So., 12.02.12

Kunduz-Ausschuss Wann spricht Guttenberg?

Artikel vom 25.02.2010

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wird nicht als erster Politiker im Kunduz-Untersuchungsausschuss aussagen. Eine Mehrheit von Union und FDP verhinderte das. Die Opposition schäumt und will eventuell vor Gericht ziehen.

SPD, Linke und Grüne hatten gefordert, dass Karl-Theodor zu Guttenberg als erster Politiker vor dem Untersuchungsausschuss zur Kunduz-Affäre aussagt. Union und FDP verhinderten das mit ihrer Mehrheit. Die Opposition wertete das Vorgehen als Rechtsbruch. Möglicherweise landet der Streit nun vor Gericht. Der SPD-Obmann Rainer Arnold behielt sich rechtliche Schritte vor.

Die Koalition habe die Minderheitenrechte «massiv verletzt», sagte Arnold. Laut Untersuchungsausschussgesetz müsse ein Konsens über die Reihenfolge der Zeugen hergestellt werden. Gelinge das nicht, könne die Opposition mit 25 Prozent der Stimmen durchsetzen, dass die Vernehmungen im so genannten Reißverschlussverfahren vorgenommen werden. Das heißt, dass Koalition und Opposition die Zeugen abwechselnd benennen.

Guttenberg soll erst Ende März sprechen

Nach dem von Schwarz-Gelb durchgesetzten Plan sollen zum Auftakt der Untersuchungen der politischen Vorgänge in der Kunduz-Affäre zunächst am 18. März der frühere Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan und der ehemalige Staatssekretär Peter Wichert vernommen werden. Beide mussten im November auf Betreiben Guttenbergs ihre Ämter niederlegen. Am 25. März sollen dann zuerst Guttenbergs Vorgänger Franz Josef Jung (CDU) und dann der Verteidigungsminister selbst als Zeugen folgen. Die Opposition meint, diese Reihenfolge sei günstiger für den Minister, da er dann auf die Aussagen der ersten Zeugen reagieren kann und nicht umgekehrt.

Die Vernehmung von Guttenberg und Jung soll auf sechs Stunden begrenzt werden. Für die Befragung von Schneiderhan und Wichert ist keine zeitliche Begrenzung vorgesehen. Das Gremium hat den Auftrag, die Hintergründe des von der Bundeswehr befohlenen Bombardements zweier Tanklaster in der Nähe des nordafghanischen Kunduz im September aufzuklären, bei dem bis zu 142 Menschen getötet oder verletzt wurden.

Grüne: Kunduz-Unterlagen manipuliert

Die Grünen warfen der Regierung zudem vor, im Untersuchungsausschuss Akten zu manipulieren. «Es wird verschoben und vertuscht», sagte der Grünen-Politiker Omid Nouripour in Berlin am Rande der Sitzung. «Es gibt in den Unterlagen, die wir bekommen haben, teilweise zwei Versionen. Wir haben eine englische Version und wir haben eine deutsche Übersetzung, und da gibt es substanzielle Unterschiede.»

Nouripour kündigte an, er werde sich schriftlich bei Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) beschweren und Akten ohne Ungereimtheiten verlangen. Zudem warf er der Koalition vor, den Ablauf des Ausschusses zu verschleppen. So werde die Frage nach der Verantwortung der Regierung zu oft ausgeblendet und stattdessen auf die rein militärischen Vorgänge der Bombardierung verwiesen.

ped/cvd/ivb/news.de/dpa
Zum Thema Thema verfolgen » Newsletter abonnieren Artikel kommentierenArtikel kommentieren
Ärger in Sicht? (Foto)
Kunduz-Ausschuss Guttenberg kommt später

Verteidigungsminister Guttenberg kommt wegen Kunduz in Erklärungsnot. Seit Donnerstag tagt der mehr ...

