So., 12.02.12

Bevölkerung Bald jeder Dritte über 65

Artikel vom 23.02.2010

Der Osten Deutschlands wird bis 2060 viel stärker vom Rückgang und der Alterung der Bevölkerung betroffen sein als der Westen. Das besagen die neusten Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

In den neuen Bundesländern (ohne Berlin) werden 2060 rund 37Prozent  weniger Menschen als im Jahr 2008 leben und 36 Prozent von ihnen werden 65 Jahre und älter sein. Besonders schnell wird diese Entwicklung in den kommenden zwei Jahrzehnten voranschreiten: Bereits um 2030 wird die Bevölkerungszahl in den neuen Ländern um 15 Prozent niedriger sein als heute und jeder dritte Einwohner wird 65 Jahre oder älter sein. Das teilt das Statistische Bundesamt am Vormittag mit.

Die Zahlen stammen aus einer der beiden Varianten der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung nach Ländern, die das Statistische Bundesamt (Destatis) jetzt in Ergänzung der am 18. November 2009 veröffentlichten Bundesergebnisse vorgelegt hat. Die zwischen den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung liefert vergleichbare Ergebnisse für alle Bundesländer.

Die rapide Alterung wirkt sich in den neuen Ländern nicht nur in der schnell ansteigenden Zahl der Älteren aus, sondern auch im Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials. Die Zahl der Menschen im Erwerbsalter (von 20 bis unter 65 Jahren) wird von 8 Millionen (Stand 2008) auf 5,6 Millionen im Jahr 2030 (minus 30 Prozent) und dann auf vier Millionen im Jahr 2060 (minus 50 Prozent) zurückgehen.

Dementsprechend wird der so genannte Altenquotient - er zeigt wie viele Senioren auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter (hier von 20 bis unter 65 Jahren) entfallen - von heute 37 bis zum Jahr 2030 auf 68 steigen. Seinen höchsten Wert wird der Altenquotient dann im Jahr 2055 mit 82 erreichen und anschließend bis 2060 leicht auf 74 sinken. Zu diesem Rückgang kommt es, weil dann die geburtenschwachen Jahrgänge aus der ersten Hälfte der 1990er Jahre das Alter 65 erreichen.

Die Bevölkerung in den westlichen Flächenländern wird dagegen bis zum Jahr 2030 um lediglich vier Prozent und bis zum Jahr 2060 um 19 Prozent im Vergleich zum Jahr 2008 zurückgehen. Die Einwohnerzahl in den Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin bleibt bis 2030 fast stabil und nimmt dann bis 2060 um zwölf Prozent ab. Auch in den westlichen Flächenländern und Stadtstaaten wird im Jahr 2060 jeder dritte Einwohner 65 Jahre oder älter sein. Die Alterung und der Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials werden hier jedoch deutlich langsamer verlaufen als in den neuen Ländern. Der Altenquotient wird in den Flächenländern im Westen Deutschlands und in den Stadtstaaten bis 2060 ansteigen, aber auch dann noch niedriger sein als in den neuen Ländern.

Hintergrund: Die zweite Variante der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung für die Länder unterscheidet sich von der ersten nur durch die Annahme eines höheren Außenwande­rungssaldos von 200.000 Personen jährlich ab 2020. Sie entspricht der oberen Grenze der «mittleren» Bevölkerung der Berechnung für Deutschland insgesamt. Zusammen markieren die beiden Varianten die Grenzen eines Korridors, in dem sich die Veränderungen bei Fortsetzung der aktuellen demografischen Entwicklung vollziehen dürften.

bjm/hav/reu/news.de
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