Knobloch verzichtet auf weitere Amtszeit
Wollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?Wir informieren Sie gerne kostenlos.
Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, verzichtet auf eine weitere Amtszeit. Das erklärte die 77-Jährige auf einer Direktoriumssitzung in Frankfurt am Main. Als Nachfolger wird Vizepräsident Dieter Graumann gehandelt.
Das Direktorium und das Präsidium des Zentralrats hatten Knobloch zuvor das volle und uneingeschränkte Vertrauen ausgesprochen. «Mit Respekt und Anerkennung» hätten die beiden Gremien zur Kenntnis genommen, dass die Präsidentin bewusst einen Generationswechsel herbeiführen wolle, den sie aktiv unterstützen und begleiten werde. In einer Presseerklärung hieß es weiter, es herrsche Übereinstimmung, dass die Präsidentin ihr Amt bis zum Ende der Wahlperiode ausüben werde.
In den vergangenen Wochen war Knobloch nachgesagt worden, dass sie im engeren Führungskreis des Verbands keinen Rückhalt mehr habe. Die reguläre Amtszeit der Münchnerin endet im November. Knobloch war nach dem Tod Paul Spiegels im Juni 2006 an die Spitze des Zentralrats gerückt.
Als Nachfolger Knoblochs wird der bisherige Vizepräsident Dieter Graumann gehandelt. Er gehört wie sein Amtskollege Korn der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main an. Korn hatte schon vor dreieinhalb Jahren auf eine Kandidatur als Zentralratspräsident verzichtet. Der 1950 in Israel geborene Graumann wäre nicht nur der erste Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, der erst nach der der NS-Zeit aufgewachsen ist. Von ihm wird auch erwartet, dass er sich stärker Fragen der Gegenwart zuwenden würde.
Er gilt als Mann klarer Worte vor allem im Kampf gegen Antisemitismus, Rechtsextremismus und Islamismus. Mehrfach hat er sich prononciert für ein Verbot der NPD ausgesprochen. Erst zum Jahreswechsel hatte Graumann sich kritisch zum Schweizer Votum für einen Stopp von Minarettbauten geäußert. Zugleich forderte er aber auch die muslimische Gemeinschaft in Deutschland auf, stärker gegen Antisemitismus vor allem unter jungen Leuten in ihren Reihen vorzugehen. Ansehen hat er sich auch als Verhandlungspartner der Bundesregierung in Sachen Finanzen der Jüdischen Gemeinde in Deutschland erworben.
Unter dem Dach des Zentralrats sind 23 Landesverbände mit insgesamt 107 jüdischen Gemeinden und rund 106.000 Mitgliedern organisiert.
tfa/che/news.de/ap
Zum Thema
Thema verfolgen »
Artikel kommentieren
Debatten um die Führung, Streit um den Kurs: Beim Zentralrat der Juden stehen die Zeichen auf mehr ...
Der Berliner Publizist Henryk M. Broder kandidiert als Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. mehr ...
Am letzten Tag seiner Nahost-Reise hofft Außenminister Guido Westerwelle, neuen Schwung in die stockenden Friedensverhandlungen mehr ...
Viele von Hitlers Schergen sind längst tot. Doch einige leben noch. Weltweit sind die Nazi-Jäger ihnen auf den mehr ...
Papst Benedikt XVI. hat bei seinem Besuch der Gedenkstätte Jad Vaschem an die Leiden des jüdischen Volkes mehr ...
Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, hat den Dialog mit der Katholischen Kirche mehr ...
Ist in China schon wieder ein Radl umg'falln? Ich verstehe nicht warum um diesen Verein so viel Aufhebens gemacht wird! Wir werden von denen sowieso ohne wenn und aber zur Kasse geprügelt, ob wir wollen oder nicht, dafür haben die schon ihre Seilschaften in den Institutionen, die Allee der nur allzu Selbstgerechten ist lange! Also was soll uns kümmern wie der heißt der auf uns einprügelt und einprügeln läßt? Gut, es könnte ja auch ein verkokster Puderant sein der vom Bett seiner Schicksen aus die BRD regiert. So gesehen ist es vielleicht doch nicht so erniedrigend wenn man weiß er ist es nicht
jetzt antwortenKommentar melden