Wollte seine Truppe schützen: Bundeswehroberst Georg Klein. (Foto)
Oberst Klein «Übernehme die Verantwortung»

Mehr als hundert Menschen starben durch seinen Befehl. Oberst Klein hält ihn für mehr ...

Afghanistan (Foto)
Afghanistan Taliban-Führer von Kunduz offenbar gefangen

Einer der wichtigsten Feinde der Bundeswehr ist offenbar in Pakistan ins Netz mehr ...

Bundeswehr KSK-Einheit (Foto)
Bundeswehr beteiligt? Todeslisten für die Taliban

Mit Todeslisten jagt die Nato in Afghanistan laut einem Bericht Taliban. Die Bundeswehr soll beteiligt mehr ...

Bundestag (Foto)
Westerwelle «Bewaffneter Konflikt» in Afghanistan

Die Regierung stuft den Afghanistan-Einsatz neu ein. Im Mandatsentwurf gibt es noch einen strittigen mehr ...

Vor dem Kampf? (Foto)
Afghanistan Großoffensive bald auch in Kunduz?

Die Bundeswehr tötet in Kunduz mehrere Taliban - der Gouverneur kündigt indes eine Großoffensive mehr ...

Kunduz-Ausschuss: Wann spricht Guttenberg? » Politik » Nachrichten

URL : http://www.news.de/politik/855046123/wann-spricht-guttenberg/1/
Schlagworte:
Abwechselnd, Ämter, Arnold Bode, Auftakt, Auftrag, Aussagen, Babett Peter, Befragung, Begrenzung, Berlin Aussagen, Berlin Eventuell, Berlin Guttenberg, Berlin Stunden, Betreiben, Bombardements, Bundeswehr, CDU, CvD, Elaine Jung, Eventuell, Franz Arnold, Franz Fehrenbach, Franz Josef, Franz Obst, Franz Pesch, Franz Schiewer, Franz Schopper, Franz Trojan, Franz Xaver, Freitag Aussagen, Generalinspekteur, Gericht, Gremium, Grüne, Günstiger, Guttenberg, Guttenbergs, Hintergründe, Jan Josef, Johann Wolfgang, Josef Bierbichler, Josef Cinar, Josef Ernst, Josef Goldberger, Josef Haslinger, Josef Jung, Josef Mengele, Josef Rusnak, Josef Zindel, Jung, Kaiser Franz, Karl-Theodor, Koalition, Konsens, Kundus, Kunduz, León Franz, Linke, Luise Rainer, Maik Franz, Manipulieren, Manipuliert, März, Maximilian Arnold, Mehrheit, Menschen, Militärischen, Minister, Nähe, November, Opposition, Peter Ballnik, Peter Bleser, Peter Bofinger, Peter Bond, Peter Bretter, Peter CDU, Peter Chou, Peter Christensen, Peter Danzl, Peter Dathe, Peter Deilmann, Peter Endig, Peter Eötvös, Peter Falk, Peter Flache, Peter Foley, Peter Frampton, Peter Frese, Peter Frey, Peter Gallagher, Peter Games, Peter Gelle, Peter Geyer, Peter Gruhne, Peter Hahnes, Peter Halley, Peter Hinchliffe, Peter Kauzer, Peter Kennaugh, Peter Korthals, Peter Kunkel, Peter Kurzecks, Peter Löscher, Peter Luisi, Peter Lutz, Peter Malfertheiner, Peter Martins, Peter May, Peter Menke, Peter Möckesch, Peter Mullan, Peter Naumann, Peter Neururer, Peter Plate, Peter Probst, Peter Raue, Peter Rieger, Peter Röder, Peter Rommel, Peter Ruzicka, Peter Sarsgaard, Peter Schall-Latur, Peter Schilling, Peter Scholl-Latour, Peter Scholl-Latur, Peter Schreier, Peter Sellars, Peter Stastny, Peter Sullivan, Peter Täubl, Peter Templeman, Peter Terium, Peter Torebko, Peter Tschaikowskis, Peter Tschaikowsky, Peter Urban, Peter Vargo, Peter Wedde, Peter Weir, Peter Wiechern, Peter Wutzler, Peter Zwegat, Plan, Politiker, Prozent, Rainer Bock, Rainer Bonk, Rainer Gallus, Rainer Hanke, Rainer Höfer, Rainer Holmer, Rainer Jensen, Rainer Köttstorfer, Rainer Maria, Rainer Mendel, Rainer Thumann, Rainer Werner, Reihenfolge, Richard Arnold, Richter Gericht, Schneiderhan, Schriftlich, Schritte, Schwarz-Gelb, September, SPD, Staatssekretär, Stimmen, Streit, Stunden, Tanklaster, The Union, Union, Untersuchungen, Untersuchungsausschuss, Vernehmung, Vernehmungen, Verschoben, Verteidigungsminister, Verwiesen, Vorgänge, Vorgänger, Vorgehen, Warf, Wichert, Wolfgang Ansel, Wolfgang Anzengruber, Wolfgang Arenhövel, Wolfgang Beck, Wolfgang Beltracchi, Wolfgang CDU, Wolfgang Dürheimer, Wolfgang Eichwede, Wolfgang Fiedler, Wolfgang Fischer, Wolfgang Franz, Wolfgang Gehrcke, Wolfgang Hentrich, Wolfgang Lippert, Wolfgang Nieke, Wolfgang Rathmann, Wolfgang Rihm, Wolfgang Runge, Wolfgang Schmitz, Wolfgang Schneiderhan, Wolfgang Stock, Wolfgang Stückemann, Wolfgang Vietze, Wolfgang Wieland, Wolfgang Wirthmann, Zeitliche, Zeugen, Zweier,
Leserkommentare (3)
  • Kommentar: 3
  • 13.03.2010 20:08
von
sputnik1506

Na prima, der Kriegsminister sagt über sein Wissen von der Tötung der Zivilisten in Kunduz also ganz zum Schluss ,wenn überhaupt, vor dem Ausschuss aus. Nachdem dann Alle ausgesagt haben,kann man ja entsprechend reagieren. Es gibt wohl keinen Krieg, in dem nur Soldaten oder "Terroristen" umgekommen sind. Nur in unserem Wolken-Kuckucks-Heim kann es so etwas nicht geben

jetzt antwortenKommentar melden
  • Kommentar: 2
  • 13.03.2010 12:13
von
tommy

Gutenberg? Endlich mal eine Witzfigur, die wenigstens einen seriöes Eindruck macht. Deutsche haben in AFG nichts zu suchen. Raus.

jetzt antwortenKommentar melden
  • Kommentar: 1
  • 26.02.2010 12:50
von
Walter Krauer

Das sollte in einer wirklichen Demokratie nicht möglich sein. Der Krieg in Afghanistan wird von Amerika geführt und die Deutschen haben ja zu sagen den Sie sind heute noch in Ihren Entscheidungen unter dem Dicktat der Amerikaner. Das entspricht eher der Tatsache. Milliarden Euro fliessen von Deutschland in eine Entwicklung und Kriegshilfe das währe das rechte Wort. Da muss natürlich bei der Sozialhilfe gespart werden. Das dumme ist nur dass die so genannte Entwicklungshilfe in Afghanistan das meiste Geld in der Privaten Taschen der korrupten Verwaltungen landet.

jetzt antwortenKommentar melden
Kommentar schreiben Netiquettelink | AGB
Ihr Name
Ihre Emailadresse
noch 600 Zeichen übrig
Ihr Kommentar
Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Feld darunter.
'6Ld52csSAAAAAKTxfdwmi0Ay4Tjghi64k3PAcWrj'
Zum Thema
Anzeige
Meistgelesene Artikel
Fotostrecken Videos
zurück
vor
Anzeige
drucken
Bookmarken
Bookmarken
RSS-Newsfeed
Newsletter abonnieren
Newsletter abonnieren