsgeldern, die für den Kampf gegen die Hungerkatastrophe bestimmt waren.

Stiftung bestreitet Vorwürfe

Die Stiftung «Band Aid» und weitere Hilfsorganisationen haben bei der britischen Medienaufsicht Beschwerde gegen den Bericht eingelegt. «Es gibt nicht die Spur eines Beweises, dass Geld von "Band Aid" oder "Live Aid" abgezweigt wurde», sagte Geldof der BBC. Ein Sprecher der Hilfsmission «Christian Aid» forderte den Sender zur Prüfung der Fakten auf, bevor «eine Lüge um den halben Globus kreist» und «gewaltigen Schaden» anrichtet.

Der Sender hielt an dem Bericht am Sonntag weiter fest. «Er zeigt Beweise, schlüssige Beweise, dass einige der Hilfsspenden für die Hungersnot von mächtigen Rebellengruppen umgeleitet wurden, um Waffen zu kaufen», schrieb der Nachrichtenchef des BBC World Service, Andrew Whitehead, im Blog des Senders. Er lobte den Reporter Martin Plaut als erfahrenen Journalisten. Plaut habe über die Hungersnot seit den 1980er Jahren berichtet und für diesen Bericht mehr als ein Jahr Informationen gesammelt.

Für Experten aus Hilfsorganisationen enthält der BBC-Bericht wenig Überraschungen: In Krisen- und Konfliktgebieten müssen humanitäre Helfer immer wieder verschiedenen bewaffneten Gruppen entweder «Schutzzölle» zahlen oder beobachten, wie Milizen und andere Gruppen in Flüchtlingslagern die Verteilung der Hilfe «organisieren».

sgo/cvd/news.de/dpa
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Waffen statt Brot: «Live Aid» von Rebellen abgezockt? » Politik » Nachrichten

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Leserkommentare (4)
  • Kommentar: 4
  • 25.04.2010 14:57
von
Thomas Schmidt

Trottel..? Troll..? Schizo..?

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  • Kommentar: 3
  • 09.03.2010 09:58
von
hagal

Das ist das geistge und politische Umfeld in dem sich auch dieser nun schon recht altersquengelige Nuscheler jahrzehntelang bewegte und seine expertösen Exkremente verbreiten durfte. Wir wollen ihm ja nicht unterstellen, daß er höchstpersönlich in so dubiose Geschäfte verwickelt war, aber zum Schreibtischtäter im Hintergrund hatte er alle Voraussetzungen mitgebracht und dürfte sich auch recht gut dabei vorgekommen sein da dieser überhebliche Überzeugungstäter von sich selbst und seiner Wichtigkeit und seiner "Arbeit" ja so sehr überzeugt ist!

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  • Kommentar: 2
  • 09.03.2010 01:50
von
hagal

No, zugeben werden das diese Geldofs und Havara!Ja,dafür gehen diese hauptberuflichen Spendenschnorrer den Leuten ans Leder!Dann gibt es noch politisch verwirrte "Entwicklungshelfer",aber auch von Geheimdiensten unterwanderte Organisationen die diese Machenschaften insgeheim fördern.Diese Spendengelder wecken große Begehrlichkeiten sowohl auf Seiten der Spendeneintreiber als auch auf der Empfängerseite,da diese doch exorbitanten Beträge Einzelnen sehr viel und oft unberechtigte Macht verleihen und unsinnige Projekte Volkswirtschaften komplett(auch im Sinne der großen Konzerne)ruinieren können.

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  • Kommentar: 1
  • 09.03.2010 01:48
von
hagal

No, zugeben werden das diese Geldofs und Havara! Ja, dafür gehen diese hauptberuflichen Spendenschnorrer den Leuten ans Leder! Dann gibt es noch politisch verwirrte "Entwicklungshelfer", aber auch von Geheimdiensten unterwanderte Organisationen die diese Machenschaften insgeheim fördern. Diese Spendengelder wecken große Begehrlichkeiten sowohl auf Seiten der Spendeneintreiber als auch auf der Empfängerseite, da diese doch exorbitanten Beträge Einzelnen sehr viel und oft unberechtigte Macht verleihen und unsinnige Volkswirtschaften komplett (auch im Sinne der großen Konzerne) ruinieren können.

